voll-verzuckert-wie-ein-film-meine-einstellung-zum-zucker-veraendert-hatNie wieder Süßes? Jetzt vielleicht doch!

Im Laufe meiner Zuckerentwöhnung habe ich verschiedene Phasen durchlaufen. Von strengster Abstinenz bis hin zu chaotischen Rückfällen hinüber zu einem entspannten Umgang mit Zucker.

Der Gedanke „nie wieder ein Stück Schokolade zu essen“ hat mich dabei nur zeitweise begleitet und war aufgrund von Furcht vor meiner eigenen Courage motiviert. Ich hatte einfach Bedenken, dass ich nach dem ersten Bissen sofort wieder in die Zuckerfalle tappen würde, daher hab ich lieber gleich die Finger von Süßem gelassen. Als wirkliche Zuckerfreiheit würde ich das nicht bezeichnen.

Erst seit paar Wochen und Monaten hat sich meine Einstellung zum Zucker merklich entspannt. Auf einmal konnte ich zwischendurch kleine Mengen Schokolade essen, ohne direkt wieder rückfällig zu werden. Auch mit Nudeln und Brot konnte ich maßvoll umgehen.

Selbst unsere bewusst eingelegten „Cheat-Days“, also Tage, an denen wir ganz bewusst von unserer alltäglichen Ernährung abgewichen sind, bereiteten mit seitdem keine Probleme mehr. Mit Leichtigkeit und ganz ohne Entzugssymptome, wie sie beim Zuckerentzug häufig vorkommen, gelang es mir, zu meiner üblichen zuckerfreien Ernährung zurückzukehren. Mehr noch, nach einem Ausnahmetag wurde die Rückkehr zu einem gesunden Lebensstil sogar zu einem richtigen Freudenfest.

Es tut einfach gut, gut zu sich und seinem Körper zu sein. Wer dieses Lebensgefühl erst einmal erfahren hat, möchte es ganz sicher nicht mehr missen. Gesunde Ernährung hat dann absolut nichts mehr mit Zwang und Disziplin zu tun, sondern wird zu einem puren Luxus mit einem Gewinn an Lebensqualität und Genuss.

Diese entspannte Einstellung zum Thema Zucker tat mir wirklich gut, und zum ersten Mal erlebte ich das, was ich als wirkliche Zuckerfreiheit bezeichnen würde: Ich konnte wieder selbst entscheiden, ob und wann ich naschen und vor allem auch wie viel ich naschen würde. Doch das hat jetzt ein Ende. Warum?

Weil es mir wie Schuppen von den Augen gefallen ist: Zucker ist Gift für unseren Körper, zumindest in dem Maß, was wir heute als normal empfinden. Natürlicherweise würde unsere Ernährung nur ein Bruchteil von dem Zuckergehalt enthalten, den wir heute zu uns nehmen.

Isolierte Zuckerarten wären völlig unbekannt. Die Folgen sind gravierend: verfettete Leber, ständige Hungergefühle und Stimmungsschwankungen, veränderte Charakterzüge, Übergewicht, zunehmende Trägheit und immerzu das Gefühl nie wirklich zufrieden zu sein – und zwar auf allen Ebenen.

Zucker macht krank: Aber das wusstest Du doch schon lange!?!

Stimmt. Die negativen Auswirkungen des heute üblichen Zuckerkonsums, insbesondere der von isolierten Zuckerarten, sind mir schon lange geläufig. Erst vor einigen Monaten im Rahmen der Arbeit an meinem neuen Buch „Raus aus der Zuckerfalle – So schaffst Du den Ausstieg aus der Zuckersucht“ habe ich mich noch einmal – sehr intensiv sogar – mit den kurz- und langfristigen Folgen des Zuckerkonsums auseinandergesetzt. Und trotzdem schien mir ein „Nie wieder Süßes“ doch zu stark.

Erst, nachdem wir uns vor ein paar Tagen den Film „Voll verzuckert“* angeschaut haben (an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Ilga von Zuckermonster.com, von der wir diesen Tipp haben und die uns an sich Filmmuffel davon überzeugt hat, dass sich die 98 Minuten lohnen würden), hat es irgendwie Klick gemacht. Ich kann gar nicht sagen, was genau der Auslöser dafür war, aber auf einmal finde ich den Gedanken an Schokolade, Torten und Kekse einfach nur widerlich.

