Zuckerentzug mit Kindern – Eine Mama packt aus

zuckerentzug-mit-kindern-eine-mama-packt-ausTipps für die Zuckerentwöhnung mit der ganzen Familie

Die Entwöhnung vom Zucker ist nicht gerade eine einfache Angelegenheit, das wissen wohl die meisten, die bei Schokolade und Co nur schwer „Nein“ sagen können.

Gerade in den ersten Tagen lauern die Versuchungen überall, hinzu kommen „Entzugssymptome“ wie Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, das Gefühl nicht richtig satt zu werden und vieles mehr.

Besonders herausfordernd wird der Zuckerentzug, wenn zu Hause auch noch Mann und Kinder warten, die es gewohnt sind, bekocht und mit leckerem Essen umsorgt zu werden.

Welche Besonderheiten kommen dabei auf eine Mutter zu, die für die Zubereitung der Mahlzeiten für die Familie zuständig ist? Wie schafft man es, Kinder und Partner vom Vorhaben des Zuckerentzugs zu begeistern? Und wie gelingt die Zuckerentwöhnung mit der ganzen Familie?

Wir hatten das Glück, diese und weitere Fragen zum Thema „Wie gelingt die Umstellung auf eine zuckerfreie Ernährung mit der Familie?“ einer Mutter von zwei Kindern im Alter von 7 und 9 Jahren und Köchin der Familie zu stellen, der genau das gelungen ist – und zwar mit einem großartigen Erfolg. Ihr dürft gespannt sein!

Marion & Jens: Liebe Angela, wir freuen uns sehr, dass Du Dir die Zeit genommen hast, uns ein paar Fragen zum Thema „Umstellung auf eine zuckerfreie Ernährung mit Familie“ zu beantworten. Da wir selbst keine Kinder haben, sind wir sehr neugierig darauf zu erfahren, welche besonderen Herausforderungen Dich als Mutter und Köchin der Familie bei der Umstellung erwartet haben und wie Du damit umgegangen bist.

Zunächst einmal würden wir gerne wissen, wie Du überhaupt auf die Idee gekommen bist, Deine Ernährung auf zuckerfrei umzustellen?

Angela: Hallo Marion und Jens, erst mal vielen Dank für die Einladung, sehr gerne komme ich Eurem Wunsch nach, Eure Fragen zu beantworten. Seit meiner Umstellung auf eine zuckerfreie Ernährung brenne ich förmlich dafür, mehr Menschen für dieses in meinemnAugen so wichtige Thema zu begeistern.

Zurück zu Eurer Frage. Ausschlaggebend für die Umstellung auf eine zuckerfreie Ernährung war anfangs 2016 mein Gewicht. Leider ging es die letzten Jahre immer mehr aufwärts und das obwohl ich regelmäßig Diäten machte.

Dass Zucker ungesund ist, war mir schon immer bewusst, darum wollte ich einfach mal meinen Zuckerkonsum reduzieren und auf Süßigkeiten verzichten. Dies fiel mir jedoch sehr schwer und im Frühling habe ich zum ersten Mal von Zuckersucht, Zuckerfreiheit und Zuckerentzug gelesen, das machte mich neugierig und so habe ich dann den Entschluss gefasst, es noch einmal zu versuchen, der Zuckerfalle zu entkommen.

Marion & Jens: Das klingt als hätten Dir diese Informationen neue Motivation und Hoffnung gegeben, dass es doch klappen könnte, Dich vom Zucker zu entwöhnen. Hattest Du am Anfang Hemmungen, Deiner Familie davon zu erzählen und wie bist Du auf sie zugegangen? Wie haben sie Deine Idee aufgenommen? Waren sie direkt mit dabei oder hast Du viel Überzeugungsarbeit leisten müssen?

Angela: Zuerst habe ich viel gelesen, recherchiert und überlegt. Dann habe ich meinen Mann vorsichtig auf meine Idee eines Zuckerentzuges vorbereitet. Als mein Mann einverstanden war, ein 4-wöchiges Zuckerfrei-Experiment mitzumachen, haben wir die Kinder langsam darauf vorbereitet.

Mit vielen Gesprächen und Erklärungen, was der Zucker im Körper macht, haben wir die Kinder aufgeklärt und ihnen all ihre Fragen versucht zu beantworten. Die Gespräche waren der Schlüssel zum Erfolg!

