Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich – Mit Ernährungstipps

Zucker macht krank und dick – und manch einen sogar süchtig. Zum Glück gibt es zahlreiche Zuckeralternativen. Doch welche sind gesund? Welche sind zum Backen und Kochen geeignet? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Zuckeraustausch- stoffen und Süßstoffen?

Mit diesen und vielen anderen Fragen rund um das Thema Zuckeralternativen beschäftigt sich das Büchlein „Echt süß!“ von Dr. Andrea Flemmer aus dem VAK Verlag. Ich habe es unter die Lupe genommen und möchte hier ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Die Vorliebe auf Süßes ist uns angeboren

Frau Dr. Flemmer beginnt ihre Reise durch die Zuckeralternativen mit der Frage, wieso süß eigentlich so gut schmeckt. Fast jeder von uns hat eine Vorliebe für Süßes und kaum jemand mag eine Nascherei ablehnen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bereits das Fruchtwasser, von dem wir als Embryo bereits ab der 14. Schwangerschaftswoche bis zu drei Liter am Tag trinken und auch die Muttermilch besteht zu 6 % aus Milchzucker. Die Vorliebe für Süßes ist uns also in die Wiege gelegt.

Außerdem erfährt der Leser in diesem ersten Kapitel, wie es überhaupt möglich ist, dass wir süß schmecken und auch, dass sich das Geschmacksempfinden durch Entwöhnung ändern lässt.

Was ist eigentlich Zucker?

Wenn wir von Zucker sprechen, denken wir fast immer an das kristalline, weiße Pulver mit dem wir uns das Leben versüßen – den Haushaltszucker. Dabei gibt es viele verschiedene Zuckerarten, wie Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker. Die Diplom-Biologin gibt uns hier ein klein wenig Nachhilfeunterricht und erklärt gekonnt, welche Zuckerarten sich wodurch unterscheiden lassen, wo sie natürlicherweise vorkommen und natürlich auch, wie süß die einzelnen Arten schmecken.

Zucker macht krank und dick

Dass unser weißer Haushaltszucker und andere isolierte Zuckerarten wie Frucht- oder Traubenzucker nicht gesund sind, ist den meisten inzwischen zur Genüge bekannt. Kurz und knackig erfährt der Leser hier noch einmal die wichtigsten Fakten über die gesundheitlichen Gefahren von Zucker.

Leider stolpere ich hier (oder war es in der Einleitung?) über die Aussage, dass Zucker zwar krank machen könne, aber kein Vitamin- und Mineralstoffräuber sei. Hier muss ich leider vehement widersprechen. Zucker ist ein leerer Kalorienträger, dem sämtliche Vital- und Ballaststoffe seiner Ursprungspflanze entzogen wurden. Im Klartext heißt das, dass er die für seine Verdauung nötigen Begleitstoffe nicht mit bringt, sondern dem Körper an anderer Stelle raubt. Allein durch die Tatsache, dass Zucker bei seiner Verdauung Vitamin B1 verbraucht, richtet er erhebliches Chaos in unserem Körper an, wie ich bereits hier berichtet habe>>

Natürliche Süßungsalternativen

Leider genauso kurz und knackig werden dann die natürlichen Süßungsmittel wie Honig, Kokosblütenzucker, Agavendicksaft, Apfel- und Birnenkraut, Zuckerrüben-, Dattel- Topinambursirup, brauner Zucker, Kandiszucker, Invertzucker, Melasse sowie Vollrohr- und Vollzucker vorgestellt.

Hier hätte ich mir schon ein paar mehr Worte gewünscht, aber vielleicht liegt die Knappheit auch darin, dass die Autorin in den natürlichen Süßungsmitteln keine wirklich Alternative zu Zucker sieht, da sie ebenfalls zu Blutzuckerschwankungen führen und Karies auslösen können.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Worin unterscheiden sich eigentlich Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe? Diese Frage wird in diesem Kapitel ausführlich erläutert. Hier erfährt der Leser, mehr über die zumeist zufällige Entstehungsgeschichte von Süßstoffen und erfährt auch den Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Süßstoffen.

