Prioritätenwechsel durch spirituelle Erkenntnisprozesse und warum es so lange keine Artikel über Training gab

Es ist jetzt schon „Jahre“ her, seit ich von jetzt auf gleich meine Veröffentlichungen zum Thema „Training“ gestoppt habe. Keine Artikel mehr, keine Videos.

Seitdem erreichen mich immer wieder Emails von einst begeisterten Leserinnen und Lesern, mit der Frage „Was ist eigentlich mit dem Training?“. Was dahinter steckt und wie es weiter gehen könnte, möchte ich in diesem Artikel kurz erläutern.

Nach dem Training ist vor dem Training – daran hat sich nichts geändert

Ich trainiere selbst nach wie vor mit großer Freude und Begeisterung! Mir wurde allerdings im Rahmen meiner spirituellen Entwicklung vor ungefähr zweieinhalb oder drei Jahren klar, dass sich mein Leben seit meiner frühen Jugend in erster Linie nur um Training, Körperentwicklung, Körperkult gedreht hat.

Ich habe ohne Übertreibung 35 Jahre meines Lebens zu 80 % meine Wachtageszeit mit dem Thema „Training & Co“ verbracht. Ich habe selbst trainiert, meist mehrmals täglich, habe Klientinnen und Klienten betreut, habe Kurse, Workshops und Seminare gegeben und besucht, habe mich ständig weitergebildet und durchgehend darüber nachgedacht. So, wie andere vielleicht durchgehend an Sex denken?

Früh war klar, dass ich nicht anders kann, als das auch irgendwie zu meinem Beruf zu machen. Man spricht auch von Sucht, Exzess, Wahn und Fanatismus, wenn man das Ausmaß erkennt!

Wir sind mehr als der Körper und mehr als dieser Mensch

Echte Spiritualität führt, wenn man dranbleibt, zwangsläufig zu Erkenntnissen. Das sollte man wissen, wenn man sich auf einen spirituellen Entwicklungs- und Befreiungsweg begibt. Dann fallen nach und nach alle Hüllen.

Alles, was wir nicht sind, fällt von uns ab und übrig bleibt das wahre Selbst, um es mal kurz überschaubar darzustellen. Und solche Erkenntnisse ziehen zwangsläufig Veränderungen nach sich, wenn man weiterkommen und nicht verhaftet bleiben will.

Und für mich war eine sehr große Erkenntnis, meine emotionale Verhaftung ans Training zu erkennen, meine Sucht und meinen Wahn, meinen Zwang und Fanatismus und mein ganzes exzessives und übertriebenes Verhalten.

Und dann fällt im wahrsten Sinn des Wortes erst einmal der Hammer. Die Kinnlade sackt und man kommt auf dem berühmten Boden der Tatsachen an.

Mir wurde klar, wie klein mein bisheriges Sein und Schaffen war, dass ich mehr oder weniger sonst nicht viel gemacht habe, in meinen besten Jahren, als mich um die „Perfektionierung“ des Körpers zu kümmern.

Das Training war immer das Allerwichtigste und Allerheiligste, es war mein Lebenssinn und die Droge meiner Wahl, mit der ich mich selbst berauscht und über die „Banalitäten“ des Lebens hinweg gemogelt habe.

Das Training war das erste in meinem Leben, das mir ein positives und selbstbewusstes Gefühl gegeben hat. Es war stets mein Geheimtipp in guten, wie in schlechten Zeiten, es war meine ganz persönliche „Trump-Card“. Das Training stand einfach zu allen Zeiten über allem. Amen!

Die Neurotransmitter-Profilanalyse hat mir hier viel Klarheit gebracht

Als ich im November 2017 bei Christian Thibaudeau die Weiterbildung zum „Neurotyping-Coach“ absolviert habe, wurden mir erstmalig Zusammenhänge klar. Als Neurotyp 1B habe ich in Ruhe sehr wenig Dopamin, also „wenig Gründe, gut drauf zu sein“.

