Wie die Nahrungsmittelindustrie Sie zu übermäßigem Essen verleitet und was Sie dagegen tun können

Als Zuckersüchtige weiß ich es schon lange, Essen kann süchtig machen und zwar ziemlich. Wie sonst ließe sich erklären, dass viele von Menschen sich trotz Übergewicht, Diabetes oder Karies bei Süßigkeiten, Hamburgern, Pommes und Co einfach nicht zügeln können?!

Doch anders wie bei Alkohol, Tabak, Haschisch und harten Drogen gilt Essen noch nicht offiziell als Suchtmittel. Esssüchtige werden daher oft belächelt. Wer selbst keine Probleme damit hat, sein Essverhalten zu kontrollieren, kann eben nicht nachvollziehen, dass das Verlangen nach einer Speise stärker ist als alle Vernunft. Angeblich bräuchten Esssüchtige nur einfach mehr Willenskraft und Disziplin, um aus dem Teufelskreis des Überessens und Vielessens herauszukommen.

Umso dankbarer bin ich, dass nun auch immer mehr Wissenschaftler bestätigen, dass Essen (wohlgemerkt stark verarbeitete Industrienahrung und kein Brokkoli oder andere natürliche Lebensmittel) sehr wohl süchtig machen kann. So behauptet zum Beispiel der studierte Jurist und Mediziner David Kessler, nachdem er mit Insidern der Nahrungsmittelindustrie gesprochen und ihre skrupellosen Machenschaften aufgedeckt hat, dass Chips, Hamburger, Pizza und Schokolade sowie alles, was viel Fett, Zucker und oder Salz enthält, so süchtig macht wie Kokain.

In seinem Buch „Das Ende des großen Fressens“, erschienen im Goldmann Verlag, zeigt er auf, wie uns die Nahrungsmittelindustrie gekonnt zu übermäßigem Essen verleitet und was wir dagegen tun können.

Ein Eigenversuch macht schlau

Zu Beginn des Buches erzählt uns Dr. Kessler, wie er dazu kam, sich für das Suchtpotenzial von Lebensmitteln zu interessieren.

Eines Tages schaute er eine Sendung der in den USA sehr erfolgreichen Oprah Winfry Show, in der ein Psychologe eine übergewichte Frau bat, ihr Essverhalten vor den Zuschauern zu beschreiben. Sie erzählte, dass sie eigentlich andauernd esse. Sie esse, wenn sie Hunger habe, und wenn sie satt sei. Wenn es etwas zu feiern gäbe und wenn sie sich traurig fühle.

Als der Psychologe sie fragte, wie es ihr dabei ginge, was sie dann fühle und denke, gab sie schüchtern und unter Tränen zu, dass sie sich für ihr Verhalten schäme, als Versagerin fühle und sich fett und hässlich vorkomme. Dann fragte der Experte, wer aus dem Publikum solche Situationen und Gedanken kenne, und etwa Zweidrittel aller Anwesenden hoben die Hand.

Das machte Dr. Kessler, damals selbst übergewichtig, stutzig. Noch nie hatte er darüber nachgedacht, dass er süchtig nach Essen sein könnte und wagte den Selbstversuch. Er stellte sich einen Teller seiner Lieblingskekse in Armreichweite bereit. Dabei beobachtete er, dass er sich auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte als auf diese Kekse und sich schwer beherrschen musste, nicht zuzugreifen. Irgendwann musste er sogar das Zimmer verlassen, um nicht doch schwach zu werden.

Dieses Erlebnis beeindruckte ihn dermaßen, dass er unbedingt herausfinden wollte, wie es dazu kommen kann, dass Menschen, obwohl sie sich unglücklich fühlen und ihre Gesundheit gefährden, trotzdem nicht aufhören können zu essen.

Industrienahrung mach so süchtig wie Kokain

In den folgenden Wochen und Monaten befragte er dünne und dicke Menschen. Menschen, die offensichtlich ein Problem mit ihrem Essverhalten hatten und welche, die keine Probleme damit hatten. Er unterhielt sich mit Experten aus der Nahrungsmittelindustrie und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Dabei kam er zu dem eindeutigen Schluss: Fett-, zucker- und salzhaltige Nahrung hat ein ähnlich hohes Suchtpotenzial wie Kokain – und ist trotzdem in jedem Supermarkt verfügbar.

