Erst denken, dann sprechen

Reden Sie auch so gerne wie ich? Dann neigen Sie vielleicht ebenfalls dazu, zu viel zu erzählen und sich im neusten Klatsch und Tratsch zu verlieren. Doch das tut weder uns noch anderen gut. Zum einen verschwenden wir durch unnützes Geschwätz unsere Energie und zum anderen richten wir dabei oftmals mehr Schaden als Nutzen an.

Zu diesem Thema bin ich heute bin ich auf eine Kurzgeschichte von Sokrates gestoßen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Wie ich finde, steckt in ihr sehr viel Weisheit, die sich insbesondere Redebegeisterte zu Herzen nehmen sollten.

Die Geschichte von den Drei Sieben

Zu Sokrates kam einmal ein Mann und sagte: „Du, höre, ich muss dir etwas wichtiges über deinen Freund erzählen“.
„Warte ein bisschen“, unterbrach ihn der Weise. „Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe hindurch gehen lassen?“ „Welche drei Siebe?“
„So höre gut zu! Das erste ist das Sieb der Wahrheit. Bist du überzeugt, dass alles, was du mir sagen willst, auch wahr ist?“ „Das nicht, ich habe es nur von anderen gehört.“
„Aber dann hast du es wohl durch das zweite Sieb hindurch gehen lassen? Es ist das Sieb der Güte.“ Der Mann errötete und antwortete: „Ich muss gestehen, nein.“
„Und hast du an das dritte Sieb gedacht und dich gefragt, ob es nützlich sei, mir von meinem Freund zu erzählen?“ „Nützlich? – Eigentlich nicht.“
„Siehst du“, sagte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch nützlich ist, dann behalte es lieber für dich.“

Sokrates (469 v.Chr.-399 v.Chr.)

Bevor wir also das nächste Mal gedankenlos losplappern, sollten wir uns einmal überlegen, ob das, was wir zu sagen haben, den Tatsachen entspricht, einem anderen das Weitererzählen Schaden zufügen könnte und ob es für irgendwen von Nutzen ist, dass wir zum Reden ansetzen. Wenn nicht mindestens einer der Punkte Wahrheit, Güte oder Nutzen erfüllt ist, sollten wir ganz nach dem Motto: „Reden ist Silber  – Schweigen ist Gold“ lieber einmal die Klappe halten:)

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