Autophagie als Schlüssel für zelluläre Verjüngung und als wissenschaftlicher Beweis für die Wirksamkeit von intermittierendem Fasten

Dem japanischen Zellforscher und Molekularbiologen Yoshinori Ohsumi wurde 2016 der Nobelpreis für Medizin verliehen. Er hat den Beweis erbracht, dass Fasten auf zellulärer und organischer Ebene gesundheitsfördernd, heilend und verjüngend wirkt!

Autophagie als Motor der zellulären Verjüngung

Der 71-jährige Wissenschaftler forscht seit 27 Jahren im Bereich der zellulären Regeneration. Jetzt hat er endlich entschlüsselt, wie sich unsere Zellen selbst reinigen und verjüngen.

Die sogenannte „Autophagie“ ist eine Art biologisches Recyclingprogramm unserer Zellen. Es hat die Aufgabe, die Zellen zu reinigen, was immer wieder zur Verjüngung und Regeneration des gesamten Körpers führt. Autophagie ist sozusagen die Müllentsorgung und Selbstreinigung des gesamten Körpers auf zellulärer Ebene. Der Körper entledigt sich dadurch von Stoffwechselabbauprodukten, Toxinen, kaputten Zellbestandteilen, Proteinablagerungen usw.

Man könnte Autophagie mit „Selbstverdauung“ übersetzen, was soviel bedeutet, dass der Körper Zellmüll und Ablagerungen auflöst und regelrecht verdaut. Zuständig dafür sind bestimmte Zellorganellen („Organe der Zellen“), die sogenannten „Lysosome“. Diese können mit Hilfe bestimmter Enzyme intrazelluläre Ablagerungen und beschädigte Zellstrukturen auflösen.

Dadurch werden schädliche Stoffe abtransportiert und ausgeschieden und noch brauchbare Stoffe wieder verwertet. Unser Körper verfügt somit über ein „internes Recyclingprogramm“, mit dessen Hilfe er nützliche Substanzen wie Aminosäuren wieder verwertbar machen kann.

Autophagie ist Teil des Immunsystems

Durch den Prozess der Autophagie löst der Körper interne Abbauprodukte auf und macht deren „Einzelteile“ wieder für den Aufbau neuer Zellen nutzbar. Zugleich löst die Autophagie aber auch Eindringlinge und Krankheitserreger Viren und Bakterien auf. Somit dient die Autophagie auch der Immunabwehr und dem Schutz vor pathogenen Erregern.

Dies wirkt gleich auf zweierlei Wegen: Einmal säubern die Autophagieprozesse unser zelluläres Milieu und entziehen den Erregern damit den Nährboden. Es ist bekannt, dass sich Krankheitserreger leichter ansiedeln und ausbreiten können, wenn der Körper „verschlackt“ ist, wenn Ablagerungen von Eiweißen und Kohlenhydraten die Mikrozirkulation behindern und wenn das Bindegewebe übersäuert ist.

Verstopfte Zellmembrane und Kapillare und Ablagerungen in Gefäßen und im Zwischenzellraum bieten Nährboden für Parasiten, Pilze, Bakterien usw. Werden diese Ablagerungen, die gemeinhin auch als „Schlacken“ bezeichnet werden, durch regelmäßige Phasen der Autophagie aufgelöst, wird es schwierig für pathogene Keime, im Körper heimisch zu werden und sich auszubreiten.

Hinzu kommt, dass die Autophagieprozesse auch die Keime und Erreger an sich auflösen und verdauen. Damit dient die gleich doppelt unserem Immunsystem, das die Aufgabe hat, Eindringlinge abzuwehren und uns vor Infektionen zu bewahren.

Durch Fasten wird das „Recycling-Programm“ aktiviert

Schon sehr lange ist bekannt, dass Fasten und Hungerphasen förderlich für die Gesundheit sind und dadurch die Heilung und Genesung vieler Erkrankungen beschleunigt wird. Alte Heiltraditionen wie Ayurveda, TCM, die russische Heilkunde und auch unsere europäische Volksmedizin macht seit hunderten,bzw. tausenden von Jahren Gebrauch vom „Heilfasten“. Auch Tiere fressen oft tagelang nicht, wenn es ihnen schlecht geht.

