Das haben mir vier Monate Training mit ISO Extrem Holds gebracht!

Das ganze Jahr 2019 war von Beginn an vollkommen anders, als ich dachte. Gleich zu Beginn waren wir viel unterwegs wegen Weiterbildungen und Seminaren. Im Sommer ging es dann privat nach Polen und Litauen und Anfang Oktober sind wir über insgesamt 24 Tage mit dem Wohnmobil über Land und See nach La Palma gefahren. Davor waren wir einige Wochen im Saarland. Also eigentlich ständig auf Achse.

Worauf ich hinaus will:

An regelmäßiges Training war nicht zu denken!

Normalerweise bin ich beim Training sehr spontan, flexibel und experimentierfreudig und komme zur Not mit reinen Bodyweightexercises aus. Ich habe aber auch Phasen, in denen ich meine persönliche „Trainingskomfortzone“ mit Powerrack, Olympiahantel, Turnringen, Zugschlitten, Boxsack usw. regelrecht „brauche“.

Dann gibt es auch wiederum Zeiten, in denen ich mich ganz einer neuen Trainingsform oder Sportart widme und alles andere sein lasse. So hatte ich Phasen, in denen ich beispielsweise nur geklettert bin oder nur Capoeira oder Tai Chi gemacht habe.

Zu Beginn des Jahres 2019 hatte ich viele Ideen, wollte mich verstärkt dem Hanteltraining widmen, meine Kraftleistungen verbessern, mehr Masse aufbauen, aber aufgrund der vielen Reisen und Kurztrips kam einfach keine Regelmäßigkeit dafür zustande.

Beim Hanteltraining sollte man mindestens zweimal wöchentlich die wichtigsten Grundübungen relativ schwer trainieren, um Kraft und Muskelmasse aufzubauen. Kommt es hier alle 3 – 4 Wochen zu mehrwöchigen Unterbrechungen, dann kann das ganze Vorhaben mehr frustrieren, als befriedigende Ergebnisse zu liefern.

Als die Entscheidung getroffen war, im Sommer mehrere Monate unterwegs zu sein, hängte ich die Idee mit dem Hanteltraining bis auf Weiteres an den Nagel.

Etwas Neues musste her, womit ich immer und überall trainieren kann!

Für mich ist nahezu tägliches Training perfekt geeignet, um mich zu erden, zu zentrieren und mich voll in meinem Körper und dem „hier und jetzt“ zu verankern. Training und Körperarbeit sind für mich gute Wege, um den Körper zu spüren, mich auszupowern, an meine Grenzen zu gehen, meinen physischen Schwächen zu begegnen und über diese hinaus zu wachsen.

Training ist für mich eine Art Mediation und „innere Bestandsaufnahme“ und Sammlung. Zudem wird durch die richtigen Trainingsreize immer wieder die individuelle Neurotransmitterbalance hergestellt.

Die richtigen Trainingsreize stellen einfache und höchst effektive Impulse dar, um die individuelle Neurotransmitterbalance ins Lot zu bringen und sich dadurch körperlich, geistig und seelisch in Einklang zu bringen. Neurotransmitter sind die Botenstoffe unseres Gehirns, die auch für unsere Gefühle, Emotionen und Stimmungen verantwortlich sind.

Geistige Klarheit, Konzentrationsfähigkeit, körperliche Leistungsfähigkeit, Motivation und Begeisterung, innerer Antrieb, Kreativität und Schaffenskraft können nur dann entstehen, wenn die natürliche Balance dieser Botenstoffe gegeben ist.

Wenn wir unsere persönliche Neurotransmitterbalance durch zielgerichtete Reize ins Optimum bringen, dann „laufen wir auf Hochtouren“.

Für mich, als Neurotyp 1B ist tägliches und abwechslungsreiches Training mit einer gewissen Intensität, Anstrengung und einem leichten „Challenge-Charakter“ der Schlüssel zu meiner persönlichen Balance.

Wenn ich irgendwo meine bisherige Bestleistung überbiete, führt das zu immenser Dopaminausschüttung und der Tag ist mein Freund! Dann kann ich in allen anderen Lebensbereichen volle Leistung bringen, fühle mich hoch motiviert und „superhigh“, alles durch ein kleines. aber feines Workout!