Dopamin ist der Neurotransmitter, der auf der emotionalen und psychischen Ebene zuständig ist, für Qualitäten, wie:

  • Optimismus
  • positive Lebenseinstellung und positive Gefühle
  • Selbstwert und Selbstbewusstsein
  • Motivation, Begeisterung und der daraus resultierenden
  • Willenskraft

Dopamin setzt und in Bewegung, dann kann bereits „der Weg das Ziel“ sein, bzw. es treibt einen an, ein positives Ziel zu erreichen, das einen dann mit noch mehr Dopamin belohnt.

Da die Neurotransmitter-Profile 1A und 1B in Ruhephasen sehr wenig davon zur Verfügung haben, sind sie häufig:

  • gelangweilt
  • desinteressiert
  • unmotiviert
  • träge und lethargisch
  • unzufrieden bis hin zu
  • frustriert

Ohne Dopamin hat man im wahrsten Sinn des Wortes „keinen Grund, gut drauf zu sein“ und so war meine Grundstimmung, bis ich zum ersten Mal einen richtigen „Kick“ bekam durch Training!

Training und andere intensive Reize und Stimuli eignen sich hervorragend, um Dopamin auszuschütten und sich dadurch in eine positive, selbstbewusste und optimistische „Variante seiner selbst“ zu verwandeln. Eben noch gelangweilt und angepisst und nach dem ersten Trainingssatz explodiert die Begeisterung und die Welt ist plötzlich mein Freund!

Sucht kommt von „suchen“, so sagt man zumindest

Wer über so wenig positive Gefühle verfügt und dann durch einen Reiz plötzlich zum Überflieger wird, der läuft Gefahr, eine Sucht zu entwickeln. Und das ist auch die physiologische Grundlage für meinen Trainingswahn.

Ich kann froh sein, dass das Training der erste richtige Kick in meinem Leben war und nicht der Alkohol oder irgendwelche Drogen. Oder andere riskante und risikofreudige Aktivitäten. Alle Neurotransmitter-Profile, die „hypersensitiv“ auf einen Neurotransmitter und die stimulierenden Reize reagieren, laufen Gefahr, danach süchtig zu werden.

Das kann sich erstrecken auf:

  • Koffein, Alkohol, Nikotin und andere Drogen
  • Zucker und Süßigkeiten
  • Sex
  • Glücksspiel und Computerspiele
  • Risiko und Herausforderungen
  • schnelles Auto- und Motorradfahren
  • risikobehaftete Aktivitäten und Sportarten, wie Klippenspringen, Freiklettern, aber auch Spekulieren an der Börse usw.
  • Erfolgserlebnisse jeglicher Art
  • Karriere und Arbeitssucht
  • Anstrengung und Überforderung
  • Training und Sport

Alles, was „spannend“ und herausfordernd ist, ein gewisses Risiko in sich trägt, so dass es sowohl zu großem Erfolg aber auch zur Niederlage führen kann, eignet sich, um Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin auszuschütten. Das gibt ein Gefühl von „lebendig sein“ und nicht gelangweilt oder frustriert.

Wenn man zum ersten Mal etwas im Leben findet, das einem ein Gefühl von Sinn und Optimismus verleiht, dann kann man sich schnell „daran festmachen“, man gerät in eine emotionale Abhängigkeit!

Das kennen diejenigen, denen es genauso geht: Ein gutes Training erzeugt den besten Rausch und das stärkste natürliche „High“ und ein Gefühl von Unzerstörbarkeit und Unsterblichkeit. Das nennt man emotionale Verhaftung, das übertriebene Glücksgefühl steht nämlich in keiner Relation zur eigentlichen Trainingswirkung!

Von der These über die Antithese in die Synthese

Effektive Erkenntnisprozesse landen irgendwann in der Synthese, wenn man seine Schlussfolgerungen gezogen und die Erfahrungen ausgewertet hat. Alles andere bleibt bestenfalls in der Antithese stecken oder man ändert überhaupt nichts an der Situation. Eine Synthese entsteht als Folge der höheren Erkenntnis.

Meistens führt dieser Weg durch die Antithese. Also man macht, glaubt und propagiert teilweise zuerst einmal das exakte Gegenteil der vorherigen These. Das sind beispielsweise die „militanten Ex-Raucher“, die dann alle Raucher verachten und bekehren wollen und bei jeder Kippe auf die Barrikaden gehen.

