Sich nach außen öffnen: Tagebuch oder Vertrauensperson

Heißhunger und Gelüste machen Ihnen das Leben schwer? Besonders dann, wenn Sie sich traurig, einsam, abgespannt, sinnlos oder gelangweilt fühlen, können Sie den vielen Köstlichkeiten der Nahrungsmittelindustrie nicht widerstehen?

Wenn Sie Ihre Stimmungs durchs Essen regulieren wollen, und Sie – vielleicht auch mithilfe des Artikels „Wenn Essen zum Ersatz wird. Bin ich betroffen?“ – herausgefunden haben, dass Sie Essen als Ersatzbefriedidung für emotionale Bedürfnisse zweckentfremden, haben Sie den ersten Schritt heraus aus dieser Zwickmühle bereits hinter sich.

Sie haben Ihr Problem erkannt, stellen sich ihm und laufen nicht länger davor weg. Denn auch, wenn Essen satt und zufrieden machen kann, kann es Nähe, Verständnis, Abwechslung oder mehr Sinn im Leben nun wirklich nicht ersetzen. Sie wissen nun also, dass Sie Ihr emotionales Gleichgewicht durch andere Dinge als durchs Essen herbeiführen sollten und wünschen Sie ein harmonisches Essverhalten herbei, bei dem Sie Genuss und Freude empfinden und wieder frei entscheiden können, was wann in welcher Menge gegessen wird.

Daher wollen wir heute gemeinsam einen weiteren Schritt in Richtung Heilung gehen und unsere Absicht etwas verändern zu wollen nach außen manifestieren, um ihr noch mehr Kraft und Stärke zu verleihen.

Seelennahrungs-Tipp: Die Bereitschaft für Veränderung nach außen zeigen

Als Zeichen, dass wir es nun wirklich ernst meinen, unser „Problem“ der Ernährung und der Figur anzugehen, sollten wir das nicht nur vor uns selbst, sondern auch nach außen hin manifestieren. So gewinnt unser Vorhaben an Stärke. Das hilft uns dabei die guten Vorsätze auch in die Tat umzusetzen auch Veränderungen zu erreichen.

Wir sollten also in einem nächsten Schritt unsere Bereitschaft, etwas in unserem Leben verändern zu wollen, auch nach außen hin zeigen. Dazu stehen uns zwei Wege zur Verfügung: Entweder wir suchen uns jemanden, dem wir uns öffnen und anvertrauen können oder wir legen uns ein Ernährungstagebuch an und vertrauen ihm unser Vorhaben an.

1. Sich jemandem anvertrauen
Wer den Mut hat, sich einer Person mitzuteilen, der sollte Vorsicht walten lassen. Je nachdem, wie ausgeprägt unser Essensproblem ist, kann es leicht passieren, dass wir andere damit überfordern. Selbst sehr gute Freunde und nahestehende Verwandte haben Schwierigkeiten unser Verhalten und Denken nachzuvollziehen.

Ich zumindest musste damals die Erfahrungen machen, als ich allen Mut zusammen genommen hatte, um mich zwei meiner damals nahestehensten Personen anzuvertrauen, diese mit meinen Aussagen zu überfordern. Entweder sie hörten zwar zu, ignorierten künftig jedoch meine Worte und machten so als sei nie etwas gewesen, oder sie wollten mich zum Psychologen schleppen.

Nur Wenige, die nicht selbst betroffen sind, können verstehen:

  • wenn ein paar Hundert Gramm darüber entscheiden, ob wir gut oder schlecht gelaunt sind
  • wenn wir zu Maßnahmen wie Hungerkuren, Abführmitteln oder Erbrechen greifen
  • dass Gelüste einen derart im Griff haben können, dass es zu unkontrollierten Essattacken kommen kan

Mit Toleranz und Verständnis ist es dann oftmals nicht weit her. Wir sollten uns daher genau überlegen, wem wir uns anvertrauen. Ein vorsichtiges Herantasten ist wahrscheinlich eher angebracht, als das unvorbereitete Herausplatzen zum Stand der Dinge.

Damit möchte ich Sie jedoch auf keinen Fall davon abbringen sich eine Vertrauensperson zu suchen. Denn andererseits – und auch das weiß ich aus Erfahrung – gibt es nichts Schöneres und Befreienderes, wenn wir bei unseren Mitmenschen auf Akzeptanz und Verständnis treffen. Das kann uns eine große Hilfe sein, uns selbst und unser Verhalten anzunehmen.

Statt sich Freunden, Verwandten oder Bekannten anzuvertrauen, besteht natürlich auch die Möglichkeit, sich von fachmännischer Seite Hilfe zu holen. Ob Psychologen, ein Arzt des Vertauens oder Ernährungsberater, die Liste ist lang.

Springen Sie über Ihren Schatten und vereinbaren Sie einen ersten Schnuppertermin. Wenn die „Chemie” stimmt, können Gespräche mit Fachleuten Wunder wirken. Achten Sie darauf, dass Ihre Wahl auf eine Person fällt, die geschult ist im einfühlsamen Annehmen und Verstehen. Nach meiner eigenen Erfahrung ist es genau das, was wir brauchen, statt gutgemeinter, fachmännischer Expertentipps.

2. Auch ein Tagebuch verschafft Erleichterung
Wem wir sicherlich vertrauen können, ist unser Tagebuch. Was die zweite Alternative wäre, unsere Bereitschaft nach außen hin zu zeigen und unseren Entschluss zu stärken. Wenn Sie nicht sowieso schon ein Tagebuch führen, dann schaffen Sie sich eins an.

Das Schreiben von Tagbüchern, dem wir alles anvertrauen können, kann sehr befreiend und klärend sein. Sich einfach alles von der Seele zu schreiben, ohne Wenn und Aber und ohne die Angst auf Ablehnung oder Unverständnis zu treffen, tut nicht nur gut, sondern kann neue Erkenntnisse liefern. Notieren Sie Ihre Gedanken, Selbstzweifel und Hoffnungslosigkeit und spüren Sie die reinigende Wirkung.

Bei unserem Weg aus dem Kontrollverlust heraus zu einem harmonischen Ernährungsverhalten kann unser Tagebuch zu einem wahren Freund und Helfer werden. Wir benötigen es um unser Verhalten zu analysieren, mehr Aufschlüsse über uns selbst zu bekommen und können an schlechten Tagen die bereits gemachten Fortschritte nachlesen.

Vertrauen Sie darauf: Veränderungen sind auch für Sie möglich
Jedem von uns steht der Weg offen für eine individuell stimmige Ernährungsweise, bei der wir wieder selbst entscheiden können, was, wann und wie viel gegessen wird. Denn genauso wie wildlebende Tiere tragen auch wir in uns eine Stimme, die uns zielsicher Richtung Wohlbefinden führt. Allgemeingültige Regeln und Vorschriften kann es in einem so sensiblen Bereich wie Ernährung nicht geben. Der individuelle Allgemeinzustand und die jeweiligen Lebensumstände spielen eine oft unterschätzte Rolle.

Finden Sie daher den Mut, aller Empfehlungen sogenannter Ernährungsexperten zu trotz, und verlassen Sie sich allein auf Ihre Bauchstimme, die sich durch ein regelmäßiges „In-sich-gehen“ erwecken lässt und mit der Zeit immer klarer mit uns kommunizieren wird.

Bildrechte: aboutpixel.de Tagebuch © Walter Christ

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