Nun brauchte ich jedenfalls einen neuen Reiz, eine Trainingsform, die mich herausfordert, die mich interessiert und die ich nahezu immer und überall ausführen kann. Unterwegs auf Reisen, wie auch zwischenzeitlich Zuhause. Da kam mir das „ISO Extrem Hold Training“ von Jay Schroeder in den Sinn!

Überall trainieren mit den ISO-Extreme-Hold-Übung von Schroeder - Mann am Strand im Liegestuetz

ISO Extrem Holds nach Jay Schroeder

Jay Schroeder ist ein ehemaliger Footballprofi und jetzt selbst Coach. Er ist für seine außergewöhnlichen Trainingsansätze und Philosophien bekannt. Für manche ist er ein Genie, für andere ein Wahnsinniger. Klingt für mich jedenfalls sehr sympathisch und interessant!

Schroeder soll durch sein Training relativ durchschnittliche Footballspieler in wahre „Maschinen“ verwandeln, die den Superbowl gewinnen und Millionen scheffeln.

Jedenfalls sollen seine Trainingsmethoden weit über den Tellerrand des Normalen und Regulären hinaus reichen und brachliegende Potenziale im menschlichen Nerven-, Muskel- und Hormonsystem freisetzen. Insbesondere im Faszien- und Bindegewebssystem sollen seine Methoden mehr Resilienz und Widerstandsfähigkeit stimulieren, was Verletzungen vorbeugen und deren Regeneration beschleunigen soll.

Zudem sollen extreme Zuwächse an Kraft, Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Schnelligkeit und Explosivität zu erwarten sein. Manche behaupten, Schroeders Training wirke „stärker als Anabolika“ und soll die Testosteronproduktion unsagbar steigern.

Eine dieser besonderen Methoden sind die ISO Extrem Holds! Dabei handelt es sich um isometrische Halteübungen in einer extremen Körperposition und mit gleichzeitig extrem langer Haltedauer.

Das Wort „extrem“ deckt also zwei Dinge ab: Eine extreme Körperposition, wobei es sich einerseits um „sportliche Schlüsselpositionen“ handelt, also Körperhaltungen die für viele Sportarten besonders wichtig sind. Andererseits wird dabei meist eine extreme Dehnung bestimmter Muskelgruppen erzeugt, was Muskeln, Faszien, Bänder, Sehnen usw. in einem physiologisch sehr schwachen und verletzungsanfälligen Bereich trainiert.

Darüber hinaus bezieht sich „extrem“ auf die Haltedauer von 5 Minuten (!), über die man die besagten Positionen beibehält. Währenddessen gilt es, die beteiligten Muskelgruppen aktiv isometrisch anzuspannen. Extrem!

Also nochmal der Reihe nach:

  • Man nimmt bestimmte Körperpositionen ein, die einerseits wichtig für sportliche Leistungsfähigkeit, Verletzungsprophylaxe und gesteigerte Regeneration sind.

  • Dabei befinden sich bestimmte Zielmuskelgruppen in extremer Dehnung.

  • Währenddessen spannt man alle beteiligten Muskelgruppen isometrisch an und verharrt auf diese Weise 5 Minuten!

Hier kannst Du Dir einen kleinen Einblick in das Training mit ISO Extrem Holds

Iso Extreme 5 Minute Lunge Performed by Tommy John and Vladimir Curguz

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Die zwei wichtigsten Übungen in Schroeders Training

Die beiden wichtigsten Übungen, auf die ich mich selbst während der vier Monate konzentriert habe, sind die tiefstmögliche Position beim Liegestütz, in der die Brustmuskeln, vorderen Deltas und die Trizeps maximal gedehnt und verlängert sind.

Hier ist es praktisch, Liegestützgriffe, Turnringe oder Stühle zu verwenden, so dass man noch ein wenig tiefer sinken kann, als es bei Liegestützen am Bode der Fall wäre.

