Neurotyping als Schlüssel zur individuellen Trainings- und Ernährungsplanung und vielen anderen Bereichen

Was ist Neuro-Typing? Seit ungefähr zwei Jahren arbeite ich in meinen Coachings mit dem Neurotyping-System von Christian Thibaudeau und meine Begeisterung wächst mit jedem neuen Klienten!

Früher hatte ich immer wieder mal das Gefühl, „im Trüben zu fischen“. Oft war ein Trainings- oder Ernährungsansatz für einige Leute absolut stimmig und zielführend, für andere wiederum nicht. Ich hatte keine Ahnung davon, dass manche Reize und Stimuli für einige Menschen sehr gut funktionieren und andere regelrecht überfordern. Auf solche unterschiedlichen Reaktionen konnte ich mir keinen Reim machen, bis ich bei Christian Thibaudeau auf dem Neurotypingseminar war.

Hier erfuhr ich, dass nicht jeder gleich auf dieselben Reize reagiert. Seitdem ich mit dem Neurotypingsystem arbeite, werde ich immer wieder gefragt, was das Besondere daran ist, ob es sich hier um ein neues Trainingssystem oder eine neue Ernährungsform handelt. Deshalb will ich in diesem Artikel erläutern, was das Neurotypingsystem genau ist und was man damit machen kann.

Was ist Neurotyping?

Beim Neurotyping handelt sich dabei um ein relativ neues westliches Konstitutionstypenmodell, das fünf verschiedene Konstitutionstypen, in dem Fall fünf unterschiedliche Neurotransmitter-Profile unterscheidet. Ähnlich, wie bei den ayurvedischen Konstitutionstypen und den fünf Elemente-Typen der chinesischen Medizin geht man auch hier davon aus, dass nicht jeder Mensch gleich „funktioniert“.

Die fünf Neurotypen reagieren jeweils unterschiedlich auf Trainingsreize und Ernährungsansätze. Was dem einen nutzt, kann einem anderen sogar schaden. Die richtige Auswahl an gezielten Belastungsreizen ist der Schlüssel für progressive Entwicklung. Auch die typgerechte Auswahl an Übungen, Trainingssystemen, Nahrungsmitteln und Ernährungsprogrammen lässt sich damit relativ zielsicher treffen.

Die fünf Neurotypen unterscheiden sich in ihrer Neurochemie und wie sie auf Reize und Impulse reagieren. Was für den einen förderlich ist, kann einen anderen unter- oder überfordern. Durch die Ermittlung des persönlichen Neurotransmitterprofils lassen sich die Rahmenbedingungen für ein Training oder eine Ernährungsweise optimal an die spezifischen Bedürfnisse anpassen.

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Entdeckt wurden diese Zusammenhänge von dem amerikanischen Psychiater Dr. Cloninger, der in seiner Arbeit mit Suchtpatienten und Gewaltverbrechern Überschneidungen in der Sensitivität und Menge verschiedener Neurotransmitter im Gehirn entdeckte. Dabei spielen die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Acetylcholin, GABA und Serotonin die wichtigste Rolle.

Bei den fünf Typen liegen hier Unterschiede vor, wie stark das Gehirn auf die Ausschüttung der einzelnen Neurotransmitter reagiert bzw. wie viel oder wenig davon jeweils vorhanden ist.

Das wirkt sich auf die Persönlichkeitsentwicklung, den Charakter, Vorlieben, Abneigungen, Stärken, Schwächen und daraus resultierende Gewohnheiten aus.

Der kanadische Trainingswissenschaftler und Strengthcoach Christian Thibaudeau hat, basierend auf Dr. Cloningers Arbeiten, ein leicht verständliches und praktisch anwendbares System geschaffen, mithilfe dessen man im eigenen Training und in der Trainingsplanerstellung und dem Coaching von Sportlern effiziente Anpassungen vornehmen kann.

Trainingsparameter wie Intensität, Volumen, Frequenz, Anstrengungs- und Erschöpfungsgrad, Abwechslung und Periodisierung, Übungsauswahl, Trainingssplit usw. lassen sich damit Neurotyp spezifisch modulieren. Das schafft die Voraussetzung dafür, dass das Training von Anfang an in „die richtige Richtung“ läuft. Anstatt „im Trüben zu fischen“ und hier und da mal einen Glückstreffer zu landen, kann man damit von Anfang an bestimmte Dinge forcieren und andere vermeiden.