Meine Antithese wäre gewesen, dem Training völlig den Rücken zu kehren, es also auch selbst nicht mehr zu praktizieren. Was absoluter Quatsch gewesen wäre, das hätte mir nichts gebracht und hätte sich eher „trotzig“ und unreif angefühlt.

Ich habe also nicht aufgehört zu trainieren, aber mein Trainingspensum ist sofort auf ein Mindest-Minimum abgesackt. Ich konnte mir selbst nicht mehr vorgaukeln, dass „mehr auch mehr bringt“, da ich erkannt habe, dass ich mich einfach nur selbst „high“ mache, mich sozusagen selbst befriedige. Mein wahnhaftes Verhalten hatte mit effektivem Training schon lange nichts mehr zu tun.

Der Trainingserfolg war schon früh weniger wichtig, als der „Kick“ der Dopaminstimulation durch exzessives Training. Ich habe erkannt, dass ich „Stimulus süchtig“ war, so wie Christian Thibaudeau es auch bezeichnet und auch von sich selbst behauptet.

Für mich war jedenfalls schlagartig klar, dass ich ab dem Moment dieser Erkenntnis so nicht mehr weitermachen will und kann. Das habe ich nicht bewusst so entschieden! Das Erkennen selbst hat dazu geführt.

Die Übereuphorie ist in sich zusammen gesackt. Ich habe erkannt, dass ich über 30 Jahre lang in einer Illusion gelebt habe. Man macht sich selbst vor, auf dem richtigen Weg zu sein und was noch viel schlimmer ist: Man glaubt berechtigt zu sein, sich besser als alle anderen zu fühlen und sich damit auch besser vorzukommen und sich über andere zu stellen!

Ich hatte regelrecht Mitleid, mit all den armen Menschen, die noch nicht verstanden haben, dass das Training das Beste überhaupt ist und die ihr Leben verschwenden, weil sie diese „Wahrheit“ nicht erkannt haben. Ich habe mich selbst als total gestört empfunden und meine aufgeblasene Begeisterung ist augenblicklich kollabiert.

Ich konnte einfach nicht mehr begeistert darüber schreiben

Das Schreiben über Training in Form von Artikeln, Büchern hat meine Sucht ähnlich gut befriedigt und mein „High“ auch sehr gut stimuliert. Das ist meiner Meinung nach auch die treibende Kraft bei vielen „Influencern“ und Fitness-YouTubern.

Und an dieser Stelle ist dann bei mir wirklich der Hammer gefallen. Es ging nicht mehr. Ich konnte und wollte nicht mehr mit so einer starken Begeisterung und so starkem emotionalen Rausch über Training sprechen oder schreiben.

Ich habe auch gänzlich aufgehört Trainingspläne für Klienten zu schreiben. Und das ist der Grund, warum ich mich jetzt bereits seit Jahren nicht mehr dazu geäußert habe, nicht mehr konnte und wollte und das ist die besagte Antithese.

Und ich habe mich sehr gefreut für jede einzelne Anfrage, warum ich nichts mehr schreibe. Es hat mich sogar so tief berührt und zum Denken angeregt, dass ich schon lange vorhabe, diesen Artikel zu schreiben.

Und, dass auch niemandem geholfen ist, wenn ich meine Erfahrungen und Meinungen und auch Wissen einfach nicht mehr mit anderen teile. Es geht eher um das „Wie“, also ob das Training und das Schreiben darüber aus einer emotionalen Abhängigkeit und Getriebenheit passiert oder ob ich sachlich und frei davon bin!

So jetzt endlich „vor dem Training ist nach dem Training“

Also ich habe erkannt, dass ich mich emotional befreien will, von der Verhaftung an mein eigenes Training und an die Identifikation mit dem Körper, wie auch vom übermäßig begeisterten Schreiben und „Schwadronieren“ über Training und Muskeln und den ganzen Rest.