Die zweite Position ist ein Ausfallschritt, bei dem sich der Oberschenkel des vorderen Bein etwas tiefer als parallel zum Boden befindet und der Unterschenkel nahezu senkrecht steht. Beide Füße stehen auf den Fußballen und die Fersen sind leicht angehoben. Hinzu kommt dass man die hinteren Oberschenkelmuskeln isometrisch anspannt, indem man mit dem vorderen Fußballen zur Körpermitte zieht und sich mit dem hinteren Fußballen praktisch nach vorne abdrückt.

Zusätzlich zieht die Ferse des hinteren Fußes nach oben. Beide Beine arbeiten also isometrisch in Richtung einer „Beinbizepscurlbewegung“, so dass Beinbizeps und Gesäßmuskeln isometrisch angespannt sind.

Beim Liegestütz erzeugt man die Intension, als wolle man die Handflächen am Boden zusammenschieben, während man die Gegenspieler der gedehnten Muskelgruppen, also Bizeps, Latissimus und hintere Deltamuskeln ebenfalls isometrisch anspannt!

Diese isometrischen Anspannungen mit den entsprechenden Intensionen sollen laut Schroeder mindestens genauso wichtig sein, wie die Übungspositionen und die Haltedauer. Es geht darum, die Positionen und die isometrische Anspannung bis zum Muskelversagen zu halten und dabei über mehrere Wochen auf eine Gesamthaltedauer von 5 Minuten pro Übung zu kommen. Ohne Unterbrechung!

Weitere sinnvolle Übungen, die nach dieser Methode trainiert werden können und die Schroeders Athleten ebenfalls machen, sind:

  • Sissy Squat und Kniestand bzw. „reverse Nordic Beincurls“

  • unterste Position von Dips

  • unterste Position von Klimmzügen

  • unterste Position von Bizepscurls auf der Schrägbank

  • Einbeinkniebeuge

  • Einbeinwadenheben

  • Pullover in maximaler Dehnung

  • fliegende Bewegungen für die Brust mit Kurzhanteln

  • unterste Position des gestreckten Kreuzhebens für die ischiokruralen Muskeln (hier habe ich mich für den Vorwärtsspagat entschieden)

Im Prinzip handelt es sich bei den ISO Extrem Holds um eine Form des Loaded Stretchings

Beim Loaded Stretching bringt man eine Zielmuskelgruppe in die maximal mögliche Dehnungsposition, während man die gedehnte Zielmuskelgruppe isometrisch gegen einen Widerstand anspannt.

Dieser Widerstand, der dem Ganzen die „Loaded-Komponente“ verleiht, kann entweder das eigene Körpergewicht, eine Hantel, eine Gewichtsscheibe, ein schwerer Rucksack, ein elastisches Widerstandsband und der/die Gegenspieler (= Antagonisten) der gedehnten Muskelgruppe sein.

Wichtig ist, dass der Muskel maximal gedehnt und verlängert ist und in genau dieser Position zusätzlich gegen einen Widerstand isometrisch angespannt wird.

Wichtig: Maximale Dehnung + intensive isometrische Muskelkontraktion = maximal mögliche Muskelfaser (und Bindegewebs-)Spannung!

Durch die Kombination aus passiver Dehnung und aktiver isometrischer Anspannung entsteht die größtmögliche mechanische Spannung für die Muskelfasern, wie auch für alle beteiligten bindegewebigen Strukturen.

Für beide Zelltypen stellt die mechanische Spannungsbelastung den wichtigsten Reiz dar, um die Proteinsynthese zu stimulieren. Muskelfasern haben die Aufgabe, Spannungskräfte zu erzeugen, abzufangen und auszuhalten, indem sie sich konzentrisch zusammenziehen, exzentrisch verlängern oder isometrisch haltend ihre Länge nicht verändern, aber trotzdem ihre aktiv erzeugte Muskelfaserspannung erhöhen.

Das Bindegewebe unterstützt die Muskelfasern dabei und ist dementsprechend auch für unterschiedliche Spannungszustände ausgerichtet.

Isometrisches Training gilt allgemein als eine der schnellst wirksamen und effektivsten Methoden, um Kraft und Muskelwachstum zu stimulieren und von allen isometrischen Trainingsansätzen gilt Loaded Stretching als die wirksamste Variante.

