Über positive Realitätsgestaltung auch in schwierigen Zeiten

Wie ich meinen Fokus bewusst ausrichte auf die schönen Dinge in meinem Leben

Im Moment läuft es bei uns alles andere als rund. Zuerst haben unsere beiden Laptops an zwei aufeinanderfolgenden Tagen den Geist aufgegeben. Dann bin ich auf eine Pishing-Attacke hereingefallen (= ein Telefonanruf von angeblich Microsoft-Mitarbeitern) und habe mir damit vermutlich Trojaner auf den neuen Laptop eingeladen.

Kurz darauf haben wir unsere Geldtasche samt Führerschein, Ausweis und Bankkarten verloren (zum Glück ist inzwischen wieder alles aufgetaucht) und wir haben uns beide eine Erkältung eingefangen. Zu allem Überfluss ist dann jemand aus unserem Umkreis gestorben, während mein Vater dringend eine Operation benötigt, obwohl sein Gesundheitszustand alles andere als einfach ist …

Es gäbe also genügend Anlass, um Trübsal zu blasen und mit dem Schicksal zu hadern. Da ich allerdings davon überzeugt bin, dass ich genau das in mein Leben einlade, worauf ich meinen Fokus richte, versuche ich diesen auch in schwierigen Phasen bewusst positiv auszurichten, denn gerade jetzt ist es besonders wichtig!

Statt stundenlang Trübsal zu blasen, mache ich mir zum Beispiel bewusst, was für ein Glück wir doch haben, dass wir trotz der kaputten Laptops keine wichtigen Daten verloren haben und uns im Handumdrehen einfach zwei neue Geräte besorgen konnten. Und wie dankbar wir sein können, dass unsere Geldtasche bei einem ehrlichen Finder gelandet ist, der sich sogar die Mühe gemacht hat, uns ausfindig zu machen und sie uns zurück zu bringen.

Und auch, wenn es mich traurig macht, dass jemand, der uns sehr nahe steht, seinen Partner verloren hat, bewundere ich diese Person für ihre Kraft und Stärke mit der sie diese Situation meistert. Statt mir Sorgen über meinen Vater zu machen, versuche ich der OP optimistisch gegenüber zu stehen und übe mich im Vertrauen, dass alles so kommen wird, wie es richtig sein wird.

In Bezug auf meine Erkältung bin ich sogar ein klein wenig dankbar. Denn interessanter Weise bin ich dann, wenn ich krank bin – und übrigens auch, wenn ich faste –, besonders nett zu mir. Das heißt, ich achte dann besonders auf mich und meine Bedürfnisse, was ich als wohltuende Bereicherung empfinde und gerade jetzt gut gebrauchen kann.

Ein Zitat, das mir hierzu einfällt und nach dem ich zu leben versuche:
„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Ich kann nun mal nichts daran ändern, dass unsere Laptops kaputt gegangen sind. Ebenso wenig konnte ich etwas daran ändern, dass wir unsere Tasche verloren haben noch dass ich krank geworden bin, mein Vater eine OP benötigt oder der Lebensgefährte einer uns nahe stehenden Person gestorben ist. Aber ich kann meinen Fokus bewusst ausrichten. Ich kann wählen, ob ich nun stundenlang Trübsal blasen möchte oder mich auf die Dinge ausrichten möchte, für die ich dankbar und glücklich sein kann.

Das hat übrigens nichts mit positivem Denken zu tun, von dem ich ehrlich gesagt nicht viel halte. Wenn ich in den Spiegel schaue und mir sage, dass ich schön und schlank bin, mich dabei aber hässlich und dick fühle, dann ist das in meinem Augen nichts anderes als sich selbst anzulügen. Doch mein Unbewusstes kann ich nicht austricksen und ich werde mir damit sicher nichts Angenehmes in mein Leben ziehen.

Wenn ich hingegen annehme, was ist, aber dennoch darauf achte, dass mein Fokus die meiste Zeit auf die schönen Dinge in meinem Leben ausgerichtet bleibt und dabei weder etwas verdränge noch mir selbst etwas vormache, dann ist das in meinen Augen das beste Rezept, um nicht weiter in eine Art Abwärtsspirale zu geraten, sondern meinem Leben eine positive Ausrichtung zu geben.

