Das Milliardengeschäft der Anti-Cellulite-Industrie

Das Milliardengeschäft der Anti-Cellulite-IndustrieDie meisten Anti-Cellulite-Produkte und Behandlungen sind wirkungslos

Über 80% der weiblichen Bevölkerung leidet unter Cellulite. Die gefürchtete Orangenhaut kommt bereits bei pubertierenden Teenagern und Kindern vor und macht auch bei Damen im Seniorenalter keine Ausnahme. Sogar Männer leiden immer öfter an Cellulite.

Der Markt an Anti-Cellulite-Produkten boomt mehr denn je. Jedes Jahr geben hilfesuchende Betroffene weltweit Milliardenbeträge aus für Hautcremes, Lotions, Hormontherapien und exotische kostspielige Behandlungsmethoden aus, wie die „Anti-Cellulite-Vakuum-Saugmassage“.

Der Witz, bzw. das Tragische bei der ganzen Sache ist jedoch, dass so gut wie keine der gängigen Anti-Cellulite-Maßnahmen auch nur den Hauch einer Wirkung zeigt. Das einzige, was möglicherweise funktionieren mag, ist der Placeboeffekt!

Stiftung Warentest hat es mehrfach bewiesen

Seit 1964 ist die Stiftung Warentest im Sinne des Verbrauchers tätig, um Produkte und Dienstleistungen durch unabhängige und anonyme Tests auf die Probe zu stellen und uns Konsumenten eine objektive Unterstützung zu bieten. Seitdem wurde dadurch einiges als Betrug und reine „Geldmacherei“ entlarvt.

So hat die Stiftung Warentest auch einige Produkte gegen Cellulite genauer unter die Lupe genommen. Dabei erhielten alle getesteten Anti-Cellulite-Produkte das Qualitätsurteil „mangelhaft“. Hier geht’s direkt zu den Testergebnissen.

Anti-Cellulite-Massagen können die Cellulite sogar verschlimmern

Auch alle Arten von Massagen und Behandlungen mit Vakuumsaugpumpen usw. tragen nichts zur Verbesserung bei, sondern machen das Problem eher noch schlimmer. Die Ursache von Cellulite ist ein verstärkter Abbau und eine voranschreitende Schädigung des kollagenen Binde- und Stützgewebes.

Die Dellen und Furchen entstehen deshalb, weil das Unterhautfettgewebe „aus den Fugen“ gerät und sich nach oben in Richtung der Oberhaut ausdehnt. Das geschieht deshalb, weil die straff gespannten Kollagenfasern, die die Fettzellen normalerweise an ihrem Platz fixieren immer weiter abgebaut werden.

Knetende und saugende Massagen, die angeblich den Stoffwechsel und die Durchblutung in den von Cellulite betroffenen Bereichen anregen, zerstören lediglich die übriggebliebenen mehr oder weniger intakten Bindegewebsstrukturen noch mehr.

Allein durch logisches Nachdenken müsste jedem klar werden, dass bereits geschädigte Gewebe durch mechanische und oft schmerzhafte Behandlungsmethoden noch mehr strapaziert und beschädigt werden.

Cellulite basiert zudem auch nicht auf Durchblutungsstörungen und hat auch nichts mit einem herabgesetzten Stoffwechsel zu tun, weshalb auch keine, angeblich die Durchblutung anregenden Maßnahmen eine Hilfe bieten können. Deshalb kann ich nur jedem von solchen „Spezialbehandlungen“ in Beauty- und Wellnesssalons abraten.

Auch Fettabsaugen bringt keine langfristigen Erfolge

Da Cellulite auch nicht die Folge von einem erhöhten Körperfettanteil ist, kann auch Fettabsaugen nicht die Lösung sein. Übergewicht und Adipositas gehen zwar häufig auch mit Cellulite und Lipödemen einher, die Fettzellen selbst stellen jedoch nicht die Ursache dar.

Fettabsaugen kann deshalb ebenfalls nicht zur Behandlung und Lösung des Celluliteproblems beitragen.

Hinzu kommt, dass der Körper auch nicht blöd ist, und wenn wir ihm das Fettgewebe absaugen, entsteht dadurch ein massiver Eingriff, den er auszugleichen versucht und für jede abgesaugte Fettzelle bildet er schnellstmöglich zwei neue.

Deshalb müssen diejenigen, die sich Fett absaugen lassen, diese Prozedur in der Regel ein bis zwei Jahre später wieder über sich ergehen lassen. Diese Methode hilft nur denen, die an den regelmäßigen Fettabsaugebehandlungen verdienen!

Passive Behandlungen sind bequem und nutzlos

Wir müssen uns darüber klar werden, dass wir die Verantwortung für unseren Körper und seine Gesundheit in die eigenen Hände nehmen müssen. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um ein rein ästhetisches und kosmetisches Problem handelt – was Cellulite übrigens definitiv nicht ist – oder, ob es um ernstere Störungen des Wohlbefindens oder der Gesundheit geht.

Wer Cellulite als rein äußerliches und ästhetisches Problem betrachtet, das man einfach mit teuren Cremes „wegschmieren“ bzw. wegkneten kann oder absaugen lässt, hat die wahren Ursachen noch nicht erkannt.