Wichtig: Isometrisches Krafttraining wirkt innerhalb des trainierten Gelenkwinkel +/- 10 – 15 ° des gewählten Winkels.

Trainierst Du also isometrisch Deinen Bizeps bei einem Ellenbogenwinkel von 90°, dann erhält Dein Bizeps wirksame Trainingsreize im Bereich von 75 – 105 ° Gelenkwinkel.

Beim Loaded Stretching verhält sich dies jedoch anders: Da die Zielmuskelgruppe aufgrund der maximal gedehnten Position ihre maximal mögliche Muskelfaserlänge erreicht, was schon eine gewisse „passive“ Vorspannung erzeugt. Dann werden die Muskelfasern bei maximaler Länge zusätzlich intensiv isometrisch angespannt und genau das führt zu einer Stimulation von Kraft- und Muskelzuwachs über die gesamte Muskellänge und das volle Gelenkwinkelspektrum!

Loaded Stretching ist die einzige, mir bekannte Trainingsmethode, die den Muskel ohne Bewegung über das gesamte Bewegungsspektrum hin trainiert und kräftigt. Der Muskel wird dadurch nicht nur dicker, sondern auch länger!

Die optimalen Belastungszeiten für maximales Muskelwachstum erstrecken sich beim Loaded Stretching zwischen 20 und 60 Sekunden pro Satz und zwischen 2 – 4 Minuten Gesamtbelastungszeit! Das Bindegewebe wird dadurch jedoch nicht erfasst, dafür ist die Haltedauer zu kurz. Das Bindegewebe beginnt erst ab einer Belastungsdauer von mindestens 2 Minuten am Stück zu reagieren.

Merke: Um das Bindegewebe, die Faszien, Bänder, Sehnen usw. zu stimulieren, muss der Reiz mindestens 2 Minuten ohne Unterbrechung dauern. Um darüber hinaus eine maximale Proteinsynthese in den Fibroblasten, den Bindegewebszellen, die Kollagen und Elastin produzieren, zu stimulieren, sollten es mindestens 3 Minuten sein.

Jay Schroeder setzt auf 5 Minuten!

Laut Aussagen verschiedener Schroeder-Anhänger soll dadurch auch die Willenskraft trainiert werden, was beim Spitzensport oft entscheidend ist und zudem sollen dadurch jede Menge „selbstheilende“ und verjüngende Hormone ausgeschüttet werden, die „stärker als Anabolika“ wirken …

Wie gesagt, wenn man Schroeder googelt, dann findet man nur die beiden Extreme: Die einen sagen, er sei ein Genie, das den Profisport revolutioniert und die Freisetzung des menschlichen Leistungspotenzials (ohne Drogen und leistungssteigernde Substanzen) maximiert. Die anderen sagen, er sei ein Verrückter, ein selbsternannter Guru, der bewusst undurchsichtige Aussagen mache und sich nur wichtig machen und Geld scheffeln will.

Für mich war es jedenfalls interessant genug, um es auszuprobieren! Insbesondere, da es sich perfekt eignet, wenn man einen „unsteten Lebenswandel“ pflegt, viel unterwegs ist und kein Trainingsequipment, außer dem eigenen Körper zur Verfügung hat.

Was bringt das ISO-Extreme-Hold Training nach Schroeder? Mann im Ausfallschritt

Mein Selbstversuch mit ISO Extrem Holds

Ich bin sehr skeptisch, wenn es sich um solche „Voodoo-Methoden“ handelt, die einfach nur extrem und krass sind und jede Menge „Sensationen“ auslösen.

Eine Haltedauer von 5 Minuten wäre bei passivem Stretching schon lange, aber bei einem aktiv isometrisch angespannten Loaded Stretching gegen einen Widerstand klingen 5 Minuten regelrecht geisteskrank. Dennoch haben mich die Aussagen derjenigen, die es ernsthaft ausprobiert haben, überzeugt.

