Jeder Mensch „tickt“ anders, ich kann nicht von mir auf andere schließen!

Neurotransmitter-Dominanz als physische Grundlage für unterschiedliche Verhaltensweisen

Seitdem ich im November 2017 das Neuro-Typing-Seminar von Christian Thibaudeau besucht habe, verwende ich dieses Tool täglich. Immer wieder überrascht mich die Genauigkeit, wie exakt manche Menschen ihrem Neurotransmitter-Typ entsprechen.

Das System deckt sich weitestgehend mit den Typen der chinesischen fünf Elemente-Lehre, bringt aber darüber hinaus noch andere Aspekte und Erkenntnisse mit ein. Für mich ist das Neuro-Typing-System von Christian Thibaudeau ein wirklicher „Masterkey“, ein wahrer Universalschlüssel, um Menschen lesen und besser verstehen zu können.

Nicht jeder tickt so, wie ich selbst

Vor einigen Jahren wagte ich in einer geselligen Runde auf La Palma, im Rahmen einer Diskussion um das Thema „Ego“ folgende Bemerkung: „Seien wir doch mal ehrlich, im Grunde geht es doch jedem immer nur darum, besser zu sein als die anderen!“

Die „Creme de la Creme“ der esoterisch-spirituell kundigen Inselbewohner war anwesend und meine Äußerung provozierte den ganzen Raum. „Ich meine, das ist doch DIE treibende Kraft in uns, besser sein zu wollen als die anderen und wenn ich an einer Stelle vielleicht nicht besser bin, dann finde ich gleich zehn andere Bereiche, in denen ich allen anderen weit überlegen bin und weshalb ich mich auch besser fühlen darf!“ Danach ging dann im Raum das große Geschrei los.

Ich war wirklich überzeugt, dass alle Menschen irgendwo gleich seien, dass Dinge die ich bei mir als treibende Kraft oder Hemmnis entdeckt hatte, auch bei anderen Menschen ähnlich sein müssten.

Das Neuro-Typing-System hat hier definitiv meinen Horizont erweitert. Was für eine Person förderlich und richtig ist, kann für jemand anders völlig falsch und sogar schädlich sein. Das gilt nicht nur für Trainingsreize, sondern für Reize jeglicher Art!

Wie wir auf Stress reagieren

Der Mensch ist in der Lage, auf Reize zu reagieren und sich in gewissem Maße auch an Veränderungen der äußeren Umstände anzupassen. Das ist Teil der menschlichen Überlebensstrategien. Im Reptiliengehirn sind die ursprünglichsten Überlebens- und Reiz-Reaktions-Mechanismen verankert, wie z. B. Hunger-Sättigung, Kampf, Flucht, Fortpflanzung, usw.

Stress entstand ursprünglich immer nur dann, wenn unser physisches Überleben in Gefahr war. Eine Hungersnot, Wasser- und Schlafentzug. Hitze, Kälte und akute Gefahren wie ein feindlicher Angriff oder ein gefährliches Tier erzeugten bei unseren Vorfahren Stress.

In der heutigen Zeit haben wir Stress wegen Leistungsdruck, Konkurrenzdruck, finanziellem Druck, Existenzängsten, Lärm, Umweltverschmutzung, digitaler Reizüberflutung, Elektrosmog, Sinnlosigkeit, zu viel Zucker, Transfetten, Geschmacksverstärkern, Zuckeraustauschstoffen, Völlerei, Sucht, Exzessen, Mangelbewusstsein und allgemeiner Resignation.

Bei Stress kommt es zu einer Aktivierung des sympathischen Nervensystems und jeder Neuro-Typ reagiert aufgrund seiner individuellen Neurotransmitter-Balance unterschiedlich. Wie stark wir einen Stressfaktor empfinden und wie sehr uns dieser zusetzt, hängt davon ab, wie viel beruhigende Neurotransmitter wir zur Verfügung haben, bzw. wie sensitiv unsere Rezeptoren sind.

