Das Bindegewebe benötigt spezifische Trainingsreize und sollte regelmäßig stimuliert werden

Wir trainieren die Ausdauer durch Cardiotraining und unsere Muskeln durch Krafttraining. Neben der Skelettmuskulatur und dem Herz-Kreislauf-System sollten wir auch unser Bindegewebe regelmäßig trainieren. Ein spezifisches Bindegewebe- und Faszienkörpertraining ist bzw. war lange Zeit der fehlende Baustein der westlichen Trainingslehre.

Bis zum ersten Faszienkongress 2007 in Boston wurde dem Bindegewebe und der Faszie wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt. In China, Indien und Okinawa weiß man seit mehreren Tausend Jahren bereits, dass das Bindegewebe eine wichtige Schlüsselposition im Körper einnimmt. Nicht nur für die Gesundheit sondern auch für die körperliche Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft.

Die Trainingsmethoden der chinesischen Kampfkünste widmen der gezielten Entwicklung und Kräftigung der Faszie und der elastischen Kraft eine Großteil der gesamten Trainingszeit. Von Beginn an wird großen Wert auf Grundlagentraining gelegt, das man bis ins hohe Alter beibehält, im Idealfall bis zum natürlichen Ableben in einem hohen Lebensalter bei guter Gesundheit.

Darauf sind die östlichen Trainingsmethoden angelegt, insbesondere die ursprünglichen Methoden des „Gong-Trainings“, des körperlichen Grundlagentrainings.

Das Bindegewebe und die Muskeln bilden eine Einheit

Die chinesische Trainingslehre, wie auch die chinesische Medizin sehen das Bindegewebe, insbesondere Faszie, Sehnen und Bänder funktionell und physiologisch als eine zusammenhängende Einheit. Man betrachtet Bindegewebe, Muskeln, Nerven und Blutgeffäße als zusammengehöriges „System“, wie man auch vom Herz-Kreislauf-System und dem Verdauungssystem, Nervensystem und Hormonsystem spricht.

Der chinesische Begriff „jin“ vereint in seiner deutschen Übersetzung Begriffe, wie Bindegewebe und Faszie, Muskelgewebe, Sehnen, Bänder, Knorpel- und Gelenkgewebe, Adern, Gefäße und Energieleitbahnen, die „Meridiane“. All das wird als eine zusammenhängende Einheit, als ein funktionelles System betrachtet und trainiert.

Der Zustand dieses Systems ist die Grundlage für Gesundheit, Vitalität, Lebensenergie und Lebenserwartung. Die Versorgung des Körpers mit „Jing“ und „Qi“, den wichtigen Erscheinungsformen der Lebensenergie ist in China die Grundlage für Gesundheit und Langlebigkeit, wie auch für Kampfkraft und Widerstandsfähigkeit.

Grundlagentraining für Gesundheit und Kampfkunst

Jin ist ein essentieller Bestandteil der taoistischen und chinesischen Medizin, Kampfkunst und Kultur. Besonders in der chinesischen Medizin und Trainingslehre wird besonders viel Wert auf eine gründliche Entwicklung, Stärkung und Pflege des „Jin“ gelegt. Fast 90 % des Trainings sind der Entwicklung von „Jin“ gewidmet, nur zehn Prozent dem eigentlichen Kampftraining.

Das Training des „Jin“ ist die Wurzel und Grundlage aller ursprünglichen und effektiven chinesischen Trainingsmethoden und „Gong-Systeme“. Im Vordergrund stehen dabei immer allumfassende Gesundheit, Stärke, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Belastungen jeglicher Art.

Gong-Methoden stärken den physischen Körper und den Energiekörper mitsamt der Energieleitbahnen gleichermaßen. Das Bindegewebe, insbesondere Faszie, Knochen und Gelenke wird zusammen mit den dazugehörigen Muskeln, den Nervenbahnen und dem Herz-Kreislauf-System gleichmäßig und funktionell trainiert.

Nichts wird getrennt voneinander betrachtet und „gesplittet“ trainiert, das was zusammen gehört wird auch als zusammenhängende Einheit aufgebaut. Es geht immer darum, den ganzen Menschen als zusammenhängenden „Mikrokosmos“ zu betrachten und zu stärken. Egal, ob man Krankheiten überwinden, diesen vorbeugen oder für eine Kampfkunst trainieren will.