„Verallgemeinerungen“ in der Trainings- und Ernährungsplanung gehören damit der Vergangenheit an. Für mich jedenfalls. Die Feedbacks meiner Klienten sprechen eine deutliche Sprache und faszinieren und begeistern mich immer mehr. Als skeptischer Mensch brauche ich Resultate, einfach nur zu glauben, dass etwas funktioniert, ist mir nicht (mehr) möglich. Die Resultate, die sich, seitdem ich damit arbeite, zeigen, übertreffen meine anfänglichen Hoffnungen bei Weitem!

Ist das Neurotyping-System ein neue „geheimes“ Trainingssystem?

Das Neurotyping selbst ist kein Trainingssystem, kein Trainingsplan und auch kein Ernährungsmodell. Es ermöglicht einfach nur eine optimale Auswahl an bereits existierenden Trainingsformen und Ernährungsrichtlinien, die den Bedürfnissen und neurologisch-hormonellen Gegebenheiten der jeweiligen Neurotransmittertypen gerecht wird.

Beispiele: Neurotyp 1A verfügt z. B. über wenig Ausdauer, hat dafür aber von Natur aus relativ viel Muskelkraft. Solche Menschen brauchen eine hohe Trainingsintensität (beim Krafttraining ab 90 % der Maximalkraft), verkraften aber nur wenig Volumen. Zu lange Trainingseinheiten mit vielen Übungen, Sätzen und hohen Wiederholungszahlen pro Satz würden hier schnell in ein Übertraining führen.

Am anderen Ende der Bandbreite befindet sich Neurotyp 3, bei dem alles im Prinzip umgekehrt ist: Typ 3 ist der geborene Ausdauersportler, verträgt aber keine intensiven Trainingsreize. Schwere Gewichte, Sprints und schnellkräftige explosive Trainingsformen würden hier zur Überreizung und damit schnell zur Erschöpfung führen.

Jedes Profil zeichnet sich durch verschiedene Kapazitäten und Rahmenbedingungen aus, und wenn man hier die Trainingsparameter falsch einstellt, führt das schnell zu Frustration, Motivationsverlust, Übertraining und erhöhter Verletzungsgefahr!

Das gilt auch für die Ernährung: Typ 1A kommt z. B. sehr gut mit langen Fastenintervallen, Low Carb Ernährung, ketogener Ernährung und viel Protein und Fett zurecht. Typ 3 hingegen braucht regelmäßig Kohlenhydrate, verträgt Fette weniger gut und zu langes Fasten kann regelrechten Stress auslösen. Hier wäre eine Low Carb Ernährung oder eine ketogene Diät fehl am Platz.

Das Neurotypingsystem ermöglicht also eine zielgerichtete typspezifische Trainings- und Ernährungsplanung, so dass man auch ohne Doping und „falsche Disziplin“ herausragende Ergebnisse erzielen kann. Indem man jedem Typ genau die Reize gibt, die zur optimalen Neurotransmitterstimulation führen und im Gegenzug dazu die Dinge vermeidet, die zur Überreizung oder Unterforderung führen, lässt sich das natürliche Potenzial schnell und sicher erschließen.

Die grundlegenden Informationen eignen sich jedoch nicht nur zur Auswahl der richtigen Ernährungsweise und der optimalen Trainingsreize, sondern auch für „allgemeine Lebensfragen“. Nicht jeder Beruf passt zu jedem und manch einer rutscht in eine Position, die entweder übermäßig Stress auslöst bzw. zur „Überforderung durch Unterforderung“ führen kann.

Wäre ich für Stellenbesetzungen in einem Unternehmen zuständig, würde ich eine Vorabauswahl an Bewerberprofilen für verschiedene Positionen treffen. Ein Neurotyp 1A braucht „freie Hand“ und will selbst aktiv Entscheidungen treffen, wohingegen ein Typ 3 es bevorzugt, wenn andere die Entscheidungen treffen und seine Position klar strukturiert ist. Typ 1A ist prädestiniert für Führungspositionen, liebt das Risiko, den Wettbewerb, den Nervenkitzel und die Spannung. Typ 3 hingegen wird dadurch eher gestresst und überfordert.

Typ 2 ist der perfekte Teamplayer, hat von Natur aus ein hohes empathisches Potenzial und kann sehr gut die Bedürfnisse anderer Menschen erkennen. Deshalb ist Typ 2 der perfekte Zuhörer, Therapeut, Coach, Trainer, Teamplayer und Teamleiter.