Besonders gut gefällt mir, dass die Autorin die künstlichen Süßstoffe durchaus kritisch beleuchtet, auch, wenn sie es dem Leser selbst überlässt, ein eindeutiges Fazit zu ziehen. Wer hier noch Entscheidungshilfe benötigt, kann sich in diesem Artikel darüber informieren, weshalb ich künstliche Süßstoffe ablehne und nicht empfehlen kann>>

Fruchtzucker, Xylit, Mannit, Maltit, Sorbit, Laktit, Erythrit, und Isomalt zählen hingegen zu den Zuckeraustauschstoffen und kommen zwar ebenfalls in der Natur in isolierter Form nicht vor, verfügen aber im Vergleich zu Zucker über einige Vorteile. Sie lassen den Blutzucker nicht oder nur sehr wenig ansteigen und sind entweder gar nicht oder nur wenig kariogen. Allerdings können die meisten Zuckeraustauschstoffen zu Verdauungsproblemen führen, wenn sie in großer Menge zugeführt werden. Man sollte sich also langsam an sie gewöhnen.

Flemmer geht ausführlich ein auf die einzelnen Vorteile, den Geschmack, die Verwendungsmöglichkeiten, Bezugsquellen, den Preis und eventuelle Nachteile der einzelnen Zuckerausstauschstoffe und lässt auch nicht unerwähnt, dass Fruchtzucker, weil er über die Leber abgebaut wird und dort zu Fettleber führen kann, keine gesunde Alternative zu Zucker ist.

Isolierter Fruchtzucker wird in der Leber zu Fett umgewandelt und lagert sich dann gerne als sogenanntes Viszeralfett um die inneren Organe ab. Dieses Fett ist besonders tückisch, weil man es zum einen von außen nicht sieht und zum zweiten, weil es ständig Fettsäuren abgibt, die die Blutfette steigen lassen, wodurch sämtliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt werden.

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Fruchtzucker finden Interessierte auch hier>>

Über die Novel Food Verordnung und die Schwierigkeit der Zulassung für Süßungsmittel

Etwas langatmig, aber doch interessant, schreibt Flemmer über die Schwierigkeit eine Zulassung für Lebensmittel und auch Süßungsmittel zu bekommen wegen der sogenannten „Novel Food Verordnung“, die besagt, dass sämtliche Lebensmittel, die bis 1997 in der EU noch nicht in großer Menge in Gebrauch waren, erst ein aufwändiges und vor allem teures Zulassungsverfahren hinter sich bringen müssen, bevor sie in der EU zugelassen werden können.

Diese Regelung soll eigentlich dem Schutz der Verbraucher dienen, führt aber leider auch dazu, dass natürliche Heil- und Lebensmittel, die in anderen Kulturen seit jeher verwendet werden, bei uns erst mal nicht offiziell zu bekommen sind. Doch zum Glück gibt es ja das Internet und dank der immer weiter fortschreitenden Globalisierung und Vernetzung sind darüber auch Produkte aus aller Welt erhältlich.

Natürliche Süßstoffe

In diesem Kapitel erfährt der Leser mehr über den Zulassungsstreit zum inzwischen doch bereits sehr bekannten Stevia. Stevia ist eine in Südamerika ansässige Pflanze, deren Blätter sehr süß schmecken und von den Einwohnern vor Ort seit jeher zum gesunden Süßen verwendet wird. Leider ist der Streit um die Zulassung der Pflanze bzw. deren Süßstoff nicht ganz aktuell, da Stevioside, also die süßen Moleküle der Pflanze, inzwischen in der EU zugelassen wurden.

Neu für mich waren die weiteren natürlichen Süßstoffe, die hier Erwähnung finden, wie Brazzein, das süß schmeckende Eiweiß Mabinlin, Hernandulcin aus dem aztekischen Süßkraut oder auch Perrilartin, ein Süßungsmittel, das die Japaner gerne verwenden. Auch das dem Katemfe Strauch gewonnene Thaumatin, Rubusosid aus

der Brombeere sowie die süße Frucht aus China Luo Han Guo finden hier Erwähnung.

Fazit:

Flemmer, AndreaAuch, wenn ich an der ein oder anderen Stelle ein wenig mehr Tiefgang gewünscht hätte und ich mir eine Aktualisierung zum Thema Stevia für künftige Auflagen wünschen würde, werden die Alternativen zu Zucker in „Echt süß! Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich – Mit Ernährungstipps“ recht gut und umfassend dargestellt. Alles in allem empfehlenswert für all diejenigen, die sich einen Überblick im Dschungel der Zuckeralternativen verschaffen und die für sich richtige Alternative finden möchten.

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