Ihr lauschen und ihren Rat befolgen – nicht immer einfach

Wenn die Partnerschaft einfach nur noch dahinplätschert, der Job Stress und Anspannung verursacht, und allein die Gewohnheit oder der Gedanke an Sicherheit entscheidet weiterzumachen, sind die meisten von uns in der Lage, ein ganz leises Stimmchen, einen sanften Gegenpol in sich zu spüren.

Da ist etwas, das uns unzufrieden sein lässt, egal wie oft wir uns einreden zu versuchen, dass wir es im Vergleich zu vielen anderen, doch ganz gut getroffen haben, dass wir uns eigentlich nicht beklagen können und sogar froh sein können, dass es uns so weit doch ganz gut geht.

Unser Partner ist treu, erfüllt im Großen und Ganzen seine Pflichten und trotz der gelegentlichen Reibereien können wir uns zumindest auf die Beständigkeit der Beziehung verlassen. Und auch, wenn wir im Job mit Vorgesetzten oder Kollegen ab und an aneinander reiben, wir dort mit zu kleinen oder zu großen Aufgaben konfrontiert werden, sollten wir zumindest dafür dankbar sein, dass wir überhaupt noch einen Job und damit ein geregeltes Einkommen haben.

Ja ja, so oder ähnlich lauten die Argumente des Verstands. Doch was sagt der Teil in uns, der da auch irgendwo verborgen in uns herumschlummert – die innere Stimme, unser Bauchgefühl?

„Es ist dein Leben und deine kostbare Zeit, die du da zur Verfügung hast. Viel zu schade, um sich mit Kompromissen der Vernunft zufriedenzugeben. Du bist dazu bestimmt, deine Lebenszeit freudvoll und erfüllt zu verbringen. Es liegt an Dir, Deine Zeit entsprechend zu gestalten. Du bist der Schöpfer Deiner Lebenszeit. Geh los und handele entsprechend – Lebenszeit ist ein Geschenk, das es auszukosten gilt!“, so die zusammenfassende Aussage des anderen Teils in uns. Unser höheres Selbst, unsere mit Gott verbundene innere Stimme hat da gesprochen.

Das Bauchgefühl
Das Bauchgefühl, auch oft als Intuition, höheres Selbst oder von mir als die innere Weisheit in uns, benannt, ist die Anbindung mit einem Wissen, das über unseren Verstand hinaus geht und mit dem Göttlichen oder dem All verbunden ist. Entscheidungen, die nicht allein vernünftig sind, sondern uns auch rundherum ein gutes Gefühl machen, sind wahrscheinlich der sicherste Garant dafür Freude und Glück zu erfahren.

Aller Anfang ist schwer
Wer schon mal die Erfahrung gemacht hat, dass Entscheidungen, die zwar rein logisch oder vernünftig betrachtet, „richtig“ sind, nicht zwangsläufig glücklich machen, wird vielleicht offen dafür, bei künftigen Entscheidungen auch von seiner Intuition Gebrauch zu machen. Doch selbst mit dieser Bereitschaft ist das gar nicht so leicht umgesetzt.

Wer beginnt, auch auf den Teil in sich zu achten, den viele als innere Stimme, Bauchgefühl oder höheres Selbst bezeichnen, sieht sich wahrscheinlich recht bald mit der Frage konfrontiert, wie er diese Stimme erkennen kann. Denn selten dauert es lange, bis man bemerkt, dass da viele Stimmen in einem herum schwirren. Hat man sich bisher nur wenig mit seinen inneren Anteilen beschäftigt und ist stets der Stimme der Vernunft oder Gewohnheit gefolgt, kann es ganz schön irritierend sein, nach innen zu lauschen und mit dem Stimmenchaos konfrontiert zu werden. Die eine Stimme will dies, die andere jenes.

Vielleicht lockt auf der einen Seite der Sprung in die Selbstständigkeit zu mehr Freiheit und mehr Unabhängigkeit. Doch auf der anderen Seite lauern mehr Risiken und Unsicherheiten. Hier stehen sich der Wunsch nach Unabhängigkeit und der nach Sicherheit gegenüber.

Was sagt der Verstand dazu? Was der Bauch?

Oder wie war das noch mit dem Wunsch gesünder zu leben? Klar wollen wir so lange wie möglich vital und attraktiv sein, doch dafür auf kalorienreiche Leckereien verzichten und den inneren Schweinehund zu mehr Bewegung überreden?

Was sagt der Verstand dazu? Was der Bauch?

Die drei großen Fragen
Wie findet man nun heraus, welche Stimme dem höheren Selbst gehorcht? Und selbst wenn man das herausgefunden hat, wie schaffe ich es, meiner inneren Stimme zu folgen, nachdem es mir gelungen ist ihr zu lauschen? Soll heißen, woher nehme ich die Kraft, das zu tun, was die innere Weisheit in mir rät? Und schon wären wir bei Problem drei: Wie gelingt es, mich nicht dafür zu verurteilen, wenn ich das nicht schaffe, ihr also nicht folge, obwohl ich weiß, dass das gut und richtig für mich wäre?

Das sind also die Probleme, die sich zumindest bei mir einstellten, als ich begann, nach innen zu lauschen: Man könnte auch sagen, die drei großen Rätsel, die sich mir in den Weg stellten, als ich begann, mehr auf mein Bauchgefühl zu achten:

  1. Wie macht man das überhaupt? Wie lauscht man nach innen?
  2. Wie gehe ich mit dem Chaos in mir um? Wie finde ich heraus, welche Stimme zu meiner inneren Weisheit gehört?
  3. Wie gelingt es mir, ihr zu folgen? Bzw. kann ich damit umgehen, wenn es mir nicht gelingt, ihr zu folgen?

Meine allgemeine Empfehlung lautet hier: empathisch und einfühlend mit sich selbst umzugehen. Wie bei allem im Leben brauchen wir auch hier Geduld und Ausdauer. Übung macht bekanntlich den Meister und das gilt auch hier. Lauschen Sie immer öfter nach innen, seien Sie sich ein paar Momente der Ruhe wert und nehmen Sie wahr, was Sie dabei an Eindrücken empfangen. Schon bald werden Sie sicherer im Umgang mit den Stimmen in Ihnen und in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, die sowohl von Verstand als auch vom Bauch unterstützt werden.

Bildrechte: pixelio.de © Denise Blätterherz

 

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