Über neu gewonnene Klarheit, nicht voll ausgeschöpftes Potenzial, ein transformierendes Seminar und zweieinhalb Monate im Wohnmobil

Am 15. Juni diesen Jahres haben wir kurz nach unserer Hochzeitsfeier das Saarland verlassen. Unsere Hochzeitsfeier war im Prinzip auch unsere Abschiedsfeier vom Saarland und allem, was damit zu tun hat. Nachdem wir 2009 auf die schöne Insel La Palma gezogen sind, hätte ich nicht gedacht, dass das Saarland mich nochmal wieder sieht. Denkste!

Ich war schon fertig mit dem alten Leben, als uns im Frühjahr 2017 eine Nachricht erreichte, die unsere Präsenz im Saarland erforderte. Dass wir dort über ein Jahr „festsitzen“, hätte ich ebenfalls nicht vermutet. Manchmal kommt es eben anders als man denkt!

Wir suchen eine neue Bleibe

Mitte Juni 2018 haben wir also unser Wohnmobil gepackt und sind losgefahren, mit der Absicht ein neues Zuhause zu finden. Denn dauerhaft zurück nach La Palma kommt erst einmal nicht in Frage, dauerhaft Saarland geht auch nicht.

Die erste Station unserer Reise war Oberbayern. Dort hatten wir uns zu einem Seminar angemeldet. Es war ein kompaktes Intensivseminar, sieben Tage in Folge, 10 – 12 Stunden pro Tag und zwei Nachtsessions. Es war kurzum eine der intensivsten und transformierendsten Erfahrungen, die wir je gemacht haben.

Dieses Seminar ist einen eigenen Artikel wert, den ich vielleicht auch noch schreiben werde. Dabei ging es um Transformationsprozesse, um Klarheit und Entscheidungsfähigkeit, um Beruf und Berufung, Lebensaufgaben und vieles, vieles mehr. Wir erhofften uns, dass wir dadurch die Klarheit bekommen, wie und wo unser Leben weitergehen soll.

Element Holz und das Lebensthema „Wachstum“

Auf dem Seminar wurde unter anderem für mich persönlich klar, dass ich im chinesischen Elementesystem das Element Holz bin. Holz hat „Wachstum“ als übergeordnetes Lebensthema bzw. Lebensprinzip. Klingt logisch, ein Baum tut nichts anderes als wachsen!

Für Menschen des Holzelement-Typs bedeutet dies, dass lebenslange Wachstumsprozesse wichtig sind, wenn sie gesund und vital bleiben und ihr volles Potenzial entfalten wollen. Wenn Element Holz aufhört zu wachsen, also aufhört sich immer weiter zu entfalten im Leben, dann kommt es zu Stagnation und Krankheit. Holz-Typen laufen dann Gefahr im wahrsten Sinn des Wortes zu „verhölzern“.

Man verhölzert und wird steif, sowohl innerlich im Denken und Fühlen, als auch äußerlich im Körper. Es kann zu emotionaler Erstarrung und zu Problemen mit dem Bewegungsapparat, speziell mit der Wirbelsäule kommen. Neben dem „Verholzen“ kann auch ein „entartetes“ und unkontrolliertes Wachstum, wie bei Krebszellen eine Folge von Wachstumsstillstand sein. Speziell die Brustwirbelsäule und dort auftauchende Beschwerden können ein sicherer Indikator dafür sein, dass natürliche Wachstums- und Entwicklungsprozesse stagnieren.

Ich habe seit ungefähr zwei Jahren immer mal wieder Probleme mit der Brustwirbelsäule! In diesem Bereich hatte ich zuvor nie Probleme! Seit genau zwei Jahren taucht auch immer wieder eine leise Ahnung auf, dass sich irgendetwas ändern muss. Gewaltig ändern. Das letzte Jahr auf La Palma glich einem „Abwarten“ und eine subtile Ungeduld und Unruhe stellten sich ein.