Ich habe auch erkannt, dass ich hätte weitaus Schlimmeres mit meinem Leben anstellen können als 80 % der Wachtageszeit mit Training und allem, was dazu gehört zu verbringen. Es hat mir auch unheimlich viel gebracht und mich einiges gelehrt.

Es war ursprünglich für mich sogar der Zugang zu mir selbst und auch zu echter Spiritualität. Ich bin also schon froh und dankbar, wie ich mein Leben bisher gestaltet und die Themen gewichtet habe.

Aber es geht weiter und als Neurotransmitter-Konstitutionstyp 1B, im chinesischen „Element Holz“ ist ständige Entwicklung und „lebenslanges Wachstum“ das Motto und geht es darum, immer wieder aus den alten Klamotten herauszuwachsen!

Meine bisherigen Auswertungen und Erkenntnisse und wie es weiter gehen könnte

Wenn man sich emotional von einer Sache oder Verhaltensweise befreit, bleibt ein „nüchterner kleiner Rest“ übrig. So ähnlich, wie die Pfütze am Boden, nachdem die Schaumparty zu Ende ist.

Meine Pfütze am Boden ist, dass ein Bruchteil an „Trainingsaufwand“ dieselben bzw. bessere Ergebnisse liefert, als das übertriebene und exzessive Pensum, das ich mein Leben lang gefahren habe. „Weniger ist mehr“ ist keine Floskel. Ich habe lange täglich intensiv trainiert und oft auch zwei bis drei tägliche „Mini-Einheiten“ absolviert, wie ich es gern bezeichnet habe.

Ich habe ungezügelt meiner Sucht gefrönt und den Körper im absoluten Dauerstress gehalten. Meine Psyche war darauf darauf „programmiert“, dass ich unzufrieden und frustriert werde, mich geradezu „schuldig“ fühle, wenn ich nicht jeden Tag solche intensiven Reize und Stimuli konsumiert habe! Sucht vom Feinsten, Raubbau auf Kosten des „armen Körpers“.

Nur noch 3 – 4 richtige Trainingseinheiten pro Woche

Die moderne Trainingswissenschaft, wie auch die Erfahrungen ganzer Generationen natürlich trainierender Menschen sagen klar und deutlich, dass es gesünder, bekömmlicher und effektiver ist, höchstens 3 – 4 intensive Trainingseinheiten pro Woche zu absolvieren.

Noch besser wäre es, nach jedem Trainingstag mindestens einen Ruhetag einzulegen oder maximal zwei Tage in Folge zu trainieren und dann mindestens einen Tag zu pausieren.

Also nicht mehr 6- – 15-mal pro Woche intensiv trainieren, sondern nur noch 3- – 4-mal, bzw. idealerweise jeden zweiten Tag. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für mich selbst ein Wechsel zwischen Oberkörper und Unterkörper am besten funktioniert:

  • Montag = Oberkörper
  • Dienstag = Ruhetag
  • Mittwoch = Unterkörper
  • Donnerstag = Ruhetag
  • Freitag = Oberkörper
  • Samstag = Ruhetag
  • Sonntag = Unterkörper usw.

Jede Muskelgruppe zweimal pro Woche direkt und intensiv trainieren

Als das Hochfrequenztraining populär wurde, habe ich mir selbst den „Freischein“ gegeben, jede Muskelgruppe sechsmal pro Woche zu trainieren. Und es hat auch kurz mehr Muskelaufbau stimuliert.

Aber mein exzessives Verhalten hat mehr den Fokus mehr auf Erschöpfung und maximale Anstrengung gerichtet, als auf eine vernünftige Stimulation. Und deshalb habe ich letztendlich dadurch sogar Muskelmasse verloren, ganz abgesehen von Vitalität, Lebensfreude und Wohlbefinden.

Es gibt mittlerweile ausreichend verwertbare Studien, die beweisen, dass es keine Vorteile hat, eine Muskelgruppe öfter als 1- bis 2-mal pro Woche direkt und intensiv zu stimulieren, wenn es um Muskelaufbau, Gesundheit und allgemeine Leistungsfähigkeit geht.