Das Bindegewebe und Faszien-System als Grundlage für Gesundheit, Verjüngung und Leistungsfähigkeit

 

Mit alten chinesischen Übungen zu mehr Energie und Jugendlichkeit

Zelluläre Verjüngung hört sich immer ein wenig mystisch und übertrieben an, auch wenn ich selbst diese Formulierung gerne und oft verwende. Dabei sind viele „Alterserscheinungen“ einfache Folgen eines jahre- bis jahrzehntelangen „Fehlgebrauchs“ unseres Körpers, was zu Energiemangel, Verspannungen, veränderter Körperhaltung und Mechanik und vermehrten Fehlbelastungen führt.

Völlerei und schlechte Ernährungsgewohnheiten verändern unseren Stoffwechsel und die hormonelle Balance und führen mit der Zeit zu Übergewicht und vermehrten Stoffwechselabbauprodukten und Toxinen usw. Wenn wir dem aktiv entgegenwirken durch gezielte Übungen und bessere Ernährungsgewohnheiten, dann bilden sich manche „Alterserscheinungen“ regelrecht von selbst zurück.

Vieles davon lässt sich wieder „auflösen“, wenn wir einerseits die Ursachen einstellen und andererseits die Regeneration und Wiederherstellung der ursprünglichen Verfassung aktiv unterstützen.

Die chinesischen Grundlagenübungen haben teilweise die Jahrtausende überdauert und sich für unzählige Generationen an Kampfkünstlern bewährt. Die gesamte chinesische Medizin und Trainingswissenschaft hat sich entwickelt durch Beobachten der Natur und des menschlichen Körpers und aus diesen Beobachtungen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

Immer ging es darum, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen und zu bewahren und das Unnötige oder gar Schädliche wegzulassen. Und diesen Prozess immer wieder zu verfeinern und zu optimieren, über viele Jahrhunderte und Generationen!

Das, was noch an ursprünglichen Übungen und Trainingsmethoden existiert, trainiert immer die Grundlagen, das „Jin“, auf eine schonende und nachhaltige Weise. Dort wird das Training nicht auf Jahre, sondern auf Jahrzehnte, auf ein ganzes Leben lang ausgerichtet.

Ab 60 sieht man, ob das Training funktioniert und in die richtige Richtung führt. So hat es ein befreundeter Kampfkünstler und Experte für chinesische Trainingsmethoden einmal ausgedrückt.

Faszienkörper Gong-Training La Palma 2020

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Östliche und westliche Trainingskonzepte

„Teile und herrsche“, heißt es und diese Mentalität scheint sich in der modernen westlichen Welt durch alle Bereiche zu ziehen. Die Dinge trennen und immer weiter unterteilen, immer mehr Wissen über immer kleinere Teilbereiche erlangen und letztendlich Experte von einer Sache werden, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Dafür gibt es dann einen Doktortitel und man darf sich getrost wichtig fühlen, da man ganz viel Ahnung hat von ganz wenig.

Auch in der modernen Trainingswissenschaft und Trainingslehre finden wir diese Vorgehensweise: Wir trainieren Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordination und Technik getrennt voneinander. Wir splitten den Körper auf beim Krafttraining und trainieren an einem Tag Arme und an einem anderen Tag die Beine und dann die Brust und den Rücken.

Spezialisierung auf Kosten der Ganzheitlichkeit

Wir glauben, wenn wir uns auf eine Sache oder Disziplin spezialisieren, dann könnten wir dabei den größten Erfolg und die besten Resultate ernten. Den Körper und seine Funktionen kann man jedoch nicht separieren, da alles immer zusammen agiert und nicht getrennt voneinander betrachtet werden kann.

Das Bindegewebe hat exakt diese Funktion: Alles im und am Körper zu verbinden zu einer zusammengehörigen Einheit. Und als solches wird der Körper in den östlichen Trainings- und Heilkonzepten auch behandelt und trainiert. Sobald wir uns auf einzelne Aspekte spezialisieren, laufen wir Gefahr aus dem natürlichen Gleichgewicht zu geraten.

Das Bindegewebe als Schlüssel für unsere Gesundheit und ein schönes Äußeres

Das Training des Bindegewebes und der Faszie

Der Westen hat sich spezialisiert, auf das Training des Herz-Kreislauf-Systems, der Skelettmuskulatur, des Nervensystems und der Motorik usw. Ignoriert wurde bis vor wenigen Jahren das Training des Bindegewebes und der Faszie.

Bis zum ersten Faszienkongress 2007 in Boston wurde dem Bindegewebe und der Faszie nur wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt. Glücklicherweise sind die wesentlichen Wissenschaftler seitdem dabei, die entstandene Bildungslücke zu füllen, so gut es eben geht.

