Willkommen im Frau Holle Land

Nachdem Jens bereits hier ein wenig von unseren Erlebnissen der vergangenen Wochen geschildert hat und mir damit frecherweise einfach zuvor gekommen ist 😉, möchte ich dazu heute auch gerne ein paar Worte erzählen.

Wie einige unserer Leser vielleicht mitbekommen haben, haben Jens und ich Ende Mai geheiratet. Nur zwei Wochen später haben wir unsere Zelte im Saarland für unbestimmte Zeit abgebrochen.

Nach einem Seminar bei Garmisch Partenkirchen sind wir Ende Juni dann weiter in Richtung unbekannt. Und jetzt rund drei Monate nach unserem Aufbruch sieht die Welt auf einmal ganz anders aus als zuvor.

Was ist passiert?

Eine Veränderung muss her! Das war uns schon länger klar. Mehr als ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit wir La Palma verlassen und aufgrund familiärer Angelegenheiten in unsere alte Heimat, das Saarland, zurück gekehrt sind. Diese Angelegenheiten haben sich in der Zwischenzeit so weit geregelt, dass unsere dauerhafte Präsenz vor Ort nicht länger nötig ist.

Zumal unsere wohnungstechnische Situation dort alles andere als optimal war (16. Stockwerk in einem Hochhaus direkt neben der Autobahn) und wir uns ein dauerhaftes Wohnen im Saarland auch aufgrund anderer Umstände nicht vorstellen können, stand für uns also fest, unser Hochzeitsfest ist auch eine Art Abschiedsfest und das anschließende Seminar unser Startschuss für eine Veränderung, ohne eine konkrete Vorstellung davon zu haben, wie diese aussehen sollte oder könnte.

Fest stand nur, den Sommer wollten wir nutzen, um uns klarer darüber zu werden, an welchem Ort wir unser Leben in nächster Zeit verbringen möchten. Folgende Fragen haben uns damals beschäftigt:

  • Sollen wir wieder zurück nach La Palma?
  • Oder lieber weiter in Deutschland bleiben?
  • Kommen vielleicht auch andere Orte in Frage?
  • Oder wäre es erst mal das Richtige für uns, dauerhaft zu reisen?

Mit diesen Fragen an Bord sind wir Mitte Juni mit einem voll gepackten Otto (unser Wohnmobil) und unseren drei Hunden Richtung Oberbayern zu einem einwöchigen Intensiv-Seminar sehr speziellen Trainern. Was wir dort erlebt haben, kann ich mit Worten nicht wirklich schildern, es war jedenfalls mehr als mein Verstand fassen kann.

Neben vielen Fragen, die das, was ich dort erlebt habe, aufgeworfen hat, habe ich in diesem Seminar dank der Arbeit am Schwert eine Klarheit erlebt, die ich so zuvor noch nicht kannte. Auf einmal war mir klar, wie der nächste Schritt auszusehen hatte: Wir brauchen einen Platz inmitten wunderschöner Natur und das in Deutschland!

Ich brauche die deutsche Natur!

Mein Herz sagt mir schon lange, dass ich die deutsche Natur brauche, die Laubwälder, die Jahreszeiten und auch das kalte Klima im Winter. Mit dem vielen Sonnenschein und den teilweise recht heißen Temperaturen auf La Palma ist mein System immer schlechter zurecht gekommen. Gegen Ende unserer Zeit auf der wirklich wunderschönen Insel bin ich mir immer öfter vorgekommen, wie eine Blume, die am Verwelken ist, trotz des fantastischen Lebensgefühls, das wir dort hatten.

Nur hatten wir damals nicht den Mut, einfach wieder zurück nach Deutschland zu kommen, ohne genaue Vorstellung davon zu haben, wie es dort weiter gehen sollte. Auch wegen unserer Hunde wollte solch ein Schritt gut überlegt sein.

Doch inzwischen waren wir ja bereits in Deutschland und da sich bei Jens der Wunsch herauskristallisierte, wieder Seminare zu geben, passten unsere Vorstellungen ganz wunderbar zusammen. Wir beschlossen also den Sommer zu nutzen, um uns verschiedene Gegenden in Deutschland anzuschauen, um einen für uns stimmigen Platz zu finden.

Glücklicherweise sind wir verhältnismäßig frei und unabhängig. Wir haben kaum Verpflichtungen, können dank Internet von überall aus arbeiten und erwirtschaften auch dann Geld, wenn wir nicht immerzu aktiv etwas dafür tun. Die Toren der Welt stehen also offen, doch welche sollen wir nehmen? Denn auch Deutschland ist riesig und hat viele tolle Gegenden zu bieten. Wo also beginnen?

Intuition und Vertrauen

Wenn wir mit unserem Verstand nicht mehr weiterkommen, haben wir gelernt, wieder mehr ins Vertrauen zu gehen und auf Impulse aus unserem Inneren zu lauschen. Die Bereitschaft auf das Herz, unsere Intuition bzw. unser Bauchgefühl zu hören und gleichzeitig Dankbarkeit und Wertschätzung für das, was ist, zu empfinden, so wissen wir, ist der Schlüssel dafür, dass sich die richtigen Türen öffnen werden. Und so war es dann auch.

Nur kurze Zeit nach Ende des Seminars lernten wir auf einem Campingplatz im Thüringer Wald eine Frau kennen, die sich mit Pflanzen und Natur beschäftigt und uns den Hinweis gab, dass sich ein Abstecher in den hessischen Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen für uns lohnen könnte.

Und nachdem wir bis nach Görlitz gefahren und die dortige Umgebung erkundet haben, im Teutoburger Wald und im Thüringer Wald gewesen sind, und wir es eigentlich überall schön und angenehm empfunden haben, war die Begegnung mit dem Werra-Meißner-Kreis irgendwie anders.

Ein tiefes Gefühl von Vertrautheit und Wohlgefühl stellte sich ein, als wir durch die dortigen Wälder marschierten. Auch die vielen alternativ denkenden Menschen, die dort auf kleinem Raum zusammen treffen, und die unkomplizierte Art, die in dieser Region vorherrscht, sprach uns direkt an, so dass wir beschlossen, uns hier einmal näher nach einem Häuschen umzusehen.

Und so kam es, dass wir tatsächlich fündig geworden sind und ab Oktober ein kleines Häuschen direkt im Frau Holleland beziehen werden, das – wie der Zufall es so möchte (oder ist es vielmehr eine Synchronizität?) – direkt neben dem Gaia-Seminarhaus liegt. Anat und Eran, die Eigentümer und Betreiber des Seminarhauses waren uns auf den ersten Blick sehr sympathisch und das Haus ist einfach wundervoll, so dass ziemlich schnell fest stand, dass wir hier künftig gerne Seminare anbieten möchten.

Und so scheint sich die turbulente Zeit der letzten Wochen doch noch gelohnt zu haben. Wir werden sehen …