Wenn wir wissen, was wir brauchen, um uns zu entfalten und um unser naturgegebenes Potenzial voll zu nutzen und bewusst die Dinge vermeiden, die uns behindern bzw. sogar schädigen, können wir uns selbst besser verstehen und anfangen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das Neurotyping ist ein Schlüssel, um sich selbst und seinen Mitmenschen mehr Verständnis entgegen bringen zu können und den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend zu entscheiden. Wenn ich weiß, welches Profil ein Athlet hat, kann ich Training und Ernährung „maßgeschneidert“ anpassen. Dadurch wird die Regeneration und die Anpassung an Trainingsreize optimiert und die Gefahr der Über- oder Unterforderung und genereller Erschöpfung, bis hin zum Burnout lässt sich maximal eingrenzen.

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Sind alle Menschen vom selben Neurotyp identisch?

Jedes Neurotransmitterprofil charakterisiert sich durch bestimmte Neigungen, Persönlichkeitsstrukturen, Vorlieben und Abneigungen. Wie jemand auf Stress reagiert bzw. was jemand als Stress empfindet ist z. B. auch typspezifisch. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Menschen vom selben Typ exakt identisch sind. Jedes Profil wird von einem Hauptneurotransmitter „dominiert“, was soviel bedeutet, dass die Sensitivität und das Vorhandensein dieses Neurotransmitters die Aktionen und Reaktionen am stärksten beeinflusst.

Typ 1 reagiert überdurchschnittlich sensitiv und stark auf den Neurotransmitter Dopamin (= „dopamindominant“), weshalb sich solche Menschen von Aktivitäten und Verhaltensweisen angezogen fühlen, die eine Dopaminausschüttung bewirken, was ein Gefühl von Erfolg, Stärke, Selbstbewusstsein, Motivation und Begeisterung hervorruft.

Typ 2 wird von der Sensitivität auf den Neurotransmitter Noradrenalin dominiert, der ebenfalls ein Gefühl von Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Stärke und Motivation erzeugt. Beide Typen werden von aktivierenden anregenden Neurotransmittern angetrieben, weshalb sie ständig auf der Suche nach Situationen und Reizen sind, die das ersehnte Gefühl ermöglichen.

Typ 3 hingegen wird durch einen dauerhaften Mangel an Serotonin, einem beruhigenden Neurotransmitter charakterisiert. Das führt dazu, dass solche Menschen ein verstärktes Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit entwickeln.

Die Kategorien 1 und 2 unterteilen sich jeweils nochmal in zwei unterschiedliche Bereiche, die durch den Gehalt an Acetylcholin, Serotonin und GABA beeinflusst werden.

Da nie bei allen Menschen desselben Typs alle Parameter gleichermaßen ausgeprägt sind, kommt es zu individuellen Unterschieden. So kann jemand vom Typ 1A völlig unterschiedliche Vorlieben entwickeln, wie ein anderer Typ 1A. Beide sind dopamindominant, nutzen jedoch evtl. völlig verschiedene Wege der Dopaminstimulation. Wie sich der jeweilige Charakter ausbildet, hängt von der Verteilung und Sensitivität der übrigen Neurotransmitter ab.

Hinzu kommt, dass bei jedem auch Prägung, Erziehung, genetisch bedingte Anlagen und Dispositionen, Verhaltensweisen und Gewohnheiten, aber auch Unterschiede im Hormonsystem usw. zu individuellen Ausprägungen der Persönlichkeitsstrukturen, der Regenerationskapazität und des Stoffwechsels führen.

Überschneidend sind dann hingegen meist ganz „typische“ Verhaltensweisen, wie dass 1A Herausforderungen, Action und Risiko sucht und anstrebt, während ein Typ 2B oder 3 mehr Wert auf Sicherheit legt.

„Erkenne Dich selbst“

So lautet die Aufforderung verschiedener Mysterienschulen und spiritueller Entwicklungspraktiken. Die Selbsterkenntnis ermöglicht es uns, im Einklang mit unseren Bedürfnissen, Stärken, Schwächen, Vorlieben und Abneigungen zu agieren. Nicht alles funktioniert für jeden und das gilt im Prinzip für alle Lebensbereiche.

Wenn mir bewusst wird, wie meine „Neurochemie“ funktioniert und welche Reize und Situationen mich bestärken und was mich blockiert oder hemmt, kann ich dies respektieren und mein Verhalten entsprechend optimieren.

