Von der Unzufriedenheit zur Sehnsucht

Wer kennt es nicht, das Laster mit der Unzufriedenheit.
Vielleicht sind wir unzufrieden, weil unser Job zu wenig Geld abwirft; der Partner nicht so will wie wir; uns die Zeit an allen Ecken und Kanten fehlt oder wir einen Ausflug ins Freie geplant haben und die Sonne nicht scheinen will.

Überall können wir Dinge entdecken, an denen wir etwas auszusetzen haben und die wir als Auslöser für unsere Unzufriedenheit heranziehen können.

Doch was macht diese Unzufriedenheit mit uns?
Nutzen wir sie als Antrieb, die Umstände, die uns stören zu ändern?
Oder resignieren wir in unserer Niedergeschlagenheit über die Ungerechtigkeit in der Welt und beginnen zu jammern und zu klagen? Was fangen wir mit unserer Unzufriedenheit an? Uns darauf auszuruhen und den Kopf in den Sand zu stecken, hilft niemandem weiter – auch uns nicht.

Doch was können wir tun?
Unser Problem ist oftmals, dass wir zwar ohne zu zögern 20 Dinge aufzählen können, die uns stören und annerven, aber sobald wir konkrete Verbesserungs- vorschläge geben sollen, geraten wir ins Stocken. Es ist viel leichter zu formulieren, was uns stört, als zu sagen, was wir uns wünschen.

Versuchen Sie es doch selbst gleich mal:
Überlegen Sie sich einen der größten Auslöser für Ihre momentane Unzufriedenheit.
Vielleicht ist es bei Ihnen die Arbeit, die Ihnen nicht wirklich Freude bereitet oder die überkommende Routine in Ihrer Beziehung? Was auch immer. Fragen Sie sich nun mal, wie denn dieser Bereich Ihres Lebens optimal aussehen sollte.

Welche Art von Arbeit würden Sie gerne verrichten? Wie sollte der Arbeitsalltag gestaltet sein? Wie viel Stunden pro Tag wollen Sie wo verbringen? Wie viel Geld sollte dabei rumkommen? Arbeiten Sie lieber selbständig und von zu Hause aus oder mögen Sie die Gesellschaft anderer und klare Ansagen, was zu tun ist?

Verantwortung, ja oder nein? Und wenn, wie viel?

Und für das Beispiel der Partnerschaft: Was könnten Sie mithilfe Ihres Partners ändern, um der Routine vorzubeugen. Wie müsste ein gelungener, gemeinsamer Abend verlaufen? Und wie sähe für Sie eine optimale Partnerschaft aus?

Können Sie solche konkreten Fragen bezüglich Ihrer Unzufriedenheiten beantworten?

Wie Sie wahrscheinlich merken, ist das Beschweren und Klagen darüber, was alles ungerecht und schief läuft, leichter, als genaue Wunschvorstellungen zu äußern.

Doch ist uns eigentlich bewusst, was wir da tun, wenn wir vergessen über die Auslöser unserer Unzufriedenheit hinaus zu blicken?
Wenn wir nur jammern, klagen oder resignieren, dann fühlen wir uns nicht nur schlecht, sondern es wird sich auch niemals etwas ändern!

Beginnen wir dagegen unseren Blickwinkel zu erweitern und unserer Sehnsüchte zu erblicken, die hinter unserer Unzufriedenheit stecken, dann ändert sich zwar rein sachlich betrachtet nichts an unserer Situation und doch ändert sich so viel:

Denn dann verweilen wir nicht länger in Gefühlen wie Hoffnungslosigkeit oder Frustration, sondern in Sehnsucht und vielleicht sogar Hoffnung. Auch wenn wir der Meinung sind, nichts ändern zu können, so macht es doch einen gewaltigen Unterschied für unser Wohlbefinden, ob wir uns auf die schlechten Eigenschaften unserer Mitmenschen konzentrieren, oder darauf, wie wir uns bereichernde Beziehungen vorstellen.

Erleben Sie selbst, wie kraftvoll die Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit ist.
Bleiben wir an den störenden Faktoren hängen oder nehmen wir sie als Hinweis uns auf die Optimalvorstellung zu besinnen?

Hinter jeder Unzufriedenheit steckt eine Sehnsucht:

  • Wenn wir über den Stress des Tages klagen, dann sehnen wir uns wahrscheinlich nach ein bisschen mehr Ruhe und Zeit für uns.
  • Wenn wir uns über das ungerechte Verhalten unserer Mitmenschen beklagen, dann sehnen wir uns wohl nach gleichberechtigten und rücksichtsvollen Beziehungen.
  • Und wenn wir über das Leid in der Welt bekümmert sind, sehnen wir uns nach einem Ort an dem Frieden und Freude vorherrschen.

Wenn wir in der Lage sind hinter den Auslösern für unsere Unzufriedenheiten, unsere dahinter stehenden Sehnsüchte und Wünsche zu erkennen, dann werden sich auch unsere Einstellungen und unsere Gefühle im Hinblick auf diese Dinge ändern.
Die Auslöser für unsere Unzufriedenheit ist dann nicht mehr länger unser Feind, sondern unser freundschaftlicher Ratgeber, für unsere Sehnsüchte.
Wir brauchen keine Angst mehr davor zu haben uns einzugestehen, dass irgendetwas nicht optimal läuft, sondern können uns darauf besinnen, nach was es uns dürstet.

Das ändert zwar noch nichts an den Gegebenheiten,doch wirkt es schon befreiend und wohltuend auf unseren Geist. Denn nur wenn wir erkennen, dass etwas nicht optimal läuft und nur wenn wir wissen nach was wir uns eigentlich sehnen, können wir tatkräftig dazu beitragen, dass sich die Dinge in unserem Sinne verändern.

Es wird immer Bereiche geben, die es zu optimieren gilt. Danken wir der aufkommenden Unzufriedenheit, dass sie uns die Richtung zeigt.
Konzentrieren wir uns dann auf das, was wir wünschen, setzen wir damit den ersten Impuls, es in unser Leben zu ziehen.

Sie glauben das nicht? Na dann versuchen Sie es doch selbst mal:
Beim nächsten aufkommenden Problem, besinnen Sie sich und überlegen Sie sich Ihre perfekte Lösung. Sie werden selbst bemerken, wie Sie das motiviert, anstatt in die Welt der Probleme zu versinken.

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Bildrechte: Inspiriert-Sein.de Verstandeshorizont II © Marion Selzer

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