Was Hormone mit Zuckersucht zu tun habenWarum der Verzicht auf Süßigkeiten und Weißmehl nicht ausreicht und was Hormone mit Heißhunger zu tun haben

Wenn man erkannt hat, dass Süßigkeiten, Kekse, Kuchen oder auch Nudeln, Brot und andere Teigwaren aus hellem Auszugsmehl eine süchtig machende Wirkung haben, liegt der Schluss nahe, dass der Ausstieg der Sucht mit einem Entzug der triggernden Lebensmitteln einhergehen muss.

Doch was, wenn dem nicht so ist? Was, wenn ein Entzug dieser Lebensmittel keine Lösung ist?

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, weshalb der Verzicht auf triggernde Lebensmittel – zumindest als alleinige Maßnahme – nicht ausreicht um die Zuckersucht zu besiegen.

Zuckersucht und die Bio-Chemie des Körpers

Grundsätzlich wirken schnell verdauliche Kohlenhydrate, insbesondere zuckerhaltige Lebensmittel, stimmungsaufhellend und schmerzlindernd. Doch nicht jeder reagiert gleich stark auf diese Stoffe. Das ist vergleichbar mit Alkohol, mit dem viele von uns maßvoll umgehen können, andere hingegen nicht.

Während Gesunde sich zwar nach einem Stück Kuchen oder einem Schokoriegel besser fühlen, kann der Genuss von Süßigkeiten oder anderen schnell verdaulichen Kohlenhydrate bei Zuckersensiblen richtige High-Gefühle auslösen. Aus diesem Grund fällt es Zuckersüchtigen auch so schwer maßvoll mit den entsprechenden Nahrungsmitteln umzugehen, ganz nach dem Motto „nach dem ersten Stück Kuchen fängt der Spaß doch erst an!“.

Blutzucker und die Lust auf Zucker

Betroffenen wird nun oft geraten, schnell verdauliche Kohlenhydrate aus Zucker und Weißmehlprodukten zu vermeiden. Schließlich sind sie der Grund dafür, dass der Blutzucker sehr schnell in die Höhe getrieben wird. Infolgedessen schüttet der Körper Insulin aus, das dafür sorgt, dass das Zuviel an Zucker möglichst schnell aus dem Blut in die Zellen transportiert wird. Denn ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann lebensgefährlich werden.

Doch durch den schnellen und sehr hohen Anstieg des Blutzuckers reagiert der Körper mit einer Überdosis Insulin und so kommt es, dass man sich nach dem Genuss von Süßigkeiten oder Weißbrot zwar kurzfristig high und energiegeladen fühlt, aber das Tief nicht lange auf sich warten lässt. Der Blutzuckerspiegel fällt zu stark und plötzlich fühlt man sich müde, unkonzentriert und energielos.

Da unsere Zellen, allen voran unsere Gehirnzellen, aber weiterhin Energie benötigen und schnell verdauliche Kohlenhydrate sehr zügig zu Glukose (der Leibspeise unserer Gehirnzellen) verdaut werden können, lässt die nächste Heißhungerattacke nicht lange auf sich warten. Ein Teufelskreis beginnt.

Die logische Schlussfolgerung lautet daher: Iss keine schnell verdaulichen Kohlenhydrate, dann bleibt Dein Blutzuckerspiegel stabil und Du bekommst keine Heißhungerattacken mehr. (Konkrete Tipps dazu hier>>)

Klingt logisch, ist logisch, aber dennoch wird bei dieser Empfehlung nur ein Aspekt der Zuckersucht beachtet: der aus den Rudern geratene Blutzuckerspiegel. Dabei spielen auch andere Faktoren bei der Zuckersucht eine Rolle.

Serotonin und Endorphine und die Zuckersucht

Menschen, die übermäßig stark auf Zucker reagieren, leiden zumeist unter sehr niedrigen Serotonin- und Endorphin-Spiegeln. Während Serotonin uns hoffnungsvoll und optimistisch werden lässt und uns eine gute Selbstkontrolle schenkt, steigern Endorphine die Schmerztoleranz und machen euphorisch.

Serotonin und Endorphine sind also sehr mächtige Botenstoffe, die unsere Stimmung und unser Verhalten beeinflussen können. Wenn wir zu wenig davon haben, geht es uns schlecht und wir fühlen uns deprimiert.

Süßigkeiten und andere schnell verdaulichen Kohlenhydrate helfen den Pegel dieser Glücks- und Wohlfühlhormone anzuheben. Und da bei einem Mangel an Serotonin zudem die Impulskontrolle sinkt, also die Fähigkeit dem eigenen Willen entsprechend zu handeln, ist es logisch, dass Schokolade und Co eine so verführerische Wirkung auf Betroffene haben.

Zuckersucht besiegen so geht´s

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