Durch Ohsumis Forschungen ist nun endlich auch wissenschaftlich belegt, was die Erfahrungen der Naturheilkunde schon seit langem zeigen: Fasten führt zu einer Steigerung der Lebenskräfte und einer Verbesserung der Gesundheit.

Durch einen Stopp der Nahrungszufuhr aktiviert der Körper die Autophagie und dadurch kommt es zu zellulärer Säuberung, Regeneration und Verjüngung! Sobald wir dem Körper eine Pause gönnen, von der ständigen Nahrungsaufnahme, kann er sich selbst reinigen und erneuern.

Überernährung hingegen verhindert den Prozess der Autophagie und fördert die Bildung von Schlacken und Ablagerungen. Da wir es in unserer zivilisierten Gesellschaft gewohnt sind, von morgens bis abends zu essen, versumpfen wir immer mehr in unserem eigenen Stoffwechselmüll!

Intermittierendes Fasten (IF) als Lösung!

Der Prozess der Autophagie wird in Gang gesetzt, sobald unser Körper in den Fastenmodus übergeht, wenn er also keine Nahrung von Außen bekommt. Während solcher „Notzeiten“ zersetzen unsere Zellen alle Bestandteile, die nicht benötigt werden, wie z. B. defekte Proteinstrukturen, gespeicherte Fettsäuren und Glykogenreste. Daraus gewinnt der Körper dann Energie und Baustoffe, als Nebeneffekt verjüngen sich die Zellen und werden robuster und gesünder. Das ist der Grund, weshalb Fastenkuren so gesund und verjüngend sind.

Das Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin verhindert die Autophagieprozesse und da während der Hungerphasen kein Insulin ausgeschüttet wird, aktiviert der Körper währenddessen die intrazellulären Reinigungsvorgänge.

Unsere moderne Lebensweise, bei der wir mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu uns nehmen und zuckerhaltige Getränke und Snacks konsumieren, sorgt für ständig erhöhte Insulinspiegel, die dann die zelluläre Selbstreinigung verhindern. Das beschleunigt den Alterungsprozess und begünstigt die Entstehung vieler Zivilisationserkrankungen, allen voran Übergewicht, Diabetes Typ II und Krebs.

Autophagie wirkt zellulär verjüngend und beugt vorzeitigem Altern und der Entstehung von vielen Zivilisationserkrankungen vor.

Da die Autophagie bereits nach etwa 14 – 16 Fastenstunden beginnt, stellt das intermittierende Fasten (IF) eine geniale Lösung dar, um die körpereigenen Reinigungs- und Regenerationsvorgänge wieder zu aktivieren und die zelluläre Verjüngung auszulösen.

Wer an fünf Tagen pro Woche IF betreibt und täglich mindestens 14 – 16 Stunden auf feste Nahrung, Zucker und tierische Proteine verzichtet, kurbelt effektiv die Autophagie an. Am Wochenende kann man dann ganz normal essen und trinken.

Kein Wunder also, dass intermittierendes Fasten ein fester Bestandteil unserer DTX-28-Formel, unserem erfolgreichen Programm zur Entschlackung und Verjüngung des Körpers, ist.

Mehr über diese Form des Intervallfastens finden Sie auch in diesen Artikeln:

Quellen:

  • https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2016/press.html
  • Takeshige, K., Baba, M., Tsuboi, S., Noda, T. and Ohsumi, Y. (1992). Autophagy in yeast demonstrated with proteinase-deficient mutants and conditions for its induction. Journal of Cell Biology 119, 301-311
  • Tsukada, M. and Ohsumi, Y. (1993). Isolation and characterization of autophagy-defective mutants of Saccharomyces cervisiae. FEBS Letters 333, 169-174
  • Mizushima, N., Noda, T., Yoshimori, T., Tanaka, Y., Ishii, T., George, M.D., Klionsky, D.J., Ohsumi, M. and Ohsumi, Y. (1998). A protein conjugation system essential for autophagy. Nature 395, 395-398
  • Ichimura, Y., Kirisako T., Takao, T., Satomi, Y., Shimonishi, Y., Ishihara, N., Mizushima, N., Tanida, I., Kominami, E., Ohsumi, M., Noda, T. and Ohsumi, Y. (2000). A ubiquitin-like system mediates protein lipidation. Nature, 408, 488-492

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