Wie stark die Ausschüttung der sogenannten Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol usw.) ausfällt und wie lange diese im Blut erhöht bleiben, ist ebenfalls eine Frage der Serotonin- und GABA-Verfügbarkeit. Serotonin und GABA haben die Aufgabe, unser Nervensystem zu beruhigen und umzuschalten vom Sympathikus zum Parasympathikus. Herrscht ein Mangel dieser beiden Neurotransmitter, weil diese übermäßig verbraucht werden oder nur unzureichend hergestellt werden können, oder liegt eine gewisse Reizresistenz der Rezeptoren vor, dann sind wir praktisch immer irgendwie im Stress!

Stressresilienz hängt ab von Serotonin und GABA

Die Neuro-Typen 1A und 1B verfügen meist über hohe Serotonin- und GABA-Spiegel, weshalb sie ein robustes Nervensystem besitzen und nach stressigen Situationen schnell wieder einen Gang runter schalten können. Stress wirkt bei ihnen nicht so energiezehrend, wie bei vielen anderen Menschen, da sie über gute „Puffer“ verfügen und vor allem, weil der Stress bei ihnen schnell wieder verfliegt.

GABA und Serotonin haben die Aufgabe, das sympathische Nervensystem nach einer „Kampf- und Flucht-Aktion“ schnell wieder zu beruhigen und in den parasympathischen Entspannungsmodus zu bringen. Typ 1 ist von allen Neuro-Typen nervlich am stärksten belastbar und verfügt auch über die „stärksten Nerven“, wenn es darum geht, ruhig zu bleiben, wenn andere schon panisch werden.

Die Neuro-Typen 2B und 3 hingegen befinden sich am anderen Ende der Bandbreite und sind beide nur wenig stressresilient. Das liegt daran, dass 2B und 3 chronisch unterversorgt sind mit den beruhigenden Neurotransmittern Serotonin und GABA. Typ 3 ist der einzige Neuro-Typ, bei dem die Neurotransmitter-Dominanz durch einen chronischen Mangel an Serotonin und GABA geprägt ist.

Die Typen 2B und 3 sind nur wenig belastbar und reagieren überdurchschnittlich stark auf minimale Dosen an Stress. Wird der Sympathikus aktiviert, dauert es bei ihnen extrem lange, bis dieser sich wieder beruhigen kann. Diese beiden Typen können nicht richtig abschalten, weil die beruhigende Wirkung von GABA und Serotonin bei ihnen nicht richtig zur Geltung kommen kann!

Typ 3 neigt zu Gedankenkreisen und innerer Unruhe, die sich bis zur Panikattacke steigern kann. Typ 2B tendiert zu extremen Selbstzweifeln und Angst vor Ablehnung. Sowohl 2B als auch 3 fühlen sich oft so, als könnten sie sich nie so ganz sicher sein, ob alles in Ordnung ist, ob sie gemocht werden, ihre Aufgabe gut machen oder, ob nicht doch irgendwo Gefahr droht oder ein „Haken dran ist“.

Hier sind aktive Entspannungsmethoden wie Atemübungen, Meditationen, Yoga und Körperarbeit sehr sinnvoll. Auch eine abendliche Einnahme von L-Tryptophan, das der Körper zu Serotonin umwandeln kann, ist gut geeignet, um die Hyperaktivität des Nervensystems langsam runter zu fahren. Liegt eher ein GABA-Defizit vor, kann ein Glutamin- und Glycinsupplement gut helfen.

Training bedeutet ebenfalls Stress

Leichte Dosen an Stress wirken anregend und haben etwas sehr positives. Sie stimulieren die Adaptionsmechanismen und helfen, die Stressresilienz zu verbessern. Resilienz bedeutet, gestärkt und widerstandsfähig aus einer Situation hervorzugehen. Ob wir gestärkt hervorgehen oder daran zerbrechen, hängt davon ab, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen. Auf Dauer geht es darum, nicht „über unseren Verhältnissen“ zu leben, aber auch nicht darunter.

