Auf die Absicht kommt es an

Kommunikation dient uns als Werkzeug im Umgang mit anderen Menschen. Und auch bei inneren Konflikten hilft uns die Fähigkeit einer gut funktionierenden Kommunikation zwischen den verschiedenen inneren Anteilen in uns selbst. Die Fähigkeit sich klar und geschickt auszudrücken ist nicht nur für den privaten Bereich wichtig, auch in beruflichen Bereichen wird sie immer mehr geschätzt.

Kein Wunder, dass Kommunikations- und Rhetorikkurse boomen. Vor allem für Verkäufer und Manager gibt es ein großes Angebot. Man lernt sich geschickt zu präsentieren, sein Anliegen schmackhaft vorzutragen um die Absätze zu steigern und die Mitarbeitermotivation durch Lob zu fördern.

Allein vom Zweck aus betrachtet, funktionieren diese unternehmerischen und verkäuferischen Tipps. Doch leider gehen dabei wesentliche Anteile, die zu einem guten Kommunikationsmodell gehören, völlig unter.

Denn Kommunikation beginnt nicht erst mit dem Aussprechen von Worten, sondern schon bei der inneren Absicht des Sprechers.

Wir müssen unterscheiden: Liegt unser Hauptanliegen beim Sprechen darin uns mitzuteilen, also darin dem anderen zu sagen, was in uns ist? Oder beabsichtigen wir mit unserer Äußerung den anderen zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen?

Bei Formulierungstipps, die Produkte an den Mann bringen oder Menschen beeinflussen wollen, liegt der Schwerpunkt gewöhnlich beim Zuletzt genannten.

Schade, denn so geht uns der wesentliche Aspekt von Zwischenmenschlichkeit verloren: die ehrliche und authentische Mitteilung von dem, was in uns vorgeht. Denn hier geht es weniger darum ehrlich unser Inneres auszudrücken, als vielmehr darum mit geschickten Floskeln und Formulierungen aufzuwarten. Kein Wunder also, wenn sich in Verkaufsgesprächen mit einem so geschulten Personal ein ungutes Gefühl einstellt. Der Empfänger spürt, dass irgendetwas nicht stimmt.

Kommunikation transportiert mehr als das gesprochene Wort. Auch die verdeckte Absicht des Sprechers und seine Einstellung zu dem, was er vermittelt, wird wahrgenommen.

Wir spüren schnell, wenn uns jemand bloß gut zuredet, nicht weil er es erst meint oder uns etwas Nettes sagen will, sondern um ein gewünschtes Verhalten von uns zu erzielen. Vor allem Kinder sind für solche manipulativen Methoden sehr sensibel und reagieren trotzig und uneinsichtig. Nicht wegen dem Anliegen an sich, sondern wegen der Art und Weise, wie etwas an sie herangetragen wird.

Bei Kommunikationsmodellen und -kursen, die uns darin schulen geschickt zu formulieren, so dass wir durch manipulative Überredungskunst erreichen, was wir wollen, sollten wir hellhörig werden.

Welche Motivation steht dahinter, welche Grundhaltungen werden vorausgesetzt?
Geht es uns nämlich letztendlich darum tiefe und bereichernde Beziehungen aufzubauen, sollte das Oberziel stets die Verbesserung des Miteinanders sein, statt der Durchsetzung eigener Ziele.

In wahren Kommunikationsmodellen finden wir mehr als nur die Anleitung des richtigen Ausdrucks. Sie vermitteln immer auch ein Menschenbild, das geprägt ist von einem ehrlichen, einfühlsamen und von gegenseitigem Respekt geprägtem Miteinander.


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