M & J: Du hast es also mit Aufklärung versucht und das hat anscheinend gefruchtet. Wäre die Zuckerentwöhnung auch dann für Dich in Frage gekommen, wenn Deine Familie nicht mitgezogen wäre?

A: Ja, ich hätte es sowieso versucht, aber ob es so einfach und gut gelungen wäre, das bezweifle ich!

M & J: Der Zuckerentzug wäre sicher um einiges schwieriger geworden, wenn weiterhin Süßigkeiten für Deine Kinder und Deinen Mann zu Hause herumgelegen hätten oder Deine Familie auf ihre gewohnten Mahlzeiten bestanden hätte.

Welche besonderen Herausforderungen siehst Du bei der Umstellung auf eine zuckerfreie Ernährung, wenn Kinder und oder Partner mit dabei sind? Und was für Dich persönlich die schwierigste Hürde bei der Umsetzung? Die Umstellung an sich (Kochen, Zutatenliste lesen usw.) oder das Vorhaben „zuckerfrei“ mit Familie durchzuziehen?

A: Ich als Köchin der Familie hatte natürlich die größte Aufgabe. Schon beim Einkaufen musste ich alle Etiketten lesen und Zutaten in Bioläden oder Reformhäusern finden. Aber ich machte das sehr gerne für die Familie und es war auch eine sehr spannende Zeit. Dann musste ich natürlich Rezepte finden und ausprobieren, das brauchte mehr Zeit und Geduld, machte aber auch großen Spaß und der Familie schmeckte das Essen, das war dann mein Lohn.

Eine große Herausforderung war auch die ständige Konfrontation mit Süßem in der Schule, Freizeit, beim Einkaufen usw. Darauf muss man die Kinder sehr gut vorbereiten und „Nein-Danke“-Sagen üben. Die Kinder brauchten natürlich eine Weile (genau wie wir Erwachsenen auch), um sich an das neue Essverhalten zu gewöhnen, aber nach 4 Wochen ist es schon normal und wir haben uns gut daran gewöhnt. Es wird zum Alltag.

M & J: Die Besonderheit bei der Zuckerentwöhnung mit Kindern liegt also darin, dass man gerade auch seine Kinder darauf vorbereiten muss, dass überall Süßigkeiten und andere versteckte Zuckerfallen lauern. Hier heißt es also Bewusstsein schaffen und ein starkes Selbst zu entwickeln, um angebotene Leckereien auch mal abzulehnen. Klasse, dass Ihr das so hinbekommen habt!

Was würdest Du jemandem empfehlen, der genau dieses Vorhaben der zuckerfreien Ernährung am liebsten mit Kindern und / oder Partner in die Tat umsetzen möchte, also welche Tipps hast Du, um mit diesem Anliegen an die Familie heranzutreten? Und was, wenn es trotzdem nicht klappt, also wenn Partner und / oder Kinder nicht mit ins Vorhaben einsteigen wollen, hast Du da auch Tipps?

A: Das Wichtigste ist eine gute Vorbereitung und viele Gespräche, sowie Erklärungen. Allen Beteiligten muss klar sein, warum man das Projekt zuckerfrei als Familie machen will. Und wichtig finde ich auch, dass man es erst mal als Versuch macht, also z. B. mit einem Zeitraum von 4 Wochen startet. Danach kann man gemeinsam schauen, ob man das Experiment verlängern möchte.

So war es bei uns, zuerst haben wir für 4 Wochen den Versuch gestartet, dann auf 6 Wochen verlängert und nun beschlossen, unser Zuckerfrei-Experiment auf 1 Jahr auszudehnen.

Was ich auch als sehr wichtig betrachte, ist die Frage zu klären, wie man während des Zuckerfrei-Experiments mit Festen, Geburtstagen, Weihnachten usw. umgeht. Wir haben beschlossen, dass zumindest für unsere Kinder Ausnahmen an diesen Tagen in Ordnung sind.

Für Kinder ist es sehr wichtig, auch weiterhin das Gefühl zu haben, bei solchen Anlässen dabei sein zu dürfen, ohne eine Extrawurst sein zu müssen. Es ist dann nur wichtig, nach einem solchen Tag sofort wieder ins Experiment einzusteigen und wieder zuckerfrei zu essen.

Natürlich ist auch die Vorbildfunktion der Eltern sehr wichtig. Nur, wenn ich als Eltern voll mitmache und es von Herzen auch machen will, kommt es bei den Kindern gut an.