Lediglich zur reinen Kraftsteigerung kann es vorteilhaft sein, eine Muskelgruppe bzw. deren Funktion bis zu viermal wöchentlich zu trainieren, wobei diese Trainingseinheiten unterschiedlich sein müssen, was Reiz und Anstrengung betrifft.

Sogar eine einzelne Trainingseinheit pro Woche bringt positive Resultate, wenn der Inhalt stimmt und manche Studien besagen sogar, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen einmal und zweimal wöchentlichem Training gibt.

Mehr als ein bis zwei Sätze sind nicht nötig

Auch hier sind die Forschungsergebnisse klar und deutlich: Ein einzelner richtiger Trainingssatz pro Muskelgruppe und Trainingseinheit liefert bereits bis zu 50 % des maximal möglichen. Ein zweiter Satz bringt auch noch 30 %, womit wir bei 80 % wären und es braucht dann noch weitere 5 mindestens genauso intensive Sätze, um auf volle 100 % zu kommen:

  • Satz 1 = 50 %
  • Satz 2 = 20 – 30 %
  • Satz 3 = 10 – 15 %
  • Satz 4, 5, 6 und 7 = zusammen die restlichen 5 – 20 %, um auf 100 % des maximal möglichen zu kommen!

Du verstehst, worauf ich hinaus will!?!

Effektives Training könnte sehr knapp und unspektakulär verlaufen, 1 bis 3 Sätze pro Muskelgruppe reichen, um effektiv Muskelaufbau zu stimulieren und dem Körper unnötigen Stress zu ersparen. Die positive Trainingswirkung nimmt sprunghaft ab von Satz zu Satz und der negative Stress nimmt sprunghaft zu.

Das bedeutet im Klartext, dass ein richtiger Trainingssatz pro Muskel bereits die Hälfte der maximal möglichen positiven Trainingswirkung erzeugt und gleichzeitig relativ wenig Erschöpfung und negativen Stress nach sich zieht. Der zweite Satz wirkt nur noch halb so gut im Positiven, erzeugt aber bereits übermäßig viel negativen Stress, im Verhältnis zum ersten Satz!

Und dann kehrt sich dieses Verhältnis immer mehr um, sprich jeder weitere Satz bringt mehr negativen Stress und weniger positive Trainingsreize.

Je mehr negativen Stress man erzeugt, umso stärker wird die Regeneration gefordert und umso länger dauert die Erholungsphase. Und, wenn ich einen Muskel erneut trainiere, bevor die Regenerationsphase abgeschlossen ist, schaltet das Gehirn die entsprechenden Muskelfasern einfach ab! Sie lassen sich dann nicht mehr positiv stimulieren, es bringt also keinerlei Fortschritt.

Kein Training bis zum Muskelversagen!

Auch hier sprechen die Fakten für sich, und neueste Studien zeigen ganz klar, dass das so beliebte und weit verbreitete Training bis zum Muskelversagen keine Vorteile, sondern nur Nachteile liefert.

Lange wurde propagiert, dass das Training nur dann wirkt, wenn man jeden Satz bis zum Punkt des konzentrischen Muskelversagens ausführt, bis also keine weitere Wiederholung aus eigener Kraft mehr möglich ist.

Dann hat Chris Beardsley, den ich nach wie vor sehr schätze, das „Effective Reps“- Modell vorgestellt, das besagt, nur die letzten 5 Wiederholungen bis zum Muskelversagen haben eine positive Wirkung.

Ich will nicht sagen „alles Quatsch“, aber mittlerweile ist bewiesen, dass es keinen Unterschied macht, was die positiven Resultate für Muskelaufbau angeht, ob ich bis zum Muskelversagen trainiere oder ob ich 1 – 5 oder mehr Wiederholungen davor den Satz beende.

Alles bringt ähnlich viel Muskelaufbau, je weiter ich mich jedoch dem Muskelversagen nähere, umso größer werden die negativen Begleiterscheinungen des Trainings, wie:

  • Übersäuerung,
  • Mikroverletzungen (= Säureschäden) der Muskelfasern,
  • Überreizung des zentralen Nervensystems,
  • übermäßiger Stress und
  • unnötig hohe und lang anhaltende Cortisolausschüttung,
  • die Muskelaufbau verhindert und Muskelabbau fördert!

