Kalziummangel durch den Verzicht auf Milch und Milchprodukte? – Im Gegenteil

Immer wieder wird uns von angeblichen Ernährungsexperten, Ärzten und Werbemachern gesagt, dass nur wer genug Milch trinkt oder Milchprodukte isst, genug Kalzium aufnimmt.
Kalzium ist zusammen mit Phosphor ein wichtiger Baustein von Knochen und Zähnen  und kann ohne Vitamin D vom Körper nicht aufgenommen werden. Ein Mangel kann zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Zahnverfall oder einer geringen Knochendichte führen und infolge dessen Osteoporose hervorrufen. Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium ist daher sehr wichtig.

Doch stimmt es wirklich, dass nur, wer Milch oder Milchprodukte verzehrt, ge­nügend Kalzium bekommt?

Milchprodukte sind Kalziumräuber
Milch und ihre Produkte enthalten tatsächlich viel Kalzium. Dennoch sind sie vielmehr ein Kalziumräuber statt ein Kalziumspender. Denn um an das Kalzium in der Milch zu kommen, muss der Körper zunächst die schwefelhaltigen Ami- nosäuren, die als Baustoff von tierischem Eiweiß in jedem tierischen Produkt vorkommen, aufschließen. Dabei entstehen große Mengen Phosphorsäure, für deren Neutralisation Kalzium nötig ist.

Da aber das Kalzium in der Milch an Milcheiweiß gebunden ist, kann dieses zur Neutralisierung nur unzureichend verwendet werden. Deshalb löst der Körper Kalzium aus den Knochen heraus, um die Phosphorsäure zu neutralisieren. So kommt es zu einer Abnahme der Knochendichte und Stabilität.

Die Entstehung von Osteoporose mit einer erhöhten Brüchigkeit der Knochen wird durch den Konsum von Milch also eher gefördert, als minimiert. Belegt werden diese Aussagen zum Beispiel durch den amerikanischen Arzt Dr. John McDougall oder den Ernährungsexperten Bruker und Jung in „Der Murks mit der Milch: Gesundheitsgefährdung durch Milch“.

Das könnte auch erklären, weshalb in den Ländern mit dem höchsten Milch­konsum, wie beispielsweise in den USA, Finnland oder Schweden, auch die Osteoporoserate am höchsten ist. Im Gegensatz hierzu weisen die Länder mit dem geringsten Milchkonsum, vor allem asiatische und afrikanische Länder, auch die niedrigsten Osteoporosevorkommen weltweit auf.

Pflanzliche Kalziumquellen sind besser
Das in grünem Blattgemüse enthaltene Kalzium kann der Körper dagegen sehr gut aufnehmen. Mit Ausnahme von oxalathaltigem Pflanzen wie Spinat, Mangold, Rote Beete oder Rhabarber. Denn Oxalate, die auch in Schwarztee, Kaffee und Kakao enthalten sind, setzen die Kalziumaufnahme herab. Übrigens behindert auch die in Kleie, Vollkornprodukten und Erdnüssen vorkommende Phytinsäure die Aufnahme von Kalzium.

Zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die einen hohen Kalziumgehalt mit einer sehr guten Bioverfügbarkeit haben, gehören Brokkoli, Kohl, Blattgemüse, Nüsse, Mandeln, schwarzer Sesam, Petersilie, Kresse, Amaranth, Bohnen, getrocknete Feigen, Wildkräuter, Chia Samen und durch Kalziumsulfat gewonnene Tofu­produkte.

Wie viel Kalzium braucht der Mensch?
Da bekannt ist, dass bestimmte Stoffe, wie sie insbesondere in tierischen Produkten vorkommen, die Kalziumaufnahme erschweren, fallen die Empfehlungen für die tägliche Kalziumaufnahme in den Ländern, in denen gewöhnlich viele Milchprodukte und Fleisch verzehrt werden, entsprechend höher aus.

Deutschland und Österreich empfehlen Erwachsenen 1000 mg Kalzium pro Tag, die USA 800 mg Eisen und asiatische Länder wie Japan und Korea, in denen der Verzehr von Milch­produkten traditionell gering ausfällt, nur 600 mg pro Tag.

Auf Werte von 600 mg kommt man auch ohne Milch und Milchprodukte spielend. Denn beispielsweise enthalten

  • 100 g Mandeln etwa 250 mg Kalzium
  • 100 g Brokkoli 110 mg
  • 100 g getrocknete Feigen 250 mg
  • in 100 g Grünkohl stecken 220 mg Kalzium
  • in 100 g mit Kalziumsulfat gewonnenem Tofu 250 mg
  • und 100 g schwarzer Sesam enthalten sogar mehr als 2000 mg Kalzium

Keine Angst vor verminderter Knochendichte oder Osteoporose
Zwar fallen in Studien bei Veganern, also Menschen, die sich rein pflanzlich er­nähren, öfter niedrige Kalziumwerte auf, das bezieht sich jedoch nur auf den Gehalt an Kalziumionen im Blutserum. Für die Stabilität unserer Knochen kommt es auf das richtige Verhältnis von Kalzium, Phosphat und Magnesium in den Knochen an. Dieses ist entscheidend für die sogenannte Knochendichte und der Vorbeugung einer Osteoporose.

Gemäß einer Studie, bei der die Knochendichte von 105 streng vegan lebenden Nonnen aus buddhistischen Klöstern ermittelt wurde, ergaben sich keinerlei Anzeichen für Osteoporose (Quelle: Deutsches Ärzteblatt am 17. April 2009).

Zum Glück erkennen auch immer mehr Experten an, dass Milch und ihre Produkte im menschlichen Körper mehr Schaden als Nutzen bringen. Selbst die Welt- gesundheitsorganisation (WHO) und die amerikanische Welternährungsorganisation (FAO) empfehlen Verbrauchern, statt auf Milcherzeugnisse, auf Obst und Gemüse zu setzen, um das Risiko einer Osteoporose-Erkrankung zu minimieren und ihren Kalziumbedarf zu decken.

Merken wir uns: Milch ist sicherlich ein perfektes Lebensmittel,
allerdings nur für die Kinder der entsprechenden Art und nur während der Saug­zeit. Die Kuhmilch ist für Kälber, Schafsmilch für Lämmer und die Muttermilch von Menschenmüttern für Menschenbabys gedacht – so simpel sind die Gesetz- mäßigkeiten der Natur.

Im ersten Teil der Serie Die Wahrheit über Milch – Mythos 1: Milch trinken ist gesund erfahren Sie mehr über die Hintergründe und Alternativen zum Milchgenuss>>

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