Auch Körpertraining stellt eine Form von physischem Stress dar und auch hier reagieren die einzelnen Neuro-Typen unterschiedlich auf verschiedene Reize. Wenn wir Trainingsreize zielgerichtet einsetzen, wirken sie förderlich im Sinne der Stressresilienz auf unser ganzes System. Sie machen uns stärker, robuster, widerstandsfähiger, bringen die Neurotransmitter und das Hormonsystem in Balance.

Wählen wir jedoch die falschen Trainingsreize aus, die nicht zu unserem Profil passen, dann kann das Training sogar schädlich sein. Dann überreizen wir vermutlich unsere Adaptionsmechanismen und laufen Gefahr, den Cortisolspiegel chronisch anzuheben.

Ob Du Deinem Profil entsprechend trainierst oder nicht, entscheidet ganz klar, ob Du schnell und dauerhaft Muskelmasse aufbaust oder ob Dich einfach nur erschöpfst und massiv Stress auslöst!

Übertraining, Stagnation, Hypercortisolismus und Muskelabbau stellen sich oft als Folge von falschen Trainingsreizen ein.

Viele Sportler sind hochmotiviert und immer bereit, alles zu geben. Wenn jedoch die falsche Trainingsmethode zum Einsatz kommt, erzielen sie leider das genaue Gegenteil: Muskelverlust statt Muskelaufbau, Wassereinlagerungen, Fettzellhypertrophie usw. All das sind nämlich Auswirkungen eines ständig erhöhten Cortisolspiegels.

Jeder Neuro-Typ tickt anders

Jeder Mensch kann in seine „goldene Mitte“ kommen, was biochemisch betrachtet die optimale Balance des persönlichen neuropsychologischen Profils wäre. Wenn wir unserem Neurotransmitter-Profil entsprechend leben, dann sind wir in Höchstform, motiviert, lebensfroh und voll in unserer Kraft. Dazu ist es wichtig, das persönliche Profil zu erkennen und zu wissen, wo die Stärken und Schwächen liegen. Wenn wir unsere Muster erkennen und unseren Bedürfnissen entsprechend handeln, dann regulieren sich viele Dinge von selbst!.

Die Charakteristika der fünf Typen

Die fünf Neuro-Typen sind vollkommen unterschiedlich, haben verschiedene Talente, Schwächen und Stärken. Nur, wenn Du Deinen Bedürfnissen gerecht wirst, kannst Du optimal „funktionieren“

Typ 1A: Dopamin-Dominanz, wenig Acetylcholin, viel GABA und/oder Serotonin

  • extrem selbstbewusst, selbstsicher, von sich überzeugt
  • sehr gesprächig und kontaktfreudig, laut, intensiv und extrovertiert
  • versucht im Mittelpunkt zu stehen und die „Alpha-Rolle“ einzunehmen, andere zu überzeugen und für sich zu gewinnen
  • liebt Herausforderungen, Wettbewerb, Risiko und Nervenkitzel
  • verfügt über die größte Willens- und Durchsetzungskraft von allen Typen
  • keine Ausdauer, keine Geduld, schnell „die Nerven blank liegen“
  • braucht Verantwortung, Führungsposition/leitende Position, neue Projekte
  • beim Training: am besten jeden Tag trainieren, aber nur sehr wenig Übungen und Volumen, dafür aber hochintensiv → das Traing als Challenge sehen

