31 Tage lang 20 Stunden intermittierend fasten, 4 Stunden essen, warum?

Es ist der 1.1.2018 und damit ein typischer Starttag für ein neues Vorhaben. So auch bei mir. Heute fällt der Startschuss zu meinem IF 20/4 Experiment. Einen Monat lang möchte ich nicht länger als 4 Stunden am Tag essen und meinem Körper eine 20-stündige Auszeit vom Essen gönnen. Doch warum tue ich das?

Herausforderung gewollt!

Ich bin ein Typ, der Herausforderungen liebt. Nachdem ich 2015 den Fokus auf Zuckerentwöhnung gelegt habe und mich heute befreit von meiner Zuckersucht fühle, möchte ich dieses Jahr den Fokus aufs Intervallfasten legen und mit verschiedenen Formen davon experimentieren. Einfach, weil ich von den positiven Wirkungen intermittierenden Fastens überzeugt bin. Es gibt keine andere Methode, die auf so vielen Ebenen etwas in Gang bringt.

Intermittierendes Fasten reguliert den Blutzucker, stellt die Insulinempfindlichkeit der Zellen wieder her, hilft beim Abnehmen, setzt mehr Lebensenergie frei, ist ein Turbobosster in Sachen Reinigung und Verjüngung unserer Zellen und zudem auch noch überaus praktisch, weil flexibel gestaltbar und zeit- und energiesparend. Für mich persönlich ist periodisches Fasten der Weg, der mir zwei wichtige Vorzüge bietet: Mehr Unabhängigkeit und Genuss beim Essen ohne schlechtes Gewissen.

Wenn ich problemlos den Tag ohne Nahrung auskomme, macht mich das frei, nicht nur, wenn wir unterwegs sind, sondern auch im Alltag, in dem ich mich gerne um verschiedene Dinge kümmern möchte. Gleichzeitig steigt der Genuss beim Essen, denn Hunger ist bekanntlich der beste Koch. Wenn ich den ganzen Tag über nichts oder nur wenig gegessen habe, schmeckt mir das Abendessen deutlich besser! Und zudem befreit mich intermittierendes Fasten von meinem schlechten Gewissen. Denn die täglichen Essenspausen gleichen – zumindest kleine und gelegentliche – Sünden aus.

Mir hat intermittierendes Fasten sehr auf meinem Weg zu einem harmonischen Essverhalten, frei von Schuldgefühlen oder schlechtem Gewissen geholfen. Ausführlich dazu hier>>

All das, also meine Lust auf Herausforderung, die positiven Wirkungen von intermittierendem Fasten und meine persönlichen Erfahrungen damit, haben mich dazu veranlasst, dieses Jahr zum Jahr des Intervallfastens zu machen.

Warum IF 20/4?

Ich bin ein Typ, der sich gerne mal übernimmt, sich zu viel vornimmt. Aus einer Herausforderung wird schnell eine Überforderung. Entweder ich fange dann erst gar nicht mit meinem Vorhaben an, oder ich halte nicht lange durch. Nur allzu oft habe ich erlebt, wie das Pendel von der einen Richtung in die andere ausschlägt. In Bezug auf Ernährung bedeutet das einen Wechsel von gesund in ungesund oder von wenig in übermäßig. Dieses Spielchen habe ich lange genug gespielt und nun keine Lust mehr darauf.

Von daher wollte ich etwas finden, von dem ich auch weiß, dass ich es durchziehen kann. Etwas, was mich fordert, aber nicht überfordert. Aus meinen anfänglichen Plänen im Januar jeden zweiten zu fasten (hatte ich mir schon für letztes Jahr vorgenommen und da immerhin 9-mal gefastet bis zum 20.1. ausführlich dazu hier>>), wurde dann IF 20/4, sprich 20 Stunden am Tag fasten und 4 Stunden essen.

Das dürfte zu schaffen sein. Denn inzwischen sind tägliche Auszeiten von 16 Stunden zu einer Normalität für mich geworden, die ich äußerst selten unterbiete. Durch meine Zuckerentwöhnung bin ich so unabhängig vom Essen geworden, dass mir selbst 36- bis 40-stündige Auszeiten keine Probleme mehr bereiten, die ich immer mal wieder, ebenso wie längere Fastenkuren, seit ein paar Jahren einlege.

Allerdings habe ich noch nie konsequent darauf geachtet, 20 Stunden lang nichts zu essen und ich bin gespannt, ob es irgendwelche Veränderungen mit sich bringt, wenn ich nun konsequent mein Zeitfenster auf vier Stunden am Tag beschränke.

Mein IF 20/4-Experiment: Wie sind die Regeln?

Bei IF 20/4 geht es um den Wechsel von 20-stündigen Auszeiten vom Essen (die Schlafdauer wird natürlich dazu gerechnet) mit vierstündigen Essensfenstern. Während dieser Zeit werde ich keine Kalorien zu mir nehmen. Nur Wasser und Tee sind erlaubt. Im äußersten Notfall werde ich mir einen Löffel Kokosöl genehmigen, da Fette zumindest den Insulinspiegel kaum beeinflussen, aber dennoch eine sättigende Wirkung haben. Darauf möchte ich wirklich nur dann zurückgreifen, wenn das Durchhalten sonst gefährdet wäre.

Warum so strikt?

Seitdem ich weiß, dass Auszeiten vom Essen ein effektiver Weg sind, um die Autophagie (= ein natürliches Selbstreinigungsprogramm unserer Zellen) zu verstärken und es vermutlich so ist, dass völliges Fasten hier effektiver ist als das etwas lockerere Fasten, das wir bis vor einem halben Jahr praktiziert haben, haben wir die Zügel ein wenig angezogen.

Seit Juni 2017 achte ich auf Essenspausen von mindestens 16 Stunden und verzichte dabei auch auf Kleinigkeiten, die ich mir bisher bei Lust und Bedarf genehmigt habe, wie z. B. eine Hand voll Nüsse, Kokosöl im Tee, etwas Kokosmus, einen Apfel oder auch mal einen grünen oder weißen Smoothie.

Denn auch, wenn die Forschungen in Bezug auf Autophagie noch in den Kinderschuhen stecken, so ist zumindest klar, dass es mindestens 12 bis 14 ohne Nahrung und damit ohne Kalorien braucht, bis dieser Prozess so richtig in Gang kommt. Jede Stunde, ja jede Minute während die Autophagie auf Hochtouren läuft, bewirkt einen beträchtlichen Reinigungseffekt auf zellulärer Ebene. Jede Kalorienaufnahme in dieser Zeit beeinträchtigt diesen Effekt. Daher so strikt.

Wie es mir die erste Woche meines Projekts IF 20/4 ergangen ist, das kannst Du auf unserer zweiten Seite www.if168.de nachlesen>>

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