Insbesondere Robert Schleip und seine Kollegen an der Uni Ulm haben einige interessante Zusammenhänge herausgefunden, welche Schlüsselfunktionen das Bindegewebe einnimmt. Sowohl für sportliche Leistungsfähigkeit als auch für die allgemeine Vitalität, Beweglichkeit, Gesundheit und dass man im fortgeschritteneren Lebensalter lebensfroh, schmerzfrei und agil bleibt, dafür ist das Training des Bindegewebe wichtig.

Genauer gesagt, das Training des „myofaszialen Systems“, dem funktionellen Verbund aus Skelettmuskelfasern und ihren dazugehörigen faszialen bindegewebigen Strukturen. Die Begriffe „myofasziales System“ und „myofasziale Leitbahnen“ wurden von dem Faszienforscher Thomas W. Myers begründet.

Faszien + Bindegewebe stärken und unterstützen für Gesundheit, Verjüngung + Belastbarkeit

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Myofasziale Leitbahnen sind die zusammenhängenden kettenartigen Gebilde aus Muskelfasern, Muskelgruppen, Bändern, Sehnen, faszialen Hüll- und Trennschichten usw., die physiologische und funktionelle Einheiten bilden und für die typisch menschlichen Bewegungsmuster zuständig sind.

Niemals verwenden wir einzelne Muskeln, immer finden großflächige und komplexe „Muskelkettenbewegungen“ statt.

Die Idee des wesentlichen „Isolations- oder Einzelmuskeltrainings“ hinkt gewaltig. Ursprünglich glaubte man, dass mein einzelne Muskelgruppen isoliert betrachten und trainieren könne und dass die Trainingseffekte umso größer sein müssten, je isolierter man sich beim Training auf einzelne Muskelgruppen konzentriert.

Dabei hängt jede Muskelgruppe mit ihren synergistischen und antagonistischen Nachbarn zusammen und alles wird durch das Bindegewebe verbunden. Eine chinesische Weisheit aus den Kampfkünsten lautet: „Wenn Du einen Teil des Körpers bewegst, bewegst Du den ganzen Körper!“. Und das drückt es sehr genau aus.

Wir können nicht einzelne Teile betrachten, das ist eine maschinistische, technisierte und künstliche Sichtweise. Die Natur funktioniert anders!

Bei einem Auto können wir die kaputten Teile ausbauen und durch neue ersetzen. Der Körper funktioniert synergistisch. Sobald wir hier einen Teil hervorheben oder vernachlässigen, schwächen wir das gesamte System.

Myofasziales Gleichgewicht aufbauen und bis ins hohe Alter bewahren

Die Hohe Kunst des Körpertrainings, der Prävention und Altersvorsorge liegt in einer optimalen natürlichen Balance aller Körpersysteme, auch des myofaszialen Systems. Nur, wenn alle „Einzelteile“ und alle konditionellen Fähigkeiten synergistisch zusammen arbeiten, ist der Körper in seiner maximalen Kraft und Leistungsfähigkeit. Vitalität, Beweglichkeit, Kraft und schmerzfreies Bewegen im Alter benötigen eine gewisse „Wartung“ und Pflege. Die meisten westlichen Trainingskonzepte sind dazu leider nur bedingt geeignet. Wir brauchen ganzheitliche Trainingsmethoden, egal für welche Zwecke.

Dazu können wir uns einerseits aus dem großen Erfahrungsschatz der östlichen Trainingsmethoden bedienen, wenn wir dazu Zugang haben und andererseits können wir ergänzend und untermauernd die neuesten westlichen Erkenntnisse, beispielsweise zum myofaszialen System nutzen.

Das beschäftigt mich selbst nun seit etwas mehr als zwei Jahren und während dieser Zeit habe ich vieles ausprobiert. Und ich habe gute Ergebnisse erzielt, bin sozusagen fündig geworden und habe Dinge zusammen getragen, die nun reif sind.

Online Bindegewebe- und Faszien-WORKSHOP

Reif dafür, dass ich sie auch anderen zugänglich mache. Und damit lade ich Dich herzlich ein, zum ersten „Online-Faszien-Workshop“, in dem ich Dir die wichtigsten Grundlagen meiner diesbezüglichen Arbeit anbiete. Hier erläutere ich die wichtigsten Grundlagen zum myofaszialen System und die Zusammenhänge zwischen den physischen und energetischen Wechselwirkungen und gebe Tipps, wie wir die natürliche Balance durch einfache Übungen und das Anwenden spezieller Prinzipien wieder herstellen können.

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