Ich bin von Natur aus nicht sehr geduldig und Yoga, Stretching oder andere Arten von Halteübungen, die länger als eine Minute dauern, werden mir schnell zu langweilig. Da dieses Training jedoch einen extremen „Challenge-Charakter“ und eine enorme Anstrengung beinhaltet, konnte ich es mir, zumindest vorübergehend vorstellen.

Anfang Juli 2019 habe ich damit begonnen und seitdem schätzungsweise 70 – 80 Ganzkörpertrainings mit ISO Extrem Holds gemacht.

Die ersten beiden Monate habe ich sechsmal pro Woche folgende Übungen gemacht:

  • Ausfallschritt

  • Liegestütz

  • Vorwärtsspagat

  • Klimmzug

  • Sissy Squat

Ich begann mit einem maximalen Satz pro Übung, der zwischen 50 – 90 Sekunden dauerte, je nach Übung. Nach einer Woche habe ich dann einen zweiten, dritten oder vierten Satz pro Übung hinzugefügt, so dass ich auf mindestens 3 Minuten Gesamtbelastung kam.

Beispiel:

  • 1. Satz = 90 Sekunden

  • 2. Satz = 70 Sekunden

  • 3. Satz = 50 Sekunden

    → 3:30 Minuten gesamt

In jeder Trainingseinheit ging es darum, den ersten Satz auszudehnen, so schaffte ich irgendwann 2 Minuten am Stück, 2:30 Minuten, 3 Minuten usw. Es hat sich über mehrere Wochen erstreckt, bis ich beim Ausfallschritt zum ersten Mal 3 Minuten am Stück schaffte.

Auch mit Rest-Pause-Sätzen habe ich experimentiert:

2 Minuten, 15 Sekunden Pause, 40 Sekunden, 15 Sekunden Pause, 20 Sekunden = 3 Minuten

Dies war im Juli und im August mein einziges Training, Woche für Woche sechsmaliges Ganzkörpertraining mit den besagten ISO Extrem Holds. Dann hatte ich keine Lust mehr! Es wurde mir zu eintönig!

Beim Ausfallschritt habe ich die 5 Minuten erreicht, beim Vorwärtsspagat kam ich bis auf 4 Minuten, beim Sissy Squat und den Liegestützen war ich mit 3 Minuten glücklich und beim Klimmzug habe ich es nie über die 2 Minuten am Stück geschafft. Dennoch habe ich darauf geachtet, insgesamt pro Training auf 3 – 5 Minuten Gesamtbelastung zu kommen.

Danach brauchte ich eine Veränderung

Jay Schroeder hin oder her. Ich persönlich halte 5 Minuten Haltedauer ohne Unterbrechung für übertrieben! Hat mich nach zwei Monaten nicht mehr froh gemacht, mich eher frustriert und zweifeln lassen. Klar, körperlich fühlte ich mich großartig!

Schon eine halbe Stunde nach den ISO Holds fühlt man sich total erfrischt und in der Tiefe gut stimuliert und ausgearbeitet, ohne das nachwirkende Gefühl von Übersäuerung und Erschöpfung, das andere Trainingsformen oft mit sich bringen. Es gibt auch kaum Muskelkater oder Steifigkeit.

Im Gegenteil, an vielen Tagen fühlte ich mich so, als hätte ich nicht trainiert, aber trotzdem tief in der Muskulatur stimuliert und „befriedigt“. Eine seltsame Mischung an Körper- und Muskelgefühlen, die diese Trainingsform erzeugt.

Währenddessen ist es jedoch die Hölle!

Tag für Tag immer wieder da durchzugehen, ist eine echte Challenge! Dennoch begann mein Verstand nach zwei Monaten, zu rebellieren und mich zu fragen, „was das Ganze jetzt immer noch soll?“. Schließlich hatte ich es getestet und durchgezogen, habe es als „positiv“,wenn auch seltsam und ein wenig befremdlich identifiziert.

Ab dann begann ich, nicht mehr alle Übungen täglich zu machen, sondern beschränkte mich auf den Ausfallschritt und den Liegestütz, alles andere wendete ich eher „spielerisch“ an, manchmal auch tagelang nicht. Dafür integrierte ich aber Sprints und Beschleunigungsläufe, Sprünge, dynamische Kraftübungen wie Liegestütze, hängendes Rudern, Ausfallschritte, Einbeinkniebeugen und Übungen mit Widerstandsbändern in mein Training.

