Zurück zu den Anfängen: Ursprüngliche Gesetzmäßigkeiten nutzen

Hier erfahren Sie, wie sich die Vorteile der Steinzeitdiät mit der entsprechenden Bewegung noch weiter steigern lassen.
Die Steinzeitdiät basiert auf biologischen Gesetzmäßigkeiten, die im Verlauf der Evolution unser Überleben und unsere Entwicklung sicherten. Im Einklang mit der Natur, den Jahreszeiten, dem Zyklus von Tag und Nacht, hat sich unser Bewegungsapparat, das Nervensystem und der Stoffwechsel so gestaltet, wie wir es auch heute noch kennen. Wir haben immer noch die gleichen Gene, wie unsere Vorfahren, die Nomaden, Krieger, Jäger und Sammler.

Das Prinzip des intermittierenden Fastens, sprich tagsüber keine oder nur wenig Nahrung aufzunehmen, entspricht ganz und gar der biologischen Funktionsweise unseres Körpers. In dieser Phase reinigt sich der Körper selbst und setzt Energie frei, die in den Zellen und im Fettgewebe gespeichert ist.

Ein körperliches Training ist genau in dieser Fastenperiode sinnvoll. Dann wird keine wertvolle Muskelmasse abgebaut, da diese ja beansprucht wird und es kommt zu einer gesteigerten Stoffwechselrate. Das bedeutet, die Fettverbrennung und die Entgiftung werden weiter forciert. Die Energie und Wachheit am Tage wird so noch mehr gesteigert und das Hungergefühl gedrosselt.

Abends, wenn Ruhe einkehrt und die Phase der Nahrungsaufnahme beginnt, werden die Reserven erneuert und durch die Aktivierung des Parasympathikus, die Verdauung gefördert, sowie die Nachtruhe eingeleitet.

Diese ursprünglichen Gesetzmäßigkeiten gelten immer noch und sind die Voraussetzung für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Was für die Ernährung gilt, gilt selbstverständlich auch für Bewegung, Training und Fitnessübungen. Was liegt wohl näher und ist leichter nachvollziehbar, als sich auch hier an dem zu orientieren, wie es sich im Laufe der Evolution entwickelt hat?

Wir haben unseren Bewegungsapparat ja nicht zufällig in dieser speziellen Ausführung. Alles hat seinen Sinn und seine Funktionen. Die aufrechte Haltung, unser menschliches Gangmuster, die Bewegungsmöglichkeiten unserer Gelenke und Muskeln kommen ja nicht von ungefähr.

Funktionell bedeutet nicht nur, dass es funktioniert
Der Begriff funktionelles Training geistert seit einigen Jahren durch die Fitnesswelt. Wer besonders intelligent daherkommen möchte, trainiert funktionell. Doch was bedeutet das genau? Das scheinen die meisten nicht zu wissen.

Funktionell ist weit mehr als eine coole Trendbezeichnung für irgendwelche Halteübungen auf wackligen Unterlagen. Funktionell kommt von Funktion, von den Funktionen, für die unser Bewegungsapparat geschaffen ist und auf die er sich über mehrere Hunderttausend Jahre spezialisiert hat.

Jäger und Sammler
Betrachten wir rein entwicklungstechnisch was den Menschen wann, und wie bewegt hat, verstehen wir besser, was mit funktioneller Bewegung gemeint ist. Hätten wir uns den äußeren Anforderungen des Lebens nicht so optimal angepasst, dann wäre unsere Spezies längst ausgestorben.

Als Jäger und Sammler haben sich ganz bestimmte Fertigkeiten und Funktionen des Körpers entwickelt, die wiederum für die Entwicklung unseres Gehirns, der Sprache und der kognitiven Fähigkeiten ausschlaggebend waren. Unsere Knochen, Muskeln, inneren Organe, das Hormons- und Nervensystem, bis hin zu Kultur, Kunst und Kreativität haben sich aus diesen Notwendigkeiten entwickelt. Um das, was wir haben gesund zu halten und uns wohlzufühlen, brauchen wir also die regelmäßige Stimulation durch funktionelle Bewegung.

Was für unsere Vorfahren wichtig war, ist auch wichtig für uns
Selbst wenn wir nicht mehr einem Säbelzahntiger entwischen müssen, die dazu nötigen Reflexe und Bewegungsmuster haben wir immer noch. Und diese sind fester Bestandteil unserer körperlichen Fähigkeiten, welche alle über das Nervensystem gesteuert und koordiniert werden.

Die Hauptsteuerzentrale unseres Nervensystems besteht aus den beiden Gehirnhälften und dem Rückenmark. Also genau das, was auch für unsere Denkvorgänge, die Reflexe und das optimale Funktionieren unseres Hormonsystems, der Herzkreislauftätigkeit, der Verdauung usw. zuständig ist. Fehlen hier die nötigen Impulse, die durch die entsprechenden funktionellen Bewegungen ausgelöst werden, dann fehlen uns wichtige Reize, die wir für unsere körperliche und geistige Entwicklung und Gesunderhaltung benötigen.

Wir sind unterfordert durch das Fehlen der Notwendigkeit uns natürlich zu bewegen. Das wirkt sich auf alle Ebenen unseres Seins aus – des bewussten, sowie des unbewussten Seins.