Typ 1B: Dopamin-Dominanz, viel Acetylcholin, viel GABA und/oder Serotonin

  • selbstbewusst und von sich überzeugt, aber nicht ganz so extrovertiert, wie 1A
  • kontaktfreudig, aber eher ruhig (silent leader), kann aber plötzlich explodieren (und sich dann auch schnell wieder beruhigen)
  • auch wettbewerbs- und risikofreudig, will „der Beste“ sein, ohne das jedoch laut anzukündigen
  • lernt von allen Typen am schnellsten neue Informationen, Bewegungen, Fertigkeiten usw. (aufgrund des hohen Acetylcholin-Spiegels)
  • kann und braucht Multytasking und Abwechslung
  • braucht ständig neue Herausforderungen und neue Reize, sonst wird es schnell langweilig und dann kommt es zum Verlust von Motivation und Begeisterung
  • hat auch wenig Ausdauer und Geduld, v.a. bei eintönigen Tätigkeiten, die sich ständig wiederholen
  • beim Training: wie 1A auch hochfrequent, aber jeden Tag verschiedene Sportarten/Trainingsformen, schnellkräftig und explosiv sollten die Übungen sein, auch komplexe Bewegungsabläufe und schwere Gewichte sind gut zur Dopamin-Stimulation bei 1B.

Typ 2A: Noradrenalin-Dominanz, teilweise auch viel Acetylcholin, mäßig GABA+Serotonin

  • teilt sehr viele Eigenschaften von 1B
  • hat mehr Ausdauer und mehr Geduld als 1B
  • ist auch explosiv bei körperlichen Bewegungen, jedoch nicht ganz so sehr im Charakter
  • experimentierfreudig und verspielt und braucht auch Abwechslung und den Reiz des Neuen (neigt von allen am schnellsten zur Reiz-Resistenz durch Gewöhnungseffekte)
  • sehr kontaktfreudig und harmoniebedürftig, will niemanden verletzen, enttäuschen oder vor den Kopf stoßen
  • tendiert dazu, für alle anderen zu sorgen und mitzudenken
  • will um jeden Preis beliebt sein (people pleaser) und gut ankommen
  • sucht aktiv Bestätigung im Außen und kann manchmal sogar lästig, nervend und anstrengend sein („Klassenclown“)
  • braucht viele verschiedene und ständig wechselnde Aufgabengebiete, neue Projekte, neue Herausforderungen usw.
  • im Training: Typ 2A ist der einzige Neuro-Typ, der mit allen Arten von Training gute Erfolge hat und das Talent für viele Sportarten mitbringt, es jedoch selten an die Spitze schafft, weil es sehr schnell langweilig wird und 2A dann zu einer anderen Sportart/Trainingsform „hoppt“→ 2A kann und sollte alle Arten von Körpertraining betreiben und dies völlig intuitiv kombinieren und wechseln, so dass ständig andere Reize gesetzt werden.

Typ 2B: Noradrenalin-Dominanz, weniger Acetylcholin, wenig GABA+Serotonin

  • fühlt sich unter Leuten weniger wohl als 2A und öffnet sich eher bei 1:1 Kontakten
  • weniger selbstsicher und selbstbewusst als 2A, aufgrund des relativen Mangels an Serotonin und GABA
  • erzeugt viel inneren Druck „was die Leute von ihm/ihr denken“ und will allen gerecht werden
  • sehr feinfühlig und empathisch, kann sich sehr gut in andere Menschen einfühlen und hat deshalb ein Talent für therapeutische und beratende Tätigkeiten
  • Diva-Allüren: Gut auszusehen und beliebt zu sein ist enorm wichtig und Teil des Selbstbildes → wendet viel Zeit (und Geld) auf, um gut auszusehen, stets gut gekleidet zu sein und sich „in Szene“ zu setzen
  • Will um jeden Preis vermeiden „das Gesicht zu verlieren“ und sich zu blamieren, kann deshalb auch zu (Not-)Lügen tendieren!
  • neigt auch zu Gedankenkreisen und innerer Unruhe (wegen wenig GABA+Serotonin-Mangel)
  • nicht so belastbar und stressresilient, wie die vorgehenden Typen
  • beim Training: Für 2B ist das „gute Gefühl“ der wichtigste Trainingsparameter; alles, was sich gut anfühlt, die Muskeln deutlich spürbar stimuliert, einen Pump verleiht usw. ist optimal geeignet. Aufgrund des fehlenden GABA und Serotonin sollte 2B zu hohe Intensität, explosive Übungen und sehr komplexe Bewegungsabläufe meiden. Perfekt geeignet für Ausdauer und typisches Bodybuildingtraining an Maschinen.