Isometrisches Training – absolut unterschätzt und extrem effektiv für Muskelaufbau

Ich habe viel mit isometrischem Training, Loaded Stretching und Extrem Iso Holds (inspiriert durch Jay Schroeder und Calvin Dietz) experimentiert und wieder einmal erfahren, dass auch ich diese Trainingsform unterschätzt, bzw. nicht genügend gewürdigt habe. Obwohl ich das Wissen zur Verfügung hatte!

Aber auch hier gewinnt die Sucht, die sich nährt durch schwere Gewichte, persönliche Bestleistungen, spektakuläre dynamisch Übungen, komplexe Grundübungen und was sonst noch alles propagiert wird. Wir haben gelernt, uns den „großen Königsübungen“ zu unterwerfen, in der Hoffnung, dass dadurch der Traumkörper erreichbar wird.

Hier kann ich ganz klar und deutlich sagen: „Alles Bullshit“!

Auch das haben sie mittlerweile durch Forschungen bewiesen, dass beispielsweise Kreuzheben nicht die „Top-Rückenübung“ oder gar Ganzkörperübung ist, was oft behauptet wird und dass man keine Backsquats mit dem doppelten Körpergewicht machen muss, um eine passable Oberschenkelentwicklung zu erzielen.

Alles Bullshit, bzw. es kann funktionieren, muss aber nicht. Und kaum ein „Normalsterblicher“ erzielt mit diesen Übungen das, was propagiert und erhofft wird. Im Gegenteil entwickeln viele sogar Probleme mit den „Big 3“.

Mir geht es auch nur noch um maximalen Muskelaufbau, Faszientraining, Vitalität und Gesundheit, nicht mehr um Kraftleistungen und Sport. Und dafür braucht es keine komplexen schweren Langhantelübungen!

Ein Grund, weshalb das isometrische Training im Westen so wenig Anklang findet ist, dass man damit wenig Kommerz betreiben kann. Es braucht halt nicht viel Equipment, wenn ich für 10 Sekunden maximal gegen einen unbeweglichen Gegenstand, wie eine Wand der einen Baum drücke.

In den östlichen Trainingskulturen weiß man seit Jahrhunderten, dass isometrisches Krafttraining die schnellsten Kraft- und Muskelzuwächse liefert und gleichzeitig am wenigsten Energie verbraucht und kaum Stress erzeugt.

Wie es weiter gehen könnte

Ich merke beim Schreiben, dass ich zwar nüchterner als früher bleibe, aber trotzdem gleichzeitig auch wieder eine Freude und Begeisterung empfinden kann. Das fühlt sich nach einer gesunden Synthese an.

Vor allem, ich möchte nichts mehr bezwecken, mit meinem Geschreibsel. Ich möchte nicht mehr für „toll befunden werden“ und mich mit meiner Besserwisserei von der breiten Masse der anderen Trainingssüchtigen und Zwangsgestörten abheben. Es geht nicht mehr um mich, um meine Person und deshalb fühle ich mich frei, weiterhin etwas zu schreiben oder es sein zu lassen.

Es geht auch nicht mehr darum, meine Bücher oder Coachings schmackhaft zu machen. Es macht mir Freude, wenn jemand meine Infos gut findet und damit weiterkommt. Das ist alles und es wäre wirklich schade gewesen, wenn ich einfach alles über Bord gekippt hätte. Also, ich werde mich ab und zu wieder äußern, mit neuen und aktuellen Inhalten.

Es geht dennoch darum, die emotionale Verhaftung aufzulösen und in eine nüchterne Sachlichkeit zu kommen. Dann ist das Training wieder das, worum es eigentlich geht: Zielgerichtete und effiziente mechanische Spannungsreize, wohldosiert und bekömmlich dem eigenen Körper gegenüber, so zu verwenden, dass der größtmögliche positive Nutzen entsteht, bei gleichzeitig kleinstmöglichem Risiko und unnötigem Stress.

In diesem Sinne „nach dem Training ist vor dem Training“!

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