Die ISO Holds wurden immer weniger, so dass ich im vierten und mittlerweile fünften Monat vielleicht 2 – 3 Einheiten pro Woche machte.

Auch begann ich, die Übungen schwerer zu machen, indem ich zusätzlich zur isometrischen Anspannung und meiner eigenen Körpermasse noch einen schweren Rucksack, Therabänder usw. hinzunahm.

Das Training wird wieder abwechslungsreicher

Mittlerweile sind wir auf La Palma angekommen und hier habe ich zwei Kurzhanteln, eine Fatbar, eine Hexbar, Turnringe und ungefähr 110 kg Hantelscheiben zur Verfügung, weshalb ich wieder vermehrt mit Gewichten trainiere.

Die ISO Extrem Holds sind dennoch ein fester Bestandteil meines Trainings, da während diesem Jahr mein ernsthaftes Interesse am Bindegewebe und dem Fasziensystem erwachte.

Momentan besteht das Training aus zwei wöchentlichen Sprint- und Sprungeinheiten, einem Mix aus Hanteltraining und Bodyweightexercises, bei dem ich die großen Muskelketten zweimal wöchentlich mit 1 – 2 intensiven Sätzen pro Übung trainiere.

Bei den ISO Holds schaue ich, dass ich pro Satz mindestens 2 – 3 Minuten schaffe und erhöhe dann den Widerstand oder Schwierigkeitsgrad.

Was mir das Ganze gebracht hat

Nun, für meinen Seelenfrieden und meine Neurotransmitterbalance war es wichtig, jeden Tag „ernsthaft“ zu trainieren und während unserer Sommerreise durch Polen, der stressigen Zeit danach und auch jetzt während der Reise nach La Palma haben die ISO Holds mich wirklich trainingstechnisch herausgefordert und befriedigt.

Zudem habe ich meinen Horizont enorm erweitert, da ich bislang immer eher explosiv und intensiv trainiert habe und meine Belastungszeiten pro Satz selten länger als 40 – 50 Sekunden dauerten und das waren schon sehr lange Sätze. Alles, was über 90 Sekunden dauert, hatte ich bislang sogar vermieden, da ich meine mTOR-Stimulation beim Krafttraining nicht kaputt machen wollte und eine allzu starke Laktatbildung und Übersäuerung vermeiden wollte.

Ich hatte deshalb auch leider mein Bindegewebe nie wirklich intensiv trainiert und wer nur die Muskeln trainiert, stößt irgendwann an eine natürliche Grenze. Das Bindegewebe ist der Schlüssel für unseren gesamten Stoffwechsel, für Stabilität, Flexibilität, Struktur, Verletzungsprophylaxe, mehr Resilienz und Widerstandskraft, bessere Regeneration bis hin zu zellulärer Verjüngung.

Mein Körpergefühl hat sich definitiv verjüngt!

Ich bin jetzt Mitte vierzig und seit über dreißig Jahren „malträtiere“ ich meinen Körper mit Krafttraining, Kampfsport, Sparring, Sprints und ähnlichen Scherzen und seitdem ist es für mich mehr oder weniger „normal“ verletzt, überlastet, gezerrt, verrenkt und sonst wie geschunden zu sein. Alles selbst verursacht und natürlich!

Zwar bin ich über die Jahre meinem Körper gegenüber ein wenig „mitfühlender“ geworden, aber morgens verkatert und verspannt aufzuwachen, war immer normal.

Die ISO Holds haben hier eine extreme Veränderung gebracht: Ich fühle mich irgendwie „besser geölt“, flexibler, elastischer, sprunghafter, chronische Problemstellen wie linkes Fußgelenk, rechte Schulter usw. fühlen sich erstaunlich gut, ja regelrecht verjüngt an!

Ein Zusatzbonus, mit dem ich so nicht gerechnet habe!

Ich hatte vor dem Beginn des Experiments verschiedene Umfänge als Referenzwerte gemessen: Oberschenkel und Oberarme, Waden, Schulter- und Bauchumfang.