Typ 3: Serotonin-Dominanz, sehr wenig Serotonin und meistens auch wenig GABA, viel Dopamin und Noradrenalin

  • introvertiert, zurückhaltend, schüchtern, unsicher, wenig Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen
  • neigt zu inneren Spannungen, was zu äußeren Spannungen in den Flexoren führt
  • oft innere Unruhe, Unsicherheit bis hin zu Angst
  • hat ein sehr großes Bedürfnis nach Sicherheit, Gewohnheit und Routine
  • braucht klare Regeln und Strukturen, um sich sicher zu fühlen und dadurch entspannen zu können
  • sehr gut in Koordinieren, Organisieren und Planen
  • verfügt über sehr viel Geduld, Ausdauer und Beharrlichkeit, von allen Typen der beste Ausdauersportler, da viele rote Muskelfasern vorhanden sind
  • wenig stressresilient, muss sich auf alle Ereignisse immer gut vorbereiten, um sich dem gewachsen zu fühlen
  • braucht ein stabiles Umfeld und Menschen, auf die man sich verlassen kann, denen man vertrauen kann
  • im Training: Typ 3 verträgt von allen Neuro-Typen die geringste Frequenz und sollte nicht mehr als 3 – 4 Trainingseinheiten pro Woche absolvieren, lieber wenig intensiv, nur bekannte und gewohnte Übungen und mehr im Ausdauerbereich, als Kraft und Schnelligkeit.

Ich könnte hier noch viele Seiten zum Thema „Neuro-Typing“ schreiben, da es so breit gefächert und gleichzeitig so tiefgründig ist und mich selbst immer mehr begeistert. Die Synchronizität zu den „Fünf- Elemente-Typen“ der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) hat auch mein Interesse für TCM wieder verstärkt geweckt.

Für mich ist das Neuro-Typing-System von Christian Thibaudeau ein wirklicher Universalschlüssel zum besseren Verständnis meiner selbst, wie auch meiner Mitmenschen. Ich weiß jetzt z. B., dass meine Wut ein wichtiger Teil meines Profils ist und es nicht darum geht, diese irgendwie zu deckeln oder abzustellen. Auch kann ich gewisse „Lügen“ bei 2B-Typen jetzt akzeptieren, ohne mich belogen zu fühlen. Und, dass ein typischer 1A nicht anders kann, als pausenlos zu quatschen und sich selbst zu feiern, auch das ist alles ganz normal und ein Zeichen von gesundem Selbstvertrauen!

P.S.: Du willst wissen, welcher Neurotransmitter-Typ Du bist?

Gerne ermittle ich mit Dir gemeinsam Dein persönliches Neurotransmitter-Profil in einem gemeinsamen Gespräch via Telefon oder Skype. Schreibe mir dazu eine Email an info@inspiriert-sein.de und wir besprechen die Details.

Jens Sprengel

Jens Sprengel

Jens ist Gründer und Betreiber von inspiriert-sein.de und schreibt zu den Themen Beweglichkeit & Körpertraining, Selbstheilungskräfte aktivieren & Gesundheitsoptimierung u.v.m.

Jens ist staatlich anerkannter Heilpraktiker, Cransio-Sacral-Therapeut, Personaltrainer, Verleger und Autor
Jens Sprengel

5 Kommentare zu “Jeder Mensch „tickt“ anders, ich kann nicht von mir auf andere schließen!

  1. Hallo Jens,

    danke für diesen interessanten Impuls.

