Warum Vegetarier nicht die besseren Menschen sind

Sie sind Vegetarier? Aus moralischen Gründen? Sie lieben also Tiere und möch­ten deshalb kein Fleisch mehr essen? Sie möchten ein Zeichen setzen und wollen nicht mehr länger zur Massentierhaltung beitragen? Dann ist das leider eine Milchmädchenrechnung.

Wer kein Fleisch mag und deshalb darauf verzichtet, hat einen wirklichen Grund vegetarisch zu leben. Wer allerdings aus ethisch-moralischen Gründen, den Tie­ren zuliebe zum Vegetarier wird, der hat ein paar „Kleinigkeiten“ noch nicht so ganz in sein Weltbild integriert. Tierleid durch Viehzucht entsteht ja nicht nur durch die Fleischproduktion. Tierleid entsteht durch jegliche Art der Nutztierhal­tung!

Es spielt keine Rolle, ob Tiere wegen ihres Fleisches gezüchtet und gehalten wer­den, oder zur Produktion von Milch, Eiern und dergleichen. Es gibt keine artge­rechte Form der Nutztierhaltung, egal ob im Freien oder in fabrikähnlichen Hal­len mit Kunstlicht. Nutztierhaltung führt zu Tierleid, egal in welcher Form und aus welchen Gründen, Punkt.

Das Leben einer Milchkuh
Was glauben Sie denn, was für ein schönes Leben die Milchkühe führen, bis auch sie, nachdem sie ausgedient haben, ebenfalls zum Schlachter gefahren werden.

Weshalb gibt eine Kuh überhaupt Milch? Ganz klar, um ihr neugeborenes Kalb zu ernähren. Milchkühe werden zu diesem Zweck künstlich befruchtet. Sobald das Kalb zur Welt kommt, wird es ihr weggenommen, damit es uns Menschen nicht die Milch wegtrinkt.

Einem weiblichen Kalb steht ganz klar auch ein Leben als Milchkuh bevor, doch was geschieht eigentlich mit einem männlichen Kalb? Ganz klar: Kalbfleisch! Es wird noch kurzzeitig künstlich hochgemästet und dann geht´s zum Schlachter. Wie wir sehen, sogar Babykühe werden geschlachtet.

Damit der Milchfluss der Mutterkuh nicht versiegt, wird sie auch weiterhin künstlich befruchtet. Durch dieses Prozedere altert die Kuh natürlich auch schneller, ist nach ungefähr 7 Jahren „leergemolken“ und wird dann aus betriebs­wirtschaftlichen Gründen ebenfalls entsorgt.

Abgesehen davon, dass es eigentlich krank ist, die Muttermilch einer anderen Spezies zu trinken, gehen die Schwangerschaftshormone, die für die künstlichen Befruchtungen verabreicht werden auch in die Milch über. So nimmt auch jeder, der Molkereiprodukte zu sich nimmt, ständig künstliche Hormone zu sich.

Das Schicksal von Eierhennen
Wie sieht es mit den Legehennen aus? Ein Huhn legt pro Jahr normalerweise 5-12 Eier. Sobald das Ei gelegt ist, fängt instinktiv der Brutprozess an. Nimmt man dem Huhn das Ei weg, legt es sehr schnell ein weiteres. So werden Legehennen zur dauerhaften Eierproduktion gebracht. Bis zu 300 Eier pro Jahr laugen die Hühner schnell aus.

Bereits nach 1,5 Jahren werden sie wirtschaftlich uninter­essant und dann entsorgt, so wie auch alle männlichen Küken, die ja keine Eier legen. Sie werden entweder vergast oder geschreddert. Und es spielt keine Rolle, ob es sich um einen konventionellen Betrieb, oder einen Biobauernhof handelt.

Umwelt und Welthunger
Das alle ist aber nur die Spitze des Eisberges. Von der Abholzung der Wälder, dem Trinkwasserverbrauch und der Trinkwasserverschmutzung durch die Un­mengen an Gülle, den ansteigenden CO2-Werten und der Ausbeutung der Men­schen, die verhungern müssen, weil auf ihrem Land Viehfutter angebaut wird, ganz zu schweigen.

Pro Tag leiden 1 Milliarde Menschen an Hunger, von denen jede Sekunde einer daran stirbt. Weltweit werden 50% der Getreideernten und 90% der Sojaernten an Nutztiere verfüttert, um unseren Konsum an Fleisch und anderen tierischen Pro­dukten zu decken.

Jedes Kilo Fleisch benötigt bis zu 16 kg pflanzliches Futter. Alle Schlachttiere zusammen verbrauchen eine Kalorienmenge, die fast 9 Milliarden Menschen er­nähren könnte.

Für den Konsum tierischer Produkte sterben jedes Jahr 56 Milliarden Tiere, die bis zu ihrem Ableben mit Sicherheit auch kein würdiges Leben führen. Hier sind Fische und Meerestiere nicht mitgerechnet.

Die weltweite Massentierhaltung macht bei dem gesamten Co2-Ausstoß satte 18% aus. Da erscheinen die 2%, die durch den gesamten Flugverkehr entstehen, geradezu lächerlich.

Denke nach und handele entsprechend
Also liebe Ethikvegetarier und Weltverbesserer macht euch Gedanken. Wer wirklich auf diesem Wege etwas bewegen will, sollte über einige Tatsachen Be­scheid wissen. Es liegt an jedem selbst, wie ernst – er oder sie – es mit der Ethik und Moral meint. Die vegetarische Lebensweise hat gesundheitliche Vorteile, macht uns aber noch nicht zu einem besseren Menschen. Um der Nutz- und Mas­sentierhaltung entgegen zu wirken und aktiv etwas zu tun, ist der bewusste Ver­zicht auf alle tierischen Produkte eine Alternative.

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