Überkreuzbewegungen wie Laufen und Gehen für ein besseres DenkenBringen Sie beide Hirnhälften in Einklang

Sind Sie eher kreativ und künstlerisch begabt oder gehen Sie die Dinge logisch durchdacht an? Sowohl unsere Persönlichkeit als auch die Art, wie wir handeln, hängt von der Aktivität unserer Hirnhälften ab.
Wir leben in einer polarisierten Welt, in einem dualen Universum. Alles hat zwei Seiten und wir haben die Angewohnheit alles, was wir wahrnehmen in die eine oder andere Kategorie zu unterteilen: Plus und Minus, schwarz oder weiß, hell und dunkel, links und rechts, Yin und Yang, gut oder böse.

Auch wir bestehen aus zwei Hälften
Unser zentrales Nervensystem besteht aus Gehirn und Rückenmark. Es ist ver­antwortlich für alle bewussten und unbewussten Vorgänge, Abläufe, Gedanken und Handlungen. Das Gehirn besteht aus zwei Hälften, die auf unterschiedliche Art und Weise funktionieren und für verschiedene Arten der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und Begreifens zuständig sind.

Die rechte Gehirnhälfte ist zuständig für:

  • die Versorgung und Steuerung der linken Körperseite, bei Linkshändern stärker ausgeprägt
  • das Erfassen größerer Zusammenhänge, einen „Überblick“ bekommen, ohne auf die Details zu achten
  • künstlerische, musikalische und kreative Fähigkeiten
  • Fantasie, Vorstellungsvermögen und Visionen
  • Verstehen auf der Emotionsebene
  • Entscheidungen „von innen heraus“ treffen
  • Intuition und inneres Wissen
  • Vertrauen

Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für:

  • die Koordinierung der rechten Körperhälfte, stärker ausgeprägt bei Rechtshän­dern
  • logisches Verstehen und kalkulieren
  • Details und Teilbereiche eines größeren Sachverhaltes begreifen
  • auswendig lernen
  • mathematische Fertigkeiten
  • Entscheidungen aus dem „Verstand“ heraus treffen
  • Sicherheit und Kontrolle

Um unser ganzes Potenzial zu nutzen, ist die synergistische Zusammenarbeit bei­der Hirnhälften als eine Einheit nötig. Sonst werden Entscheidungen entweder zu sehr mit dem Verstand getroffen, ohne auf die innere Stimme zu hören, oder das Gegenteil ist der Fall. Deshalb ist es wichtig, dieses optimale Zusammenspiel bei­der Hirnhälften zu trainieren.

Die Gehbewegung als Dynamo
Die Natur hat uns schon mit einem „Mechanismus“ ausgestattet, der im Normal­fall das Gleichgewicht unserer beiden Hirnhälften wiederherstellt. Normalerwei­se ist die Hauptbewegung des Menschen das Gehen und Laufen. Als Nomaden, Jäger und Sammler ging der Mensch jeden Tag weite Strecken zu Fuß, oder legte laufend kurze Distanzen mit höherer Geschwindigkeit zurück. Und genau durch dieses ursprüngliche Bewegungsmuster des Gehens und Laufens werden unsere beiden Hirnhälften wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Gehen und Laufen sind Überkreuzbewegungen
Gehen und Laufen sind sogenannte Überkreuzbewegungen. Bei jedem Schritt schwingt der gegenüberliegende Arm wie ein Pendel mit nach vorne. Arm und Bein überkreuzen die Körpermittellinie und aktivieren die großen, diagonal ver­laufenden Muskelkettensysteme.

Zugleich werden beide Hirnhälften im Takt unserer Bewegungen „an- und ausge­schaltet“, bzw. kommt es zu einem rhythmischen Wechsel verstärkter Aktivität zwischen linker und rechter Hälfte.

Wie schon erwähnt aktiviert die linke Gehirnhälfte die rechte Köperpartie und umgekehrt. Da beim Laufen beide Beine und Arme gleichmäßig bewegt werden, können sich beide Hirnhälften ausbalancieren. Schon wenige Minuten schnelles Gehen oder Rennen führen zu einer gleichmäßigen, messbaren Aktivität der bei­den Hirnhälften.

Wer nicht die Zeit oder Möglichkeit hat regelmäßig zu gehen oder zu laufen, der kann auch einige Minuten Arme und Beine überkreuz im Wechsel nach vorne und hinten schwingen – und somit praktisch die Laufbewegung imitieren. Auch Laufen auf der Stelle oder noch besser auf einem Minitrampolin führt zu den gleichen Resultaten.

Wenn es darauf ankommt
Gerade in wichtigen Situationen, wie einer Prüfung, einem Vorstellungsgespräch, einer Präsentation, aber auch vor sportlichen Höchstleistungen, lohnt es sich vor­her beide Hirnhälften in Balance zu bringen. Je öfter wir dies trainieren umso schneller kommen wir in dieses Gleichgewicht. Wenige Minuten am Tag reichen vollkommen aus.

Überkreuzbewegungen bei Lernschwäche
Wir haben sehr gute Ergebnisse erzielt, bei Kindern, die eine Lern- und Konzen­trationsschwäche diagnostiziert bekamen. Hyperaktivität, mangelnde Konzentra­tion und sogar autistische Neigungen weisen in vielen Fällen auf eine chronische Dysbalance zwischen linker und rechter Hirnhälfte hin.

Hier können verschieden Ursachen zugrunde liegen. Mit den Überkreuzbewe­gungen, haben wir jedoch die Möglichkeit an diesem Ungleichgewicht zu arbei­ten. Viele Kinder sind in einer Sonderschule fehl am Platz und können mit der richtigen Unterstützung lernen sich zu konzentrieren und einen ganz normalen Bildungsweg zu gehen. Wir werden Ihnen daher nach und nach weitere Über­kreuzbewegungen vorstellen.

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