Cellulite ist die Folge eines hormonellen Ungleichgewichts, dem wir einzig und allein durch eigenverantwortliches Verhalten entgegentreten können. Die Orangenhaut ist nur ein Symptom von einer ganzen Kette an Veränderungen in unserem Stoffwechsel und unserer Körperchemie.

Zugegeben, es ist nicht ganz leicht und ein wenig kniffelig in Anbetracht der Tatsache, dass die auslösenden Faktoren nicht mehr nur körpereigene Hormone sind. Unsere gesamte Umwelt, unser Trinkwasser, unsere Nahrungsmittel, unsere Körperpflege- und Kosmetikprodukte enthalten synthetische Östrogene und östrogenähnliche Substanzen, die auf zellulärer Ebene so ähnlich wie weibliche Sexualhormone wirken.

Konventionelle, aber auch biologisch produziertes Fleisch, wie auch Milch- und Molkereiprodukte enthalten künstliche Östrogene, die wir mit konsumieren. Milchkühe werden z. B. durch Hormone dauerhaft in den Zustand versetzt, in dem sie nach dem Kalben sind, sonst würden sie nicht so viel Milch geben.

Hinzu kommt, dass wir durch unsere Zivilisationskost leider immer fetter werden. Einfachzucker und leicht verdauliche Kohlenhydrate sorgen dafür, dass wir durchgehend massenhaft Insulin ausschütten, was dazu führt, dass unsere Zellen mehr Nährstoffe und Energie erhalten als sie aufnehmen können und sich irgendwann der Aufnahme verweigern.

In der Folge schafft unser Körper schließlich immer mehr neue Fettzellen, um die überflüssigen Stoffe und Energie einlagern zu können. Sobald Fettzellen ihre maximale Größe erreicht haben, beginnen sie selbst körpereigenes Östrogen zu produzieren, was wiederum zum Auslöser für Cellulite wird.

Zum Glück können wir aktiv mitentscheiden

Die meisten von uns laufen relativ unbewusst durchs Leben und konsumieren das, was ihnen angeboten und vorgesetzt wird. Irgendwann kommt das große Erwachen und dann soll irgendwo Hilfe herkommen. Cellulite ist da noch eines der geringsten Probleme, hängt aber eng mit unseren Zivilisationsleiden zusammen.

Wir haben zum Glück eine gewisse Entscheidungsfreiheit, was wir konsumieren und was wir bewusst weglassen. Auch auf andere Dinge haben wir Einfluss, ob wir unseren Körper regelmäßig trainieren und die körpereigenen Entgiftungsmöglichkeiten unterstützen.

Wir sind deshalb nicht völlig hilflos und können anfangen die Verantwortung für unseren Körper und unser Wohlergehen zu übernehmen.

Was die Cellulite betrifft, gibt es natürliche und günstige Möglichkeiten, wie wir das hormonelle Gleichgewicht, zumindest teilweise wieder herstellen können. Auch dem beschleunigten Kollagenabbau können wir teilweise entgegenwirken und die Kollagenneubildung unterstützen.

In meinem demnächst erscheinenden Selbsthilferatgeber werde ich die wirkungsvollsten Maßnahmen gegen Celluite (Orangenheut), die mir bislang begegnet sind vorstellen. Den Veröffentlichungstermin gebe ich in unserem Newsletter bekannt, zu dem man sich hier anmelden kann: » Jetzt anmelden »

Bildrechte: © Petra Bork / PIXELIO

Jens Sprengel

Jens Sprengel

Jens ist Gründer und Betreiber von inspiriert-sein.de und schreibt zu den Themen Beweglichkeit & Körpertraining, Selbstheilungskräfte aktivieren & Gesundheitsoptimierung u.v.m.

Jens ist staatlich anerkannter Heilpraktiker, Cransio-Sacral-Therapeut, Berater für Bioelektrische Gesundheit ® nach Christian Dittrich-Opitz, Personaltrainer und Autor
Jens Sprengel

2 Kommentare zu “Das Milliardengeschäft der Anti-Cellulite-Industrie

  1. Hallo Jens,
    vielen Dank für den Beitrag. Das sind ganz neue Infos für mich. Ich muss zugeben, dass ich seid ein paar Wochen ein Schröpf–Glas benutze um das Gewebe besser zu durchbluten und meine (leichte) Celluite weg zu bekommen. Bin jetzt verunsichert. Ist diese Theorie bereits wissenschaftlich belegt?

    Habt ihr bereits einen Ratgeber zu dem Thema mit Tipps verfasst?

    Liebe Grüße, Ina

    • Liebe Ina,

      Schröpfen für eine bessere Durchblutung ist generell zu empfehlen. Das dürfte dem Gewebe auch nicht schaden, weil es ja doch eine recht sanfte Methode ist.

      Der Ratgeber ist noch nicht erschienen, wir informieren darüber in unserem Newsletter.
      Viele Grüße,
      Jens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Dieses Formular speichert Ihre Email Adresse sowie den Inhalt, damit wir die Kommentare auf unsere Seite auswerten können. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen. Mit Absenden des Kommentares erklären Sie sich mit den darin beschriebenen Bedingungen einverstanden.