Wieso nicht immer alles gut ist, wie es ist und wie wir trotzdem versuchen, das Beste aus jeder Situation zu machen

Das Leben lässt sich nicht planen. Häufig kommt es anders als man sich das vorher in seinen Vorstellungen ausgemalt hat. Bei uns ist das jedenfalls aktuell gerade wieder mal so.

Mal wieder stecken wir aufgrund einer Autopanne fest an einem Ort, den wir eigentlich nur passieren wollten: in Bourg bei Langres in Frankreich.

Die Idee: Überwintern auf La Palma

Nachdem wir Anfang Oktober unsere Zelte in Nordhessen erst einmal wieder abgebrochen haben, wollten wir noch kurz ins Saarland, um dann mit unserem Wohnmobil und unseren drei Hunden nach Südspanien zu fahren, um dort die Fähre auf die kanarischen Inseln zu nehmen.

Die Idee: Überwintern auf La Palma – einer kleinen und verhältnismäßig grünen Insel der Kanaren, auf die es uns vor ziemlich genau zehn Jahren verschlagen hat und wo wir einige Jahre gelebt haben.

Reisen mit Otto, unserem Wohnmobil, immer für eine Überraschung gut!

So weit der Plan, doch schon während unserer Anfahrt ins Saarland kommt es zu Problemen beim Schalten. Doch am Samstagabend finden wir keine Werkstatt mehr, die noch Zeit für uns hat. Notgedrungen verbringen wir das Wochenende bei strömenden Regen auf einem Campingplatz in der Nähe von Saarlouis.

Ein seltsames Gefühl kein wirkliches zu Hause mehr zu haben und auf unseren Otto als Dach über dem Kopf angewiesen zu sein.

Am Montag scheint dann alles halb so wild. Die Mechaniker drehen eine Schraube am Kupplungszug fest und schon lässt sich die Schaltung wieder ohne Probleme bedienen. Wir sind voller Vorfreude und wollen nur noch kurz nach Saarbrücken fahren, um uns von Jens Mutter zu verabschieden. Die Vorfreude hält nur kurz. Auf den letzten Kilometern tauchen die Probleme mit der Kupplung wieder auf.

Wir werden vom ADAC in eine Werkstatt abgeschleppt. Auch dieses Mal lässt sich das Problem durch das Festziehen der besagten Schraube lösen. Die Werkstatt rät uns allerdings, das Kupplungsseil auszutauschen.

Erst am Mittwoch ist das Ersatzteil da und wir machen uns am Donnerstag auf Richtung Frankreich mit gemischten Gefühlen, denn so ganz trauen wir der Sache noch nicht.

Und siehe da, als wir nach ca. 250 km von der Autobahn abfahren und uns einen Stellplatz für die Nacht suchen, bemerken wir die alt bekannten Probleme beim Schalten.

Am nächsten Morgen fahren wir in eine nahe gelegene Werkstatt. Schnell ist klar, dass das Problem nicht an der Oberfläche zu finden ist. Das Getriebe muss raus. Das ist natürlich aufwändig. Die Werkstatt hat erst nächste Woche Zeit. Na super!

Déjà-vu gefällig?

Da stehen wir also. Mit kaputtem Wohnmobil, drei Hunden, nassem Herbstwetter und kommen nicht weiter. Schon wieder verschiebt sich die Abfahrt der Fähre nach La Palma um mindestens eine weitere Woche als ursprünglich geplant. (Die sogenannte Hundefähre, auf der es ein Deck zum „Ausführen“ der vierbeinigen Passagiere gibt, legt nur einmal die Woche von Huelva aus ab). Wie gut, dass wir noch keine Tickets gebucht haben!

Jetzt heißt es abwarten. Heute soll die „Diagnose“ kommen. Dann erfahren wir, ob es in wenigen Tagen weiter gehen kann, oder ob im schlimmsten Fall ein neues Getriebe her muss. Dann sitzen wir hier gut und gerne noch zwei bis drei Wochen fest. Was für eine Freude 😉

Ein kleines Déjà-vu drängt sich auf.

Eine ähnliche Situation ereilte uns vor ziemlich genau zwei Jahren. Damals auch in Frankreich, auf dem Weg nach Portugal, erlitt unser Otto einen Motorschaden. Worst case sozusagen. Nach einigem Abwägen entschieden wir uns damals für eine Reparatur, die uns mehr kostete als wir für das Wohnmobil bezahlt hatten.

Optimistisch bleiben, zahlt sich aus

Weil die Energie der Aufmerksamkeit folgt, versuchten wir auch damals, nach Überwindung des ersten Schocks optimistisch zu bleiben. Keine einfache Herausforderung, aber sie ist uns recht gut gelungen – finden wir zumindest.

Wir haben das Beste aus der damaligen Situation gemacht, viel Zeit an den einsamen Stränden und in den Wäldern verbracht und das Glück im Unglück, das wir auf vielfältige Weise erfahren haben, immer wieder bewusst wert geschätzt, wie Du in diesem Artikel von uns nachlesen kannst.

Selbst die Kosten, die der Einbau eines neuen Motors verursacht hat, haben sich inzwischen wieder refinanziert. Und das sicher auch dank unserer Einstellung.

Denn in diesen drei Wochen „Zwangsstopp in Mimizan“ wurden wir mehr als belohnt mit Ideen für ein neues Projekt: unsere IF 16/8-Seite, dem Portal mit den besten Tipps und Tricks zum intermittierenden Fasten sowie der Inspiration für ein neues Buch, das inzwischen längst veröffentlicht ist.

„Intervallfasten für Anfänger: Das 4-Wochen-Programm für einen gelungenen Einstieg ins intermittierende Fasten“ entstanden ist.

Intervallfasten für Anfänger Buchcover

Nicht alles, was passiert, ist gut, aber wir können aus allem das Beste machen

Auch dieses Mal gelingt es uns, die Situation gelassen zu nehmen und positiv zu bleiben. Wir halten zwar nicht viel von dem New-Age-Geschwafel „Alles ist gut, wie es ist.“ (Wie kann man das in Anbetracht all des Leids und des Elends, das auf dieser Welt herrscht, ernsthaft behaupten???), oder dass wir alles, was passiert, selbst gewählt haben, sind aber der tiefen Überzeugung, dass wir aus allem, was passiert, das Beste machen können.

Ein Motto, das uns in solchen Situationen enorm hilft, unsere Schwingung zu halten und nicht permanent durchzudrehen oder zu verzweifeln.

Wenn wir eins in den letzten Jahren unseres doch recht turbulenten Lebens gelernt haben, ist es, dass es immer weiter geht, auch wenn die Lage momentan hoffnungslos scheint. Das Leben macht keine Pause. Leben ist in Bewegung. Irgendwas geschieht immer. Und selbst die verflixtesten Situationen dauern nicht für die Ewigkeit.

Und so heißt es auch dieses Mal: Ohren steif halten und möglichst positiv bleiben, denn die Energie folgt der Aufmerksamkeit – ein Naturgesetz und kein falsches New-Age-Geschwafel.