In der Nacht nach dem Film ist es mir dann schlagartig klar geworden. Ich habe keine emotionale Bindung mehr zum Zucker. Selbst die Vorstellung an Kinderriegel und Nutella (zwei meiner angeblichen Lieblingssüßigkeiten seit Kindheitstagen) lösen nur noch Kopfschütteln bei mir aus.

Wie kann eine Gesellschaft zulassen, dass es solche Produkte und sooooo viele andere in unseren Supermärkten und an jeder Straßenecke zu kaufen gibt, die doch nachgewiesenermaßen gravierend schädlich für unsere Gesundheit sind. Zucker am besten noch in der Verbindung mit ungesunden Fetten macht nicht nur dick und krank, sondern auch nimmersatt, unzufrieden, faul und süchtig!

Selbst die Wutattacken in meiner Kindheit, unter denen nicht nur mein Umfeld, sondern auch ich, sehr gelitten haben, und mein Charakter, der zwar schon immer vom positiven Naturell geprägt war, zu dem aber auch Stimmungsschwankungen von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt einfach dazu gehörten, betrachte ich auf einmal in einem neuen Licht.

Kann es wirklich sein, dass der Zuckerkonsum, der mich seit meiner frühsten Kindheit begleitet, davon abgehalten hat, der Mensch zu sein, der ich hätte sein können? Hätte der Weg hin zu einem wesentlich ausgeglichenerem und gelassenerem Menschen vielleicht gar nicht so hart sein müssen?

Sehr gut möglich. Zumindest die Erfahrung von Ärzten und Erziehern, die sich dem Thema Zucker geöffnet haben, deuten sehr stark darauf hin. Immer wieder zeigt sich, dass Kinder, die ehemals lethargisch, aggressiv, unaufmerksam oder desinteressiert waren, allein durch die Umstellung auf eine zuckerfreie(re) Ernährung zu lebenslustigen, neugierigen und wissbegierigen Kindern wurden, mit denen und denen das Leben auf einmal wieder Freude und Spaß bereitete.

Eine Bitte an alle Eltern

Meine Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern und das ist auch in Ordnung so. Wer jedoch Kinder hat und für deren Ernährung verantwortlich ist, sollte sich das Thema Zucker und seiner Auswirkungen auf Gesundheit und Charakter unbedingt zu Herzen nehmen und sich einmal intensiv damit auseinandersetzen.

Eine zuckerfreie, gesunde Ernährung muss nichts mit Verzicht oder Disziplin zu tun haben, sondern kann auch Kindern Freude und Genuss bereiten, es kommt nur darauf an, wie wir es ihnen vermitteln. Auch das wird im Film sehr anschaulich dargestellt.

Solange die Lebensmittelkonzerne sich nicht selbst in die Pflicht nehmen oder von unseren Politikern unter die Pflicht genommen werden, gesundheitsschädigende Produkte und vor allem auch die Propaganda dafür einzustellen, solange müssen wir als Verbraucher selbst aktiv werden.

Wir entscheiden, was wir kaufen und konsumieren. Wir entscheiden, was wir unseren Kindern, unserem Umfeld vorleben und damit weitergeben. Ich weiß, das ist in der heutigen Zeit alles andere als einfach. Doch wenn unsere Kinder erst einmal an den übertrieben süßen Geschmack der Kunstprodukte gewöhnt sind und im schlimmsten Fall sogar nach der stimulierenden Wirkung von Zucker süchtig geworden sind, ist der Weg aus der Zuckerfalle für gewöhnlich ein langer und schwieriger Prozess. Das muss nicht sein. Es geht auch anders.

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Werden wir zu einem Vorbild für unsere Kinder. Leben wir ihnen vor, wie es sich genussvoll auch zuckerfrei leben lässt. Für unser eigenes Wohlergehen und das der anderen. Die Welt wird es uns danken, versprochen!

P.S.: Der Film „Voll verzuckert“ ist absolut empfehlenswert, nicht nur für Zuckersüchtige und alle, die der Zuckerfalle entkommen möchten, sondern für jeden, der Wert auf eine gesunde Ernährung legt. Ausführliche Details zum Film folgen in einem separatem Artikel.

Bildrechte: pixabay.com © moritz320

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