Kann eine Umkehr-Osmose-Anlage verkeimen?

Ein Leben ohne Umkehr-Osmose-Anlage ist für uns nicht mehr denkbar. Kein anderes Filtersystem liefert so schadstofffreies Wasser. Allerdings hat die Benutzung einer Osmoseanlage nicht nur Vorteile.

In diesem Artikel haben wir uns mit den verschiedenen Nachteilen einer Wasseraufbereitung mittels einer Umkehr-Osmose-Anlage auseinandergesetzt, heute wollen wir uns einen dieser Nachteile ganz gezielt im Detail anschauen: Die potentielle Verkeimungsgefahr bei Osmoseanlagen.

Verkeimungsgefahr bei Osmoseanlagen: Wie groß ist das Risiko wirklich?

Wie gr0ß das Risiko einer Verkeimung bei Umkehr-Osmose-Anlagen ist, ist heiß umstritten. Die einen schließen eine solche Gefahr kategorisch aus, für andere ist die Sorge der Verkeimung ein Ausschlussgrund für die Anschaffung einer solchen Anlage. Schauen wir uns also an, was dahinter steckt.

Die Sorglosen und Gelassenen: Verkeimungsgefahr wird ignoriert

Als wir uns das erste Mal mit dem Thema Trinkwasseraufbereitung und somit auch mit Osmoseanlagen in Berührung kamen, tauchten auch bei uns viele Fragen auf. Natürlich auch die Frage nach der Verkeimungsgefahr. Zunächst wurden wir von allen Seiten beruhigt. Eine solche Gefahr bestünde nicht, denn, so wurde uns erklärt, die Poren der Membran, die das Wasser passieren muss, seien selbst für Viren und Keime zu klein.

Wird das Wasser also durch die Membran gepresst, können durch die feinen Öffnungen nahezu nur Wassermoleküle hindurch, der Rest muss draußen bleiben. Für uns klang das logisch.

Die Kritiker: Gefahr der Verkeimung als Ausschlussgrund

Im Laufe der Zeit kamen wir allerdings immer wieder mit Kritiker in Kontakt, die uns als Gegenbeispiel die hohe Verkeimungsgefahr von Kohlefilter und sonstigen Wasserfiltern vor Augen hielten. Und es stimmt, solche Filter verkeimen schnell und müssen daher regelmäßig gewechselt werden. Auch Osmoseanlagen arbeiten mit Vor- und Nachfiltern. Wie sieht es damit aus?

Der Vergleich mit den USA hinkt

Zumindest die Vorfilter einer Osmoseanlage können verkeimen. Wer anderes behauptet, nimmt gerne das Beispiel USA. Hier ist die Trinkwasseraufbereitung per Osmoseanlage schon viele Jahre gebräuchlich und Verkeimungen sind unbekannt. Dieser Vergleich hinkt allerdings, da das Leitungswasser in der USA stark gechlort wird und von daher eine Verkeimung ausgeschlossen ist.

Anders dagegen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern. Hier wird das Leitungswasser nur in Ausnahmefällen stark gechlort. In der Regel wird jedoch kaum oder überhaupt nicht mit Chlor behandelt. Daher muss davon ausgegangen werden, dass Osmoseanlagen verkeimen können.

Potentielle Verkeimung bei Osmoseanlagen ist möglich

Wenn nun also die Gefahr einer Verkeimung nicht ausgeschlossen werden kann, sollte man aus diesem Grund auf die Anschaffung einer Umkehrosmoseanlage verzichten?

Nicht unbedingt, denn nehmen wir an, dass die Filter vor der Membran verkeimen, dann haben wir immer noch die Membran, durch die das Wasser anschließend gefiltert wird. Und da die Öffnungen der Membran wirklich kleiner sind (0,0001µm; 1µm sind 0,001mm, also verdammt klein) als Keime, Viren und Bakterien (0,4 bis 2 µm) haben diese Wesen keine Chance in das gefilterte Wasser zu gelangen. Außerdem kann man einer solchen Verkeimung vorbeugen, indem man die Filter regelmäßig alle 6-12 Monate wechselt.

Gefahr einer rückwärtigen, sogenannten retrograden Verkeimung bei Osmose-Anlagen

Was aber, wenn die Keime rückwärts in die Osmoseanlage gelangen? Das ist zum Beispiel dadurch möglich, dass die Anlage mit dem Abwassersystem direkt verbunden ist. Und auch wenn ein Vorratstank nachgeschaltet ist, um ständig Osmosewasser zur Verfügung zu haben, kann eine Verkeimung des Osmosewassers nicht zu 100% ausgeschlossen werden. Hier hilft auch die Membran nicht weiter, da das Wasser diese ja bereits passiert hat.