Dass unser Körper anfängt, zu schmerzen und krank zu werden, immer mehr verfettet und wir uns emotional und geistig leer fühlen ist eine unweigerliche Folge hiervon. Durch unnatürliche Fitness- und Trainingsmethoden lässt sich das auch nur unzureichend ausgleichen. Im Gegenteil, diese verwirren unseren Bewegungsapparat und das Nervensystem oft noch zusätzlich, bis wir das Thema Bewegung völlig aufgeben.

Zurück zu den Anfängen
Wieso machen wir es nicht wie mit der Ernährung: natürlich, ursprünglich und effektiv

Das beste Körpertraining basiert definitiv auf ursprünglichen, funktionellen Bewegungen, allerdings brauchen wir dazu keine Vibrationsplatten und Wackelbretter. Was wir brauchen, ist ein neuer Ansatz zum Thema Bewegung und Körpertraining, der auf unseren uralten biologischen Bewegungsprogrammen basiert!

Steinzeittraining
Unsere Vorfahren hatten keine andere Wahl. Zum täglichen Fitnessprogramm gehörten Dinge wie Gehen, Laufen, Rennen, Springen, Klettern, Heben, Tragen, Werfen, Ziehen, Schieben, Schlagen und dergleichen.

Um unsere konditionellen Fähigkeiten, die großen Muskelketten, das Herzkreislaufsystem, die Wirbelsäule und Gelenke optimal zu trainieren und nebenbei noch einen schlanken und durchtrainierten Körper zu bekommen, sollten wir anfangen, uns wieder ursprünglich zu bewegen.

Am besten würden wir uns täglich auf die eine oder andere Art natürlich und funktionell bewegen. Auch unser Alltag bietet sehr viele Möglichkeiten, hier und da eine kleine Trainingseinheit zu kreieren und in den Tagesverlauf einzubauen.

Es müssen nicht alle oben genannten Bewegungsmuster trainiert werden, da sich jede einzelne davon ganzheitlich auf unseren Körper auswirkt.

An einem Tag hat man vielleicht die Gelegenheit zu Gehen oder zu Laufen, an einem anderen Tag dafür umso größere Lust etwas Schweres zu bewegen, entweder ein Gewicht vom Boden zu heben und einige Meter zu tragen, oder eine Last zu ziehen oder zu schieben.

  • Schieben Sie nach Feierabend doch ein paar Mal Ihr Auto über den Parkplatz. Da wird der ganze Körper gefordert, es macht Spaß und dauert nicht lange, bis man an seine Grenzen kommt. Da wird die Heimfahrt ein wahrer Genuss.
  • Wann haben Sie das letzte Mal Ihre „Beute“ vom Supermarkt nach Hause getragen, oder bewusst auf den Fahrstuhl verzichtet und die Wasserkiste über die Treppe in den 10. Stock befördert? Sie verstehen, was ich meine.
  • Beim nächsten Spaziergang, wenn Sie unbeobachtet sind, wagen Sie sich doch einmal daran, einen schweren Stein oder einen Holzklotz, abgesägten Baumstamm zu heben, zu tragen und zu werfen, danach ein paar Sprints und Sie haben mehr Muskelgruppen trainiert als an den ganzen Geräten im Fitnessstudio.

Als Kinder waren wir noch nahe dran
Als ich ein Kind war, gut das ist schon eine Weile her, da war es durchaus normal, den ganzen Mittag draußen zu spielen. Rennen, springen, auf Bäume klettern, spielerische Zweikämpfe und vieles mehr, hat unseren Bewegungs- und Tatendrang gestillt. Im Grunde genommen haben wir den ganzen Tag funktionell trainiert, ohne darüber nachzudenken. Es geht um die reine Freude an freier spielerischer Bewegung und nicht um verbissenes, zielgerichtetes Training.

Vergessen Sie all diese leistungsbezogenen Ansätze. Das Training muss so natürlich wie möglich sein, um zu funktionieren und es muss alltagstauglich sein, um dauerhaften Bestand zu haben. Alles andere wird früher oder später in die Hose gehen!

Was bringt es sich wenige Monate im Fitnessstudio zu quälen, bis Sie sich einfach nicht mehr dazu überwinden können und dann ganz aufhören.

Training funktioniert nur dann wirklich, wenn es regelmäßig, am besten täglich, stattfindet und ein positives Gefühl verursacht. Nur dann freuen wir uns wieder auf die Bewegung und nur so bleiben wir auch langfristig aktiv. Unser Bewegungsdrang will genauso gestillt werden wie Hunger, Durst und das Bedürfnis nach Schlaf.

Im zweiten Teil gibt’s konkrete Vorschläge, wie Sie Ihr Training alltagstauglich und funktionell gestalten können. Vielleicht meditieren Sie bis dahin schon mal ein wenig über diese „neuen-alten“ Ansätze zum Thema Bewegung und Training.

Bildrechte: aboutpixel.de hard work part I © Thomas Pieruschek

Unsere eBook-Empfehlung:

Schlank sein ja Abnehmen, nein danke!

Ein ganzheitlicher Ansatz um überflüssige Pfunde dauerhaft und auf gesunde Weise loszuwerden
von Marion Selzer

Ein ganzheitlicher Ansatz um überflüssige Pfunde dauerhaft und auf gesunde Weise loszuwerden
Steinzeiternährung, Trennkost, Volumetrics und vieles mehr

zuletzt aktualisiert am