Zuckersucht und der innere KonfliktVom inneren Konflikt bei Zuckersüchtigen und wie man abmildern kann

Gehören auch Sie zu den Menschen, die eine Tafel Schokolade, die Packung Chips oder Gummibärchen nicht aus der Hand legen können bis sie aufgegessen ist? Und fällt es Ihnen auch so schwer, ein Stückchen Kuchen oder ein Dessert abzulehnen, selbst dann, wenn Sie gerade ausreichend gegessen haben und an sich papp satt sind? Und lässt Ihnen der Gedanke an frisch gebackene Kekse oder Brötchen aus dem Ofen das Wasser im Munde zusammenlaufen?

Dann sind Sie vermutlich, genauso wie ich, süchtig nach schnell verdaulichen Kohlenhydraten und kennen den inneren Kampf zwischen dem Wunsch den Essensgelüsten nachzugeben und dem Wunsch ihnen zu widerstehen.

Die zwei Stimmen in meinem Kopf

Wenn Sie eine starke Vorliebe für Süßes, Nudeln, Brot oder ein anderes Lebensmittel haben, gleichzeitig aber auch den Wunsch Ihr Essverhalten der Figur oder Gesundheit zuliebe in den Griff zu bekommen, dann haben Sie vermutlich, ähnlich wie ich, zwei verschiedene Ansichten in Ihrem Kopf:

  1. Zucker (oder was auch immer Bestandteil Ihrer Lieblingsspeisen ist) macht dick und krank und
  2. kulinarischer Hochgenuss ist ausschließlich mit den Lieblingsspeisen möglich.

Klar, dass bei einer solch zwiespältigen Denkweise Konflikte vorprogrammiert sind. Wenn man von 1. überzeugt ist und 2. macht, also einerseits davon überzeugt ist, dass Zucker oder Produkt XY schädlich ist, man aber gleichzeitig seinen Gelüsten nachgibt, dann hagelt es spätestens hinterher Schuldvorwürfe und das schlechte Gewissen lässt nicht lange auf sich warten.

Dieses innerliche Hin- und Hergerissen-Sein zwischen dem Gedanken entweder auf kulinarische Hochgenüsse verzichten zu müssen oder aber seine Figur bzw. Gesundheit zu ruinieren, kann ganz schön zermürbend sein.

Die Kraft unserer Gedanken

Wie ich in meinem Artikel „Placebo-Effekt: Die Kraft des Geistes“ ausführlich beschrieben habe, haben unsere Gedanken definitiv Einfluss auf unsere erlebte Wirklichkeit. Die Kraft der Gedanken bewirkt, dass Patienten, die nicht wissen, dass sie ein Placebo-Mittel erhalten, also ein an sich wirkungsloses Präparat, und von der Wirkkraft überzeugt sind bzw. diese auch nur für möglich halten, gesunden. Beim Placebo-Effekt handelt es sich keineswegs lediglich um Einbildung oder Zufall, sondern er gilt in der Wissenschaft allgemein anerkannt, wenn auch noch unklar ist, wie genau er funktioniert.

Doch was hat das jetzt mit unserer Situation zu tun? Ganz einfach: Wenn wir also davon überzeugt sind, dass Zucker „böse“ ist, wir ihn aber trotzdem essen, dann richtet er in unserem Körper bzw. an unserer Figur definitiv einen „Schaden“ an. Und zwar definitiv mehr als bei Menschen, die zwar wissen, dass Zucker sicher nicht zu den gesündesten Lebensmitteln zählt, aber ihn auch nicht verteufeln.

Ich will damit nicht sagen, dass wir uns einfach nur vorzumachen brauchen, dass Zucker gar nicht so schädlich ist und vielleicht sogar gesund, denn das würde nicht funktionieren, weil sich sowohl unser Verstand als auch unser Unbewusstes so einfach nicht austricksen lassen. Sondern ich möchte dazu aufrufen, eine erweiternde Sichtweise zu entwickeln.

Denn sobald wir eingesehen haben, dass Zucker uns nicht gut tut, es aber trotzdem nicht schaffen von ihm loszukommen, schaden wir uns dank des Placebo-Effekts deutlich mehr mit unserem Zuckerkonsum als vor der Zeit des Wissens um seine Schädlichkeit. Ein Zurück gibt es leider nicht:) Daher müssen wir nach vorne gehen und eine Sichtweise entwickeln, bei der die Kraft des Placebo-Effekts in unserem Sinne tätig wird.

Entscheide Dich, was Du glaubst, denn es könnte wahr werden

Glücklicherweise haben wir es selbst in der Hand neue Ansichten zu gewinnen. Und zwar ganz einfach, indem wir erkennen, dass unsere bisherige Sichtweise nicht unbedingt sinnvoll ist und wir uns eine sinnvollere überlegen. In unserem Fall könnte die neue ergänzende Sichtweise zum Beispiel lauten:

„Auch, wenn Zucker sicher nicht gerade zuträglich für mich ist, so vertraue ich fest darauf, dass ich rechtzeitig von ihm loskomme (bzw. den Konsum auf ein erträgliches Maß reduziere) bevor bleibende Schäden entstehen.“

Das ist ein Satz, der mir persönlich im Falle eines Rückfalles immer sehr geholfen hat. Ich habe auch den Eindruck, dass auch Verstand als auch Unbewusstes ihn akzeptieren können, so dass es hier nicht zu entgegengesetzten Kräften. Es gibt sicherlich noch ähnlich oder auch ganz andere Formulierungen, die für unsere neue Sichtweise geeignet wären, dieser soll einfach als Inspiration für den eigenen passenden Satz dienen.

Parallel dazu hilft es an dem Glaubenssatz Nummer 2, kulinarische Hochgenüsse seien nur mit Zucker möglich, zu arbeiten, indem wir uns auf die Suche nach geschmacklich gleichwertigen, aber in unserer Vorstellung gesünderen Alternative machen. Denn erlebte Erfahrungen führen am schnellsten zu neuen Überzeugungen.

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