Vorsorgliche Organentfernung zur Vermeidung von Krebs?

Wie Sie bestimmt schon gelesen haben, hat sich die erfolgreiche Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie Medienberichten zufolge beide Brüste entfernen lassen. Der Grund für die OP: Ein Bluttest hatte ergeben, dass die Schöne ein Gen in sich trägt, das sie im Laufe des Lebens mit 87-prozentiger Wahrschein­lichkeit an Brust- krebs erkranken lässt.Ihre Mutter und eine weitere Verwandte sind an dieser Erkrankung gestorben.

Durch die vorbeugende Brustamputation (auch als präventive Mastektomie be­zeichnet) konnte das Risiko einer Brustkrebserkrankung bei Jolie, die zusammen mit Brad Pitt, drei gemeinsame und drei adoptierte Kinder hat, nach Ansicht von Medizinern um über 80 Prozent gesenkt werden. Nun denkt die 37-Jährige auch darüber nach ihre Eierstöcke entfernen zu lassen, da die gleichen Gene auch die Wahrscheinlichkeit eines Eierstockkrebs erhöhen.

Doch ist es wirklich sinnvoll, sich gesunde Organe durch einen endgültigen und nicht ungefährlichen Eingriff entfernen zu lassen, weil man Gene in sich trägt, die auf ein erhöhtes Krebsrisiko an den entsprechenden Organen hindeuten?

Ein kurzer Blick auf den wissenschaftlichen Stand der Dinge:

1994 entdeckten Wissenschaftler die Gene BRCA1 und BRCA2, die, wenn sie mutiert sind, zu einem erhöhten Risiko für Brust- und Eierstockkrebs bei den be­troffenen Frauen führen. Und tatsächlich können die mutierten Gene von Generation zu Generation weitergegeben werden, so dass eine familiäre Vor­belastung ein erhöhtes Erkrankungsrisiko mit sich bringt.

ABER

  1. Konnten diese mutierten Gene nur bei sehr wenigen Frauen nachgewiesen werden, so dass nur ein Bruchteil aller Brust- und Eierstockkrebsvorfälle diesen Genen zugeschrieben werden kann.
  2. Können Forscher bisher nicht abschließend beantworten, ob nicht auch andere Gene an diesen Erkrankungen mitbeteiligt sind.
  3. Führt die bloße Anwesenheit eines Gens nicht zum Entstehen einer Krankheit. Nur bei der Hälfte der Frauen, die das Gen BRCA1 oder BRCA2 in sich tragen, kommt es zum Ausbruch der besagten Krebs­erkrankungen. Die andere Hälfte der Frauen mit der gleichen genetischen Vorbelastung bleibt ihr Leben lang davon verschont.

Wie kann das sein?

Immer mehr Ärzte und Forscher sind sich einig. Wenn ein Gen mutiert, erhöht das zwar das Risiko für bestimmte Erkrankungen, kann allein aber nicht als Ursache für den Ausbruch einer Krankheit herangezogen werden. Zu groß ist der Einfluss von Ernährungs- und Umwelteinflüssen, die individuell sehr ver­schieden ausfallen können. Nur, wenn zu den mutierten Genen ungesunde Lebensgewohnheiten und Belastungen aus der Umwelt hinzukommen, kann das Gen zum Ausbruch der entsprechenden Erkrankung führen. Das heißt im Um­kehrschluss aber auch, dass wir als Betroffene einen erheblichen Beitrag für unsere Gesundheit leisten können.

Lesenwerte Broschüre über den Zusammenhang von Ernährung und Brustkrebs>>

Der übermäßige Konsum von tierischem Eiweiß, raffiniertem Zucker, schlechten Fetten sowie ständiger Stress und negative Gedanken und Emotionen werden immer häufiger mit der Entstehung verschiedener Krebsarten in Verbindung ge­bracht. Eine vegane, möglichst naturnahe Ernährung kombiniert mit ausreichend Erholung und Entspannung kann daher noch immer als die beste Vorsorgemaß­nahme betrachtet werden.

Wir empfehlen Ihnen dazu auch das Buch „China Study“ von Campbell, Campbell>>

Das Fazit des Epidemiologen Prof. Dr. T. Colin Campbell und Autors des Buches ist simpel: „Ändern Sie Ihre Ernährung und Sie reduzieren die Wahrscheinlichkeit, an Krebs, Herzerkrankungen oder Diabetes zu erkranken, dramatisch!“

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