Wieso macht Essen süchtig?

Industriell verarbeitete Nahrungsmittel enthalten ungesunde Fette, raffinierten Haushaltszucker und/oder Kochsalz. Genau diese Kombination macht sie so gefährlich. Denn Fette, Zucker und Salz sind in der Lage unser Belohnungszentrum im Gehirn derart stark zu reizen, dass wir immer mehr davon haben wollen. Wenn wir Burger, Eiscreme, Kuchen oder Pommes essen, schüttet unser Gehirn unverhältnismäßig viele Glücksbotenstoffe aus, weshalb unser Verlangen danach nicht nachlässt. Man könnte auch sagen, Fett, Salz und Zucker machen ein Nahrungsmittel „hyperschmackhaft“.

Die Nahrungsmittelindustrie weiß natürlich um diesen Umstand und ist inzwischen ziemlich geschickt darin, diese Zutaten so miteinander zu kombinieren, um unseren Appetit möglichst stark anzuheizen. Ihr Ziel lautet schließlich Umsatz zu generieren und das gelingt eben am besten, wenn wir zu vielfräßigen Konsumenten werden.

Doch wieso wird nicht jeder süchtig

Fast jeder von uns isst mehr oder regelmäßig stark verarbeitete Produkte. Doch nicht jeder wird danach süchtig. Auch dieses Phänomen deckt Dr. Kessler auf. Denn, ob Nahrung süchtig macht, hängt nicht allein vom Geschmack ab, sondern hat auch eine emotionale Komponente.

Wenn wir bestimmte Speisen mit positiven Gefühlen verbinden, steigt das Risiko süchtig danach zu werden. Die Psychologen sprechen dann von emotionalen Kopplungen, auf die unser Verstand leider keinen Einfluss hat, weil sie in einem anderen Bereich des Gehirns verankert sind.

Je früher wir angenehme Emotionen mit Nahrungsmitteln verknüpfen, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir süchtig werden. Kinder, die mit Süßigkeiten ruhig gestellt, getröstet oder belohnt werden, sind also besonders gefährdet. Auch diese Zusammenhänge sind der Nahrungsmittelindustrie natürlich bekannt und so versucht sie durch gezielte Werbemaßnahmen positive Gefühle mit ihren Produkten auszulösen.

Die Macht der Gewohnheit

Je häufiger wir unserem Verlangen nach Junk Food nachgeben und je öfter wir die Erfahrung machen, dass wir uns anschließend tatsächlich erst einmal besser fühlen, umso tiefer brennt sich diese Verbindung in unserem Gehirn ein. Es wird also mit jedem Mal schwerer den Teufelskreis des Über- und Vielessens zu durchbrechen. Unser Essverhalten automatisiert sich dann und wir schaufeln gedankenverloren einen Bissen nach dem anderen in uns hinein.

Die gute Nachricht: Der Ausstieg aus der Esssucht ist möglich

Dr. Kessler beschränkt sich nicht damit, einen erschreckenden Blick in die skrupellosen Machenschaften der Nahrungsmittelindustrie zu geben, sondern zeigt auch Lösungswege für Betroffene auf. Am Ende des Buches warten zahlreiche Tipps für Esssüchtige auf der Basis neuster Erkenntnisse aus der Psychologe.

Die vier Eckpfeiler dabei bilden, das Aufdecken und Bewusstmachen der persönlichen Trigger (Nahrungsmittel, Situationen, Gefühle), das Einüben von Ersatzhandlungen, das Neukonditionieren von Gedanken sowie die Unterstützung durch andere.

Kessler, DavidMein Fazit:

Für jeden Betroffenen, aber auch für jeden, der einen Einblick in die skrupellose Machenschaften der Nahrungsmittelindustrie erhalten möchte, absolut empfehlenswert, weil informativ, kurzweilig und unterhaltsam.

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