Auch Weizenmehl macht süchtig und dick

Es ist mittlerweile bekannt, dass Zucker und damit hergestellte Produkte, die Gesundheit schädigen und Heißhungerattacken provozieren. Gelangt raffinierter Zucker ins Blut schießt unser Blutzucker rasend schnell in Rekordhöhe.

Um den Pegel wieder auszugleichen, wird die Bauchspeicheldrüse alarmiert, Insulin aus­zuschütten. Dieses Hormon sorgt im Zusammenspiel mit Chrom dafür, dass die Zellen sich öffnen und der überschüssige Zucker aus dem Blut in die Zellen ge­schleust werden kann.

In ihrer Not produziert die Bauchspeicheldrüse dabei jedoch mehr Insulin als notwendig und der Blutzuckerwert fällt unter den Normwert ab. Zellen, Muskeln und Organe, insbesondere Nerven- und Gehirnzellen, werden nun nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt.

Als Folge davon fühlen wir uns nach dem kurzzeitigen Energiekick, den uns der Verzehr von Zucker verschafft, müde, er­schöpft und ausgelaugt. Die Versuchung ist nun groß diesem Tief durch ein Erfrischungsgetränk, einen Schokoriegel oder ein Stück Kuchen zu entgehen. Ein Teufelskreis beginnt.

Essen wir andauernd zuckerhaltige Dinge, produziert unsere Bauchspeicheldrüse durchgehend Insulin. Im Laufe der Zeit stumpfen die Insulinrezeptoren ab und es kann zu einer Insulinresistenz (Diabetes Typ II) kommen. Das heißt, obwohl ge­nügend Insulin im Blutkreislauf aktiv ist, öffnen sich die Zellen nicht mehr und der überschüssige Zucker verbleibt im Blut.

Als Notreaktion wird der Zucker nun weiter an die Leber gereicht, die ihn nun zu sogenannten Triglyceriden, also Fettsäuren umwandelt und dann ins Fettgewebe einbaut.

Fazit: Je mehr Zucker wir essen, desto mehr Lust bekommen wir noch mehr davon zu essen. Wir werden regelrecht süchtig nach Süßigkeiten und zuckerhaltigen Produkten. Infolgedessen nehmen wir zu viele Kalorien auf, provozieren die Entstehung von Diabetes und die Einlagerung von Fett wird begünstigt. Zucker macht also süchtig und dick.

Auch Mehl macht süchtig und dick

Was sich zum Glück immer weiter herumspricht, ist die Tatsache, dass auch andere isolierte Kohlenhydrate, wie z. B. in Form von weißen Auszugsmehlen, ähnliche Stoffwechselprozesse auslösen. Aus Weißmehl hergestellte Produkte wie Kuchen, Brot, Toast, Nudeln oder Pizza bestehen zum großen Teil nur noch aus Stärke. Die ballaststoffreichen Randschichten (Kleie) und der fetthaltige Keim, die im vollen Korn und in Vollkornprodukten enthalten sind, wurden dem hellen Mehl durch aufwendige Verfahren herausgelöst. Das führt dazu, dass die Stärke aus Weißmehlprodukten viel schneller in Zucker umgewandelt wird und damit ein vergleichbares Chaos im Körper anrichtet, wie zuckerhaltige Speisen.

Der Umstieg auf Vollkornprodukte ist da zwar ratsam. Allerdings hat der amerikanische Kardiologe Dr. William Davis herausgefunden, dass sämtliche Weizenmehlprodukte, egal, ob Vollkorn oder Weißmehl, süchtig machen.
Weizenkörner enthalten das Eiweiß Gliadin, das den Hauptbestandteil des Weizeneiweißes Gluten ausmacht. Gliadin kann nicht nur zu Unverträglichkeiten wie z. B. Zöliakie führen, sondern auch süchtig machen.

Bei der Verdauung von Gliadon werden sogenannte Exorphine ausgeschüttet, die ähnlich wie Opium, betäubend und süchtig machend wirken. Essen wir Nahrungsmittel aus Weizen steigt unsere Lust darauf also immer mehr. Wen wundert es daher, dass wir zu fast jeder Mahlzeit Brot, Brötchen oder Nudeln essen!?

Dinkel, Roggen und andere Alternativen

Weniger süchtig machend und schonender für unseren Blutzuckerspiegel sind daher Vollkornprodukte aus anderen Getreidesorten wie Dinkel, Roggen oder Hafer. Auch sogenanntes Pseudogetreide wie Hirse, Amaranth oder Quinoa kommt als gesunde Alternative zu Weizenerzeugnissen in Frage. Und wer auf den süßen Geschmack von Zucker nicht verzichten möchte, der sollte sich an Xylit, Stevia oder aztekisches Süßkraut halten.

Bildrechte: pixelio.de © Tim Reckmann Brötchen

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