Wenn die Familie nicht mitmacht, würde ich empfehlen, den Zuckerentzug erst einmal allein zu versuchen. Wenn die Familie die vielen Vorteile der Zuckerfreiheit sieht, macht sie dann vielleicht doch noch freiwillig mit.

M & J: Wahnsinn, dass Ihr das als Familie so gut hinbekommen habt und sogar beschlossen habt, Euer Experiment „Zuckerfrei“ auf ein Jahr auszudehnen. Da muss die zuckerfreie Ernährung ja doch einiges an Positivem bewirkt haben.

A: Nachdem der Zuckerentzug nach den ersten 2 Wochen der Umstellung durch war, ging es uns einfach so gut. Wir waren fit, gesund, voller Energie, die Haut wurde wunderschön, der Schlaf besser, die Konzentration höher … und und und ich könnte noch viele weitere positive Dinge aufzählen, die mit der Zuckerentwöhnung zusammen hängen. So wollten wir einfach weiter machen und nicht mehr zurück.

Für mich persönlich ein weiterer schöner Nebeneffekt war der Gewichtsverlust. Nach ein paar Wochen Zuckerfreiheit hatte sich mein Gewicht um mehrere Kilos reduziert. Das hat mich natürlich sehr motiviert!

Zudem gewöhnten wir uns an das zuckerfreie Essen und ich kreierte neue Leckereien, die der ganzen Familie schmeckten. Wir wollten einfach so weitermachen, weil es uns so gut tat und wir nicht den Eindruck hatten, auf etwas zu verzichten. Auch für die Kinder war die Zuckerfreiheit kein großes Thema mehr. Solange sie Ausnahmen zu besonderen Gelegenheiten machen können, sind die Kinder rundum zufrieden.

Ich kann es allen nur empfehlen, den Schritt der Zuckerentwöhnung einfach mal auszuprobieren, was kann man schon verlieren – außer vielleicht ein paar Kilos 🙂 Verlieren tut man nichts, gewinnen aber sehr, sehr viel!

M & J: Ach Angela, das hört sich so wundervoll an und ich hoffe, dass wir ganz viele Familien mit diesem Interview erreichen und motivieren können, es Euch gleich zu tun und das Experiment „Zuckerfrei“ einfach mal zu wagen.

Magst Du uns zum Abschluss noch eine Eurer neuen Lieblingsnascherei verraten, wenn doch mal die Lust auf Süßes aufkommt? Wir wissen ja, dass Du gerade auch im Hinblick auf Weihnachten eifrig dabei bist, zuckerfreie Leckereien zu entwickeln.

A: Ja, seitdem wir zuckerfrei Leben, darf natürlich auch der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich bin da sehr viel am Experimentieren. Himmlisch lecker sind zum Beispiel die Caramelcups. Das Rezept findet Ihr hier>>

Wenn man den Dreh erst einmal raus hat, ist es eigentlich ganz einfach zuckerfreien Ersatz zum Genießen zu kreieren. Stöbert einfach mal in meiner Rezeptesammlung. Ich muss allerdings dazu sagen, dass die zuckerfreien Alternativen erst dann wirklich schmecken, wenn die Geschmacksnerven von der künstlichen Übersüßung entwöhnt sind!

M & J: Vielen Dank Angela für dieses tolle Interview! Wir wünschen Dir und Deiner Familie weiterhin eine tolle Zeit bei Eurem Zuckerfrei-Experiment.

angela-kopieWer erfahren möchte, wie es bei Angela und ihrer Familie mit dem zuckerfreien Leben weitergeht und welche Erfahrungen sie dabei machen werden, sollte unbedingt regelmäßig einen Blick auf Angelas Blog www.familiezuckerfrei.ch werfen. Hier berichtet sie nicht nur über ihren Weg in die Zuckerfreiheit, sondern stellt auch viele ihrer eigenen zuckerfreien Kreationen vor. Besser nicht entgehen lassen!

Bildrechte: pixayabay.com © mattysimpson
familiezuckerfrei.ch © Angela

Das Inspiriert-Sein Team

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Marion und Jens betreiben zusammen die etwas andere Gesundheitsplattform www.inspiriert-sein.de und veröffentlichen Beiträge zu den Themen gesunde Ernährung, Beweglichkeit & Körpertraining, Selbstheilungskräfte aktivieren & Gesundheitsoptimierung u.v.m.
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