Auch wenn die Gefahr einer rückwärtigen Verkeimung nach einigen Ansichten gering ausfallen mag, wer auf Nummer sicher gehen möchte, der kann sich durch den Einbau einer Keimsperre Abhilfe verschaffen. Solche Keimsperren können auch nachträglich in Osmoseanlagen eingebaut werden. Allerdings bieten vor allem Billiganbieter diesen Service nicht an.

Umkehr-Osmose-Anlagen mit Keimsperren für absolute Sicherheit

Die Keimsperren können sowohl vorne als auch hinten angebracht werden. So dass sich in beide Richtungen keine Keime ansiedeln können. Die Poren von Keimsperren sind 0,15 µm und lassen damit selbst Keimsporen keine Chance.

Das Anbringen einer Keimsperre, die auch als Hohlfasermembran bezeichnet wird, ist durchaus zu empfehlen. Denn selbst wenn die Keime über die Vorfilter in die Anlage gelangen und die Keime dann immer noch von der Membran abgehalten werden, kann die Verkeimung des gefilterten Wassers nicht völlig ausgeschlossen werden. Immer mal wieder können kleinste Verarbeitungsfehler bei der hochsensiblen Membran zu größeren Öffnungen führen, durch die dann doch Keimsporen gelangen können.

Auch wenn die Anlage nicht regelmäßig benutzt und korrekt gewartet wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Keime in Vorfiltern die dünne Schicht der Membran beschädigen.

Osmoseanlage mit Quick Change System

Auch beim Filterwechsel kann es, durch den Kontakt mit Händen und dem Umfeld, zur Verkeimung kommen. Beim Filterwechsel sollte der Verbraucher daher auf hygienische Bedingungen achten oder den Wechsel vom Fachmann ausführen lassen. Eine andere Möglichkeit sind die neu entwickelten Quick Change Anlangen.

Hier wird das Filterwechseln erheblich erleichtert und eine Verkeimung ausgeschlossen. Die einzelnen Filterbehälter werden im Ganzen abgeschraubt und die neuen einfach wieder aufgesetzt. Ein direkter Kontakt der Filter mit Händen oder Umgebung wird somit umgegangen. Und der Filterwechsel wird so kinderleicht.

Verkeimungsgefahr im Urlaub / bei längerer Nicht-In-Betriebnahme

Wenn die Osmoseanlage täglich in Betrieb ist, ist die Verkeimungsgefahr gering. Steht die Anlage allerdings für Tage bis Wochen unbenutzt herum, zum Beispiel, wenn man sich im Urlaub befindet, dann können sich schnell Keime ansiedeln. Integrierte Spülsysteme, die die Anlage automatisch regelmäßig durchspülen, können hier Abhilfe schaffen. Dazu muss die Anlage allerdings durchgehend am Wassernetz angeschlossen sein.

Unser Fazit zur Verkeimungsgefahr bei Umkehr-Osmose-Anlagen

Die Gefahr einer Verkeimung kann in Deutschland – im Gegensatz zur USA, wo das Leitungswasser stark gechlort wird – nicht völlig ausgeschlossen werden. Auch wenn die Gefahr einer Verkeimung bei richtiger Wartung (regelmäßige Spülungen und Filterwechsel) relativ gering ist, ist die Anbringung von Keimsperren für absolute Sicherheit durchaus sinnvoll.

Einer Bestrahlung mit speziellen UV-Lampen oder einer Desinfektion mit chemischen Mitteln stehen wir hingegen skeptisch gegenüber.

Wegen der potentiellen Gefahr von Keimen auf die Aufbereitung des Trinkwassers durch eine Umkehrosmoseanlage zu verzichten, das käme für uns aber auch nicht in Frage. Denn schließlich sind im Leitungswasser viele schädliche Stoffe enthalten. Und wenn wir unser Trinkwasser nicht filtern, dann wird unser Körper zum Filter und das wäre schade.

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Bitte beachten:

Kurzfristig bzw. kurweise getrunken ist mineralstofffreies Wasser zwar sehr gut für die Reinigung und Entgiftung des Körpers geeignet, langfristig kann es jedoch aufgrund seines leicht sauren pH´s und dem Mangel an Mineralstoffen den Körper auslaugen und übersäuern.

Wenn man wie wir sein Trinkwasser mit einer Umkehr-Osmose-Anlage filtert oder mit einem Dampfdestillierer aufbereitet, ist eine anschließende Anreicherung mit Mineralien sinnvoll, um den Körper vor einer Entmineralisierung zu schützen.

Wir empfehlen dazu die Anreicherung mit Shungit Steinen, die Zugabe einer Prise Sango Meeres Korallen Pulver oder naturbelassenen Steinsalzes.

Aufgrund der immer weiter steigenden Anzahl an schädlichen Bestandteilen im Trinkwasser halten wir die Aufbereitung unseres Trinkwassers mittels einer Umkehr-Osmose-Anlage oder einem Dampfdestillierer in der heutigen Zeit für wesentlich für unsere Gesundheit.

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