Wir hatten uns eine tolle Komfortzone eingerichtet: Wir hatten ein Haus mitten im Wald, ohne Nachbarn mit fantastischer Aussicht. Wir lebten praktisch mitten im Wanderparadies der grünen Insel. Unser Verlag entwickelte sich sehr gut und unsere Bücher und digitalen Produkte generierten unseren Lebensunterhalt. Wir brauchten unseren tollen Platz nur selten zu verlassen, von zu Hause aus arbeiten, zu Hause trainieren und ab und zu mal liebe Gäste empfangen. Herrlich!

jplenio / Pixabay

Ich werde unruhig, wenn es nicht weiter geht

Schon als Kind und in meiner Jugend hatte ich wenig Geduld und keine Ruhe. Ich hatte schon immer den inneren Drang, regelmäßig Dinge verändern zu müssen, aus gewohnten Situationen raus zu gehen und neue Erfahrungen zu machen. Selbst wenn alles toll war, ich bekam immer wieder den starken Sog „weiter zu müssen“.

Gewohnheiten und Routinen beginnen schnell, mich zu nerven und ich habe stets die Erfahrung gemacht, dass es nicht besser, sondern eher schlechter wird, wenn dann keine Veränderung stattfindet. Jetzt weiß ich, dass dies mit dem Lebensthema „Wachstum“ des Holzelements zu tun hat. Ich muss ständig aus alten Strukturen herauswachsen, selbst wenn alles scheinbar perfekt ist.

Vor zwei Jahren begannen meine Probleme im Bereich der Brustwirbelsäule und ich dachte, das käme von den vielen Stunden, die ich sitzend vor dem PC verbringe. Nun, das mag der „äußere Grund“ gewesen sein, aber seit dem Kriegerseminar bin ich mir sicher, dass mein Körper mich dezent darauf hinweisen will, dass ich endlich „meinen Hintern in Bewegung setze“.

Es war an der Zeit, endlich die Komfortzone La Palma zu verlassen. La Palma ist toll, mitunter der beste Platz, auf dem ich bisher gelebt habe. Aber nach acht Jahren, spätestens dann, wird klar, dass es auch recht begrenzt ist. Wir fühlten dort zu dieser Zeit keine Möglichkeit, uns weiter zu entfalten. Das Wachstumspotenzial schien auf diesem „Felsen im Atlantik“ zu jener Zeit ausgeschöpft.

Wachstum, Entwicklung, Lebensaufgaben, Erfüllung, Beruf und Berufung

Wir haben auf dem Kriegerseminar auch zu den Themen „Beruf und Berufung“ und „Lebensthemen und Lebensaufgaben“ einige Übungen gemacht, die bei mir zu neuen Erkenntnissen und „Aha-Erlebnissen“ führten. Mir wurde einerseits klar, dass ich mit meiner Autoren- und Coachingtätigkeit zwar schon ganz richtig bin, was persönliche Entwicklung und Erfüllung, wie auch Beruf und Berufung anbelangt. Aber gleichzeitig erkannte ich auch, dass ich damit nur 30 % meiner vorhandenen Kapazität nutze. Es liegen also 70 % dauerhaft brach!

Typisch für Menschen vom Element Holz ist, dass es zu Stagnation und Wachstumsverzögerungen kommen kann, wenn sie ihre vorhandene Kapazität und ihr volles Potenzial nicht nutzen. „Use it or loose it“, wie es so schön heißt. Holztypen brauchen nicht nur Wachstum, sondern auch „Multy Tasking“, müssen also immer mehrere Eisen im Feuer haben. Mich nur auf ein Projekt zu konzentrieren, wird mit der Zeit langweilig und eintönig, dann schwindet meine Motivation und Lebensfreude! Ein Baum wächst ja auch mit vielen Zweigen nach oben, Laubbäume jedenfalls.

Ich nutze also nur ein Drittel meiner zur Verfügung stehenden Kapazität und meines vorhandenen Potenzials. Holztypen müssen sich ständig neue Herausforderungen suchen und diese erfolgreich bewältigen, um dauerhaft zu wachsen. Holz-Typen müssen sich in mehrere Richtungen gleichzeitig entfalten, sonst kommt es zur Stagnation und Verhölzerung. Neben Schreiben und Coaching muss ich meine Energie noch anderweitig einfließen lassen. Immerhin nutze ich 70 % nicht! Das ist eine ganze Menge!

Was muss ich tun, um nicht zu verhölzern?

