Projekt ohne Zucker lebenWie mein Süßhunger verschwindet und über mein Projekt im Projekt

Fast ein halbes Jahr geht nun bereits mein Experiment „Ohne Zucker leben“. Nicht immer ging es reibungslos, doch im Großen und Ganzen bin ich mit dem Verlauf meiner Zuckerentwöhnung zufrieden. Aktuell meide ich jeglichen Zucker in Form von Haushaltszucker, Dicksäften, Sirups, esse keine Produkte aus Weißmehl und selbst nach Trockenfrüchten habe ich kein Verlangen.

Süßhunger wie weggezaubert

Den allmorgendlichen Grüntee süße ich mit getrockneten Stevia-Blättern und der gelegentliche Süßhunger wird gestillt durch Bananen mit Mandelmus oder einem Shake aus Bananen, Orangen, Mandelmus und einer Prise Zimt. Mehr brauche ich zur Zeit nicht und das finde ich eine sehr schöne Entwicklung.

Auch mein Jieper auf Nudeln und Weißbrot ist wie weggezaubert, dafür esse ich ab und an Pumpernickel- oder Knäckebrot und kann hier keine süchtigmachende Wirkung feststellen. Außerdem fahre ich gerade voll auf Vollkorn-Basmatireis ab, den es fast jeden Abend mit zuerst gekeimten und dann mit Gemüse angebratenen Mungbohnen gibt. Getoppt wird das dann noch mit einem Löffel Erdnusscreme und ich bin rundum glücklich.

Grüner Smoothie und Lubrikator (weißer Smoothie) sind aktuell leider Mangelware, weil das Messer unseres Hochleistungsmixers den Geist aufgegeben hat und in der Mitte durchgebrochen ist. Unser Mixstab ist für solche Shakes leider nicht so gut geeignet. Wir hoffen aber, dass ein neues Messer bereits auf dem Weg zu uns ist und diese beiden nicht nur gesunden, sondern auch überaus leckeren Mixgetränke bald wieder unseren Speiseplan bereichern.

Ein kleiner Einblick in die Inspiriert-Sein Küche:

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von oben nach unten:
Salat mit Papaya und schwarzem Sesam / Vollkornbasmatireis mit Mungobohnen-Gemüse und Lubkrikator-Soße
Kartoffeln mit Mungbohnengemüse und Tomatensoße / Tomaten-Tofurella-Salat
Bunt gemischter Salat / süßer Shake (als der Mixer noch ging ….)
Kaputtes Messer

Rückfälle ausgeschlossen?

Wie ich bereits unzählige Male die Erfahrung machen durfte, sollte man sich bei der Zuckerentwöhnung allerdings davor hüten, sich zu sicher zu fühlen. Früher oder später kommt der Zeitpunkt an dem das innere Teufelchen zu einer Ausnahme verführen möchte.

Bei mir passiert das meist dann, wenn mich etwas emotional aus der Bahn wirft, ich mich für etwas belohnen möchte oder mein Eisprung bzw. meine Menstruation kurz bevorsteht. Das sind dann meistens auch die Momente, in denen ich in der Vergangenheit mein Projekt „Ohne Zucker leben“ nicht ganz so eng genommen habe und mir die oder andere Ausnahme „gegönnt“ habe, nur um dann frustriert feststellen zu müssen, dass ich sehr schnell sehr viel mehr will als nur einen Abend Nudeln oder nur einmal eine Tafel Schokolade zu essen.

Und wie das oft so ist; sind die guten Vorsätze erst einmal gebrochen, fällt die nächste Übertretung in der Regel noch viel leichter. Und so kam es, dass ich nach 7 Wochen zucker- und weißmehlfreier Zeit zu Beginn des Jahres, dann doch des Öfteren wieder in die Zuckerfalle getappt bin.

Die 100-Tages-Marke

Was mich aktuell sehr stark motiviert nicht aus Leichtsinn oder einer Laune heraus zu Süßigkeiten oder Nudeln zu greifen, ist zum einen mein Vorhaben bei diesem Projekt ganz bewusst einmal 100 Tage am Stück keinerlei verarbeiteten Zucker und keinen Bissen Weißmehlprodukte zu essen.

Einfach aus dem Grund, weil ich bereits in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht habe, dass sich Geschmacksnerven nach einer ausreichend langen Entwöhnung umstellen und herkömmliche Süßigkeiten dann viel zu süß und Nudeln viel zu sehr nach nichts schmecken, als dass ich dafür meine Gesundheit ruinieren möchte.

Mein Projekt im Projekt

Außerdem bin ich gerade mitten in einem neuen Projekt (mache also sozusagen ein Projekt in einem Projekt:-), das darauf abzielt meinen Hormonhaushalt wieder ins Optimum zu bringen. Denn auch, wenn ich mich gesund fühle, so habe ich doch über viele Jahre hinweg meine Bauchspeicheldrüse und damit auch meine Zellen durch meine zahlreichen insulinausschüttenden Mahlzeiten stark gefordert.

Wie ich bereits in dem Artikel „Was ist Insulin und was macht es so gefährlich?“ berichtet habe, führen ständig hohe Insulinpegel aber nicht nur früher oder später zu einer Insulinresistenz und damit zu einer Vorstufe von Diabetes Typ II, sondern blockieren auch die Fettverbrennung und führen dazu, dass man im Laufe der Jahre immer weiter zunimmt. Und auch diejenigen, die Muskelmasse aufbauen wollen, sollten ihre Insulinproduktion unter Kontrolle halten.

Jens und ich haben daher vor ein paar Tagen ein Experiment gestartet, in dem wir versuchen die Insulinausschüttung auf maximal einmal am Tag zu reduzieren und so die bio-chemischen Bedingungen für den fettverbrennenden bzw. anabolen Stoffwechsel so optimal wie möglich zu gestalten. Und dabei geht es uns nicht allein darum, einen athletischen und definierten Körper zu erreichen, sondern vor allem darum, unsichtbare Fettpolster an den inneren Organen loszuwerden.

Denn dieses sogenannte Bauchfett ist anders als das sichtbare Fett an Hüften, Oberschenkeln und Gesäß gefährlich, weil es ständig Fettsäuren freisetzt und damit zu erhöhten Blutfettwerten führt. Außerdem ist dieses nicht sichtbare innere Fettgewebe auch oft der Grund dafür, wenn man ständig mit seinen Abnehmversuchen scheitert. Denn erst, wenn dieses aktive Fett verbrannt ist, gibt der Körper das auch aus optischen Gründen lästige Unterhautfettgewebe her.

Solange der Körper eine größere Menge inneres Fettgewebe gespeichert hat, wird dieses bei sämtlichen Abnehmversuchen zuerst verbrannt und setzt massiv Fettsäuren und Cholesterin frei, die dann das Herz-Kreislaufsystem und die Leber belasten und ebenso wie ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel zur Insulinresistenz führen können.

Aus Schutz davor transportiert der Körper diese im Blut zirkulierenden Fett dann schnellstmöglich ins Unterhautfettgewebe. Das führt dazu, dass man trotz massiver Bemühungen abzunehmen hier sogar noch mehr Fett einlagert, was ganz schön demotivierend sein kann.

Erst, wenn das innere Fettgewebe soweit verbrannt ist, fängt der Körper an das sichtbare Unterhautfettgewebe aufzulösen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich unser 100-Tage-Experiment entwickelt und solange möchte ich auf jeden Fall ohne Zucker und Weißmehlprodukte auskommen!

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