Durch das Erkennen des persönlichen Neurotransmitter-Profils kann ich Dinge im Leben anstreben und forcieren, die mich stärken und immer mehr in meine Mitte bringen. Gleichzeitig kann ich Dinge vermeiden, die mich überreizen oder unterfordern. Auch eigene Verhaltenmuster und Eigenarten lassen sich dadurch besser nachvollziehen und verstehen.

Neurotyping: es gibt verschiedene Neurotypen

„Wut“ ist meine Grundemotion und innere Natur!

Ich bin seit meiner Kindheit ein impulsiver und oft auch „wütender“ Mensch. Die Emotion „Wut“ ist sozusagen meine innere Natur. Ich bin jemand, der von jetzt auf gleich explodieren kann und sich danach genauso schnell wieder beruhigt.

Als Kind war ich meinen Wutausbrüchen regelrecht ausgeliefert. Ich war derjenige, der beim Spielenachmittag im Kreis der Familie beim „Mensch ärgere Dich nicht“ vor lauter Wut das Spielbrett durch Wohnzimmer feuerte! Ich war ein schlechter Verlierer, mein Umfeld hatte es nicht leicht.

Wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle, dann reagiere ich auch heute noch schnell wütend auf mich selbst, auf mein Umfeld oder auf die ganze Welt. Andere Typen reagieren in solchen Situationen eher mit Traurigkeit, Angst oder Ignoranz.

Seit meiner Jugend suche ich nach Wegen, um meine Wut zu zügeln, mich spirituell zu einem besseren Menschen weiterzuentwickeln. Ich habe viel ausprobiert: Meditation, Glaubenssätze, mich in Gelassenheit üben usw. Das meiste davon hat mich eher noch wütender gemacht!

Als ich bei Christian Thibaudeau auf dem Neurotypingseminar war, hielt ein Freund von ihm, der unter anderem auch Experte für chinesische Medizin ist, einen Vortrag über typische Verhaltensweisen der einzelnen Neurotypen. Er erläuterte anhand seines eigenen Profils, wie sich bei starkem Stress auch die emotionale Verfassung ändert.

Dazu erzählte er, dass seine Grundemotion Wut sei und dass dies bei einem Neurotyp 1B ganz normal, ja ein Zeichen von guter Gesundheit und innerer Balance, sei. Wenn er unter starken Stress gerät, dann wechselt die emotionale Grundlage von wütend zu ängstlich und dann zu weinerlich.

Bingo! Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Ich habe mich selbst erkannt und eine tonnenschwere Last wurde von mir genommen! Bis dahin war ich mir nicht sicher, ob ich eher Neurotyp 2A oder 1B bin.

Wut ist also nichts schlechtes, vor allem, wenn es sich nicht um zerstörerische destruktive Wut handelt. Wut ist typisch für 1B, sie ist die treibende Kraft, die jede Menge Durchsetzungsvermögen, Kreativität und Motivation, Dinge zu ändern und Ziele zu erreichen ermöglicht. Wie lange hatte ich versucht, meine Wut zu bekämpfen und auszumerzen. Nun weiß ich, dass dies einfach nur meiner Natur entspricht und dass es daran nichts zu optimieren gibt.

Jeder Typ ist anders

Menschen vom Neurotyp 2A lieben eine gewisse Leichtigkeit und spielerische Abwechslung. Sobald festgefahrene Routinen und Erwartungsdruck entstehen, reagieren sie eher mit Unsicherheit, Ohnmacht, Entscheidungsunfähigkeit und Angst, anstelle von Wut. Auch unerwartete Planänderungen können bei Typ 2A Beunruhigung und ein Gefühl von Ohnmacht und Orientierungslosigkeit auslösen. Schnell kann daraus Hoffnungslosigkeit, Resignation und Traurigkeit entstehen.

Für Typ 2A spielt auch das, was andere Menschen von ihnen denken und erwarten, eine große Rolle und Disharmonie kann zu überdurchschnittlichem Stress führen. Sie sind bestrebt, dass alle Beteiligten zufrieden sind. Wenn sie sich für eine Sache begeistern, dann brennen sie förmlich dafür und können extrem produktiv sein. Die Begeisterung kann sich jedoch genauso schnell wieder verflüchtigen und dann verliert 2A jegliches Interesse und die Motivation. Der Drang nach Abwechselung und neuen Begeisterungen ist bei ihnen eine treibende Kraft.