Und siehe da: 3 Zentimeter mehr Oberschenkelumfang und 2 (!) Zentimeter mehr am Oberarm, 4 Zentimeter mehr im Schultergürtel und 3 Zentimeter weniger am Bauch! Das ist eine ganze Menge Muskelzuwachs, ohne dass ich sonderlich dafür trainiert habe. Auch der Körperfettanteil hat sich deutlich reduziert und das, obwohl unsere Ernährung während des ganzen Jahres wirklich zu wünschen übrig ließ!

Zudem lässt sich die isometrisch antrainierte Kraft und Ausdauer lückenlos in dynamische Kraftübungen übertragen, sprich ich habe keine Kraft verloren bei den Hantelübungen, soweit ich das mit dem momentan verfügbaren Gewicht abschätzen kann. Im Gegenteil, Sätze mit höheren Wiederholungszahlen und einer stabilen und ausdauernd guten Körperhaltung stellen jetzt eine gute Basis dar.

Erfahrungsberichte von Leuten, die einige Monate mit ISO Extrem Holds gearbeitet haben, bestätigen ebenfalls einen niedrigeren Körperfettanteil, mehr Muskelmasse und eine extrem gesteigerte Laktatresistenz.

Die lange Haltedauer bei den Übungen sorgt für eine starke Ausschüttung an fettverbrennenden und muskelaufbauenden Hormonen und Botenstoffen. Einige Leute haben nur den Ausfallschritt trainiert und sonst gar nichts und berichten von deutlich weniger Fett am Bauch und in der Körpermitte und Muskelzuwächsen im Schulter- und Armbereich. Und das, obwohl kein Armtraining stattgefunden hat!

Das alles klingt ziemlich verrückt und das ist es auch. Eine großartige Erfahrung und eine extrem effektive Trainingsmethode, auch wenn man verletzt ist oder auf anderes Training verzichten muss.

Ich selbst bin jedenfalls wieder mal mehr überzeugt, dass es noch andere Trainingsformen gibt, als das, was der Mainstream propagiert und dass wir wahrscheinlich immer noch keinen wirklichen Durchblick haben, was im Körper wie funktioniert. Wissenschaft hin oder her, das meiste ist einfach noch nicht mal annähernd erforscht und bewiesen.

Jay Schroeder ist jedenfalls jemand, der seine eigenen Wege geht und der Erfolg seiner Athleten und derjenigen, die seine Methoden ausprobiert haben, geben ihm recht.

Ich werde mich verstärkt dem Thema „Bindegewebe“ widmen, einem Bereich, der nicht nur von mir, sondern von der gesamten Sport- und Fitnessszene bislang nicht gebührend beachtet wurde.

Das Bindegewebe braucht längere Stimulationszeiten und andere Reize als die Muskulatur. Es dauert zwischen 7 – 12 Monaten regelmäßigen Trainings, bis der Körper sein gesamtes Bindegewebe erneuert und ausgetauscht hat. Ich habe vor, dazu künftig noch mehr zu veröffentlichen, stehe dabei aber momentan noch ziemlich am Anfang.

Das ISO Extrem Hold Experiment hat sich jedenfalls gelohnt!

Ich bin froh, dass ich es gewagt habe und lange genug am Ball blieb, damit ich mir ein Urteil erlauben kann. Zugegeben, anfangs hat es mich ziemlich irritiert und der Körper versucht einen ständig zu überreden, mit dem „Quatsch“ aufzuhören.

Empfehlen kann ich es definitiv, wobei ich sagen würde, dass man keine 5 Minuten am Stück zu halten braucht. Meines Empfindens nach hat man mit 3 Minuten Haltedauer die wichtigsten Vorteile, wer länger halten will, kann dies gerne tun. Ist jedenfalls eine interessante und sensationelle Erfahrung!

Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier ein paar spannende Artikel dazu:

Falls Du bereits Erfahrungen mit ISO Extrem Holds oder allgemein mit Loaded Stretching gesammelt hast, würde mich ein Austausch darüber sehr freuen. Nutze dazu gerne die Kommentarfunktion unterhalb des Artikels.

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