    Allerdings bin ich bei Typ 3 doch verwirrt, weil dort in den Ausführungen steht: „Typ 3: Serotonin-Dominanz, sehr wenig Serotonin und meistens auch wenig GABA, viel Dopamin und Noradrenalin“- einerseits eine Serotonin- Dominanz und gleichzeitig wenig Serotonin?Kannst Du das bitte näher erklären? Ich danke Dir!

    • Hallo,

      Dominanz bedeutet, dass sowohl die Persönlichkeit und das Verhalten die Reaktionen auf Reize verschiedener Art sowie auch Stoffwechselvorgänge durch den entsprechenden Neurotransmitter bestimmt bzw. dominiert werden. Das geschieht entweder dadurch, dass jemand sehr sensitiv auf den dominanten Neurotransmitter reagiert (das ist bei 1 A und 1 B der Fall), es kann aber auch sein, dass die Person durch einen Mangel dieses Neurotransmitters dominiert wird. Dass also das relative Fehlen dieses Neurotransmitters die Person entsprechend reagieren lässt. Das ist bei Typ 3 meistens der Fall: Durch das geringe Vorkommen von Serotonin und oder GABA verfügt Typ 3 über eine allgemeine Unruhe bis Unsicherheit, was bei anderen Personen, die genügend GABA und Serotonin haben, nicht der Fall ist. Deshalb muss Typ 3 relativ sparsam mit bestimmten Reizen und Situationen umgehen, da er nicht so gute Pufferkapazitäten besitzt, wie andere Neurotransmitter-Typen.

      Ich hoffe, das bringt etwas mehr Klarheit in dieses zugegebenermaßen recht komplexe Thema.

      VG Jens

  2. Super spannend Deine Themen! Ich frage mich ob man seinen Typ ändern kann oder ob der vorgegeben/unveränderlich ist. Ich denke ich bin eher schnell zu beunrihigen und schnell auf der Palme. Danke für den Beitrag

    • Hallo, vielen Dank für Dein positives Feedback!

      Das Neurotransmitterprofil lässt sich nicht verändern, jedoch optimieren. Länger anhaltender Stress jeglicher Art führt dazu, dass das eigentliche Profil „maskiert“ wird und man im Prinzip Symptome verschiedener Art und auch teilweise Anzeichen eines anderen Profils entwickeln kann.

      So kann z. B. ein Typ 1A bei starkem Stress agieren wie ein 1B, 2A oder 2B! Das ist dann für 1A sehr belastend und energiezehrend und kann auf Dauer zu chronischer Erschöpfung, Burn Out und anderen Erkrankungen führen.

      Indem man sein Profil erkennt und dessen Stärken, Schwächen und Bedürfnisse achtet und dementsprechend lebt, kann man mehr zu sich selbst und dadurch auch mehr in seine persönliche Kraft kommen.

      Lebt man jedoch jenseits der eigenen Bedürfnisse, dann verliert man immer mehr Energie und kann seine individuellen Stärken nicht richtig nutzen. Es ist dann schwierig, das eigentliche Potenzial zu entfalten.

      Wenn Du Deinem Typ entsprechend lebst und handelst, reguliert sich manches von selbst, bzw. dann bekommst Du plötzlich ein tieferes Verständnis für Dich selbst und kannst brachliegende Potenziale erkennen und nutzen lernen.

      Die Neurotransmitterprofile sind im Prinzip ähnlich zu verstehen, wie die 5-Elemente-Typen der chinesischen Medizin oder die verschiedenen Typen im Ayurveda. Es handelt sich im Grunde um ein westliches, wissenschaftlich versiertes Konzept, das für uns „Westler“ teilweise besser passt, als die östlichen Ansätze. Obwohl es da konkrete Überschneidungen und Parallelen gibt.

      Liebe Grüße,
      Jens

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