Die Lösung für meine Stagnation, bzw. in welche Richtung sich weiteres Wachstum und brachliegende Multytaskingkapazitäten entwickeln könnten, wurde mir direkt im Anschluss an das Seminar klar. Es fiel mir sozusagen, wie „Schuppen von den Augen“ und folgender innerer Dialog stellte sich ein:

„Du hast so viele Informationen angesammelt, seit fast 30 Jahren bist Du unermüdlich am Forschen und Experimentieren, das alles muss raus! Du musst das alles unter die Leute bringen, das zurückzuhalten wäre total falsch!“, so meine innere Stimme, der ich entgegnete: „Aber ich schreibe doch über all das, was mich begeistert und halte nichts zurück!“, worauf folgende Antwort kam: „Das Schreiben ist auch gut und richtig, aber allein das reicht nicht aus. Du musst wieder vor die Leute, ob Du willst oder nicht. Du solltest wieder Seminare geben und Workshops veranstalten! Das hast Du doch früher auch getan und es hat Dich definitiv weitergebracht.“

Das stimmte, die Arbeit mit Gruppen hat mir immer viel gegeben. Ich fühle mich manchmal, wie ein Hochdruckkessel, der voll ist von Informationen, die ich gesammelt und Erfahrungen, die ich gemacht habe. Und all das muss irgendwo hin, es muss kanalisiert werden.

Ich habe vor zehn Jahren aufgehört Seminare zu geben, da ich das Gefühl hatte, damit nicht genug Menschen zu erreichen und das hat mich auf Dauer nicht befriedigt. Das Schreiben von Selbsthilferatgebern und die Präsenz im Internet schienen mir dazu effektiver. Aber auch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Das deckt bei mir nur rund 30 % meiner Kapazität ab.

Mir wurde klar, ich soll beides machen: Schreiben und wieder direkt mit Menschen in Kontakt treten. Die Einsamkeit im Naturschutzgebiet von La Palma war gut, um überhaupt erst ins Schreiben zu kommen. Wir haben den völligen Rückzug gebraucht, um uns frei von äußeren Ablenkungen ganz dem Schreiben und dem Aufbau der Website und des Verlages zu widmen.

Vor zwei Jahren war dieser Prozess mehr oder weniger abgeschlossen und ab da bekam ich die Rückenprobleme in der BWS. Auch damals kam mir kurz spontan die Idee, ich würde gerne wieder mit Menschen arbeiten, im direkten Kontakt, nicht nur online und über Skype. Ich habe dem jedoch kein Gehör geschenkt und das Kriegerseminar hat alles zusammen auf den Punkt gebracht!

Wie geht es jetzt genau weiter?

Ich habe bereits mit einigen Seminarhotels und Veranstaltern Kontakt aufgenommen und sofort „grünes Licht“ bekommen. Ich hatte nicht gerechnet, dass es so leicht geht und so deutlich wird! Die ersten Seminartermine stehen schon so gut wie fest und hoffentlich bereits im Oktober diesen Jahres gibt es je ein Seminar in Berlin und eins in Bayern. Weitere Termine kommen hinzu und alles werden wir nochmal im Detail auf unserer Seite bzw. im Newsletter bekanntgeben.

Das Erstaunliche ist, dass es direkt zu deutlich wahrnehmbaren positiven Veränderungen in der Brustwirbelsäule kam, als ich die erste Zusage von einem Seminarhotel für Oktober bekam.

Jetzt brauchen wir nur noch ein Zuhause, da hat sich bislang leider noch nichts ergeben. Wir waren in Österreich und Bayern unterwegs, sind bis Görlitz an die polnische Grenze gefahren, waren im Teutoburger Wald, in Thüringen und Nordhessen, was momentan unser Favorit ist. Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es weiter geht und ab jetzt kommen auch wieder regelmäßige Artikel zu inspirierenden Themen, wie gewohnt.

Ich sitze gerade im Wohnmobil, es ist Montagmorgen, regnet zwar noch, aber das ist nicht so schlimm. Nach zweieinhalb Monaten Dauercamping sind wir gut adaptiert und können aus jedem Wetter das Beste machen. In diesem Fall ging ich der spontanen Idee nach, diesen Artikel zu schreiben und bin froh, dass ich damit wieder „den Stein ins Rollen“ gebracht habe. Die Schreibpause ist hiermit zu Ende!

P.S.: Wenn jemand ein nettes Häuschen für uns weiß, wir freuen uns über jeden Hinweis. Wichtiger als Komfort im Inneren oder viel Platz drinnen, ist für uns eine ruhige Lage inmitten schöner Natur mit der Möglichkeit zu langen, ungestörten Spaziergängen und Wanderungen – bevorzugt im Großraum Mitte Deutschlands. Eine gute Internetverbindung sollte möglich und unsere drei Hunde willkommen sein.

zuletzt aktualisiert am