P.S.: Mein Vater hat die OP leider nicht überstanden … Und wenn natürlich auch Zeit für Trauern und Abschied nehmen sein darf und wichtig ist, so kann ich tatsächlich auch für dieses Geschehen vieles finden, wofür ich zutiefst dankbar bin.


Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, Beraterin für Bioelektrische Gesundheit ® nach Christian Dittrich-Opitz, psychologische Beraterin und Autorin
Marion Selzer

14 Kommentare zu “Über positive Realitätsgestaltung auch in schwierigen Zeiten

  1. Liebe Marion, sooo schön und berührend diesen von dir so offenen Artikel zu lesen. Ich habe dieses Jahr innerhalb von 4 Tagen meine beiden Hundis verloren. Ist vielleicht nicht dasselbe und doch …
    Auf der einen Seite ist dieser brennende Schmerz, das Abschiednehmen und auf der anderen Seite ist alles ok so wie es ist. Ich hatte die Erfahrung gemacht, wenn ich mich diesem Fluss hingebe, wird es etwas leichter und wieder etwas brennender bis es dann einfach gut wird und die Dankbarkeit für schöne Stunden, gelerntes und auch manchmal schwierieges wo ich noch mehr lernen und über mich hinaus wachsen durfte sich einstimmt.
    Wünsche dir eine getragene Zeit … mit lieben Grüssen
    Monika

    • Liebe Monika,

      hab vielen Dank für Deine lieben Zeilen. Ja, Abschied nehmen (auch wenn es vielleicht nur vorübergehend ist) tut eben auch weh und das darf es auch. Und ob Tier oder Mensch, beides kann verdammt schmerzhaft sein. Und dann auch noch gleich zwei Hunde auf einmal 🙁 Wenn ich könnte würde ich den Tod abschaffen. Den Sinn dahinter habe ich noch nie verstanden und ich hoffe ganz fest, dass unter einem anderen Blickwinkel betrachtet, der Tod sowieso nur eine Illusion ist.

      Herzliche Grüße,
      Marion

  2. Liebe Marion, soo gefühlvoll, soo hoffnungsvoll. Danke für deinen Bericht aus deinem derzeitigen Leben. Und Danke dafür, dass du uns an deiner Sicht- und Erlebensweise teilhaben lässt. Ich verneige mich vor dir und einer positiven Lebenseinstellung. Und dennoch bin ich traurig, dass dein Vater, obwohl ich ihn nicht gekannt habe, diese Op und die Krankheit, die Euch beide aus La Palma zurück ins Saarland geführt hat, wie du sagst, nicht überlebt hat. Vielleicht hat er es jetzt, wo immer er sich befinden mag, einfach besser. Ich wünsche es ihm und auch dir. Liebe Grüße, alte La-Palma-Gefährtin, für uns geht´s nächste Woche wieder los, dahin, wo Ihr nicht mehr sein werdet, und das ist sicher gut und richtig so. Geht Euren Weg, geht ihn in Frieden mit Euch und allem, was Euch umgibt, das wünscht dir von Herzen. Daniela

    • Liebe Daniela,

      vielen Dank für Deine lieben Worte.

      Für Euch eine gute Reise und grüßt die Insel von uns.

      Liebe Grüße,
      Marion

  3. Liebe Marion,
    Lieber Jens,

    es ist immer wieder schön, wie ihr uns an eurem Leben und Erleben teilhaben lasst. Habt herzlichen Dank dafür.

    Möge die Ausrichtung auf die dankenswerten Dinge, ihre Zugkraft entfalten, so dass es bald wieder runder läuft.

    Und wer weiß, welche Blumen aus der Trauer ersprießen, wenn ihr der gebührende Raum zugestanden wird.

    Ich grüße Euch von Herzen
    Nicole

    • Liebe Nicole,

      hab vielen Dank für Deine lieben Worte. Dir auch viel Kraft für das Dir Bevorstehende.

      Herzliche Grüße,
      Marion und Jens

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