Eine Klientin, die sich nach einem Gespräch als Typ 2A herausstellte, leidet genau darunter seit ihrer Kindheit. Oft musste sie sich „Vorwürfe“ anhören, dass sie „nichts durchhalte“, nichts zu Ende bringe, sich nie lange auf eine Sache konzentrieren könne und zu „sprunghaft“ sei. In ihren Bemühungen, es den anderen recht zu machen, sich durchzubeißen und mit viel Disziplin am Ball zu bleiben, hat sie sich oft erschöpft und frustriert.

Auch für sie war die Selbsterkenntnis, dass das Bedürfnis nach Abwechselung und spielerischem statt ernstem Vorgehen ihrem Typ entspricht, also ganz normal, ja richtig und gesund ist. Diese Erkenntnis bewirkte sofort eine enorme Entlastung. Sie hat sich ihr Leben lang dafür geschämt, dass sie so „sprunghaft“ ist, ihr schnell langweilig wird und sie dann die Begeisterung verliert. Mit dieser Selbsterkenntnis kann sie sich selbst annehmen, wie sie ist und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Seitdem erlebt sie eine Leistungs- und Produktivitätssteigerung, wenn sie regelmäßig Dinge in ihrem Leben verändert und zwischen mehreren Projekt spielerisch hin- und herwechselt.

Zu viel Strenge und Ernsthaftigkeit führt bei 2A zu einem Verlust an Freiheitsgefühl und Lebensfreude, das Leben kann dann schnell aufhören, Spaß zu machen. Die kindliche und spielerische Begeisterung für viele Dinge gleichzeitig ist ein grundlegendes Lebenselixier von Neurotyp 2A. Abwechslung und Variation sind für ihn das „Salz in der Suppe“ und das „Tüpfelchen auf dem i“! Durch anerzogene Disziplin und falsches Durchhaltevermögen geht die spielerische Leichtigkeit verloren und diese ist für 2A der Schlüssel zum innewohnenden Potenzial.

Solche Beispiele habe ich, seitdem ich mit dem Neurotypingsystem arbeite, sehr oft, ja im Prinzip bei nahezu allen Klienten erlebt. Die Gesellschaft setzt bestimmte „Normen“, wie man zu sein hat und wie man Aufgaben zu erledigen hat und wie man funktionieren soll. Oft entsprechen diese „normalen“ Vorgehensweisen und Strategien nicht dem persönlichen Profil und wenn man dann versucht, dieser Norm gerecht zu werden, kann das ganz schön frustrierend werden. Indem man jedoch erkennt, wie die eigene Natur „funktioniert“ und wie man den eigenen Bedürfnissen gerecht wird, kann man sein volles Potenzial erschließen.

Jeder Mensch kann ein glückliches und erfülltes Leben führen, erfolgreich im Job und im Sport sein und eine Bereicherung für seine Mitmenschen sein, wenn er entsprechend der eigenen Natur lebt. Und dazu ist Selbsterkenntnis die Grundlage, gefolgt von Selbstannahme und Akzeptanz der eigenen Bedürfnisse, Stärken und Schwächen. Daraus kann dann echtes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Qualitäten erwachsen.

Für mich persönlich ist das Neurotypingsystem der effektivste Ansatz zu Selbsterkenntnis und Selbstannahme, der mir bislang begegnete. Die „Aha-Erlebnisse“ und Einsichten, die ich bei meinen Klienten im Coaching erleben darf, bestätigen das jedes Mal auf Neue. Anstatt gegen sich selbst anzukämpfen und sich das Leben unnötig schwer zu machen, lassen sich die Weichen so stellen, dass man voller Kraft, Selbstvertrauen und Freude handelt.

Wie sagte einer meiner Lehrer mal: „Dann fängt das Leben erst an, Spaß zu machen“!

Wir westlich zivilisierten Menschen scheinen regelrecht darauf getrimmt zu sein, unsere innerste Natur zu bekämpfen. Wir betreiben „Persönlichkeitsentwicklung“ und „Selbstoptimierung“, wo es nur geht und versuchen, uns so zu erziehen, dass wir irgendeiner „gesellschaftlichen Norm“ entsprechen. Dabei sind wir alle so unterschiedlich und einzigartig und bei den meisten Bestrebungen „richtig zu sein“ kommt nur Unzufriedenheit und Frustration raus.

Wie sieht das bei Dir aus? Bist Du bereit, Deine Einzigartigkeit und Deine wahre Natur zu erkennen und zu leben und Dich auf die spannende Reise zum besten Leben überhaupt zu machen? Oder versuchst Du, Dich dem Mittelmaß irgendwelcher „Normen“ unterzuordnen? Deine Meinung interessiert mich wirklich und ich freue mich über Deinen Kommentar!

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