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    Wie Bewusstwerden bei Essattacken hilft

    Von Marion Selzer | 20.Juli 2011

    Überessen und sich bewusst hineinfühlen in die körperlichen Folgen

    Wenn Sie unter einem problematischen Essverhalten leiden, sie sich also mehr oder weniger oft Heißhunger- attacken nachgeben, dann könnte folgendes viel­leicht hilfreich für Sie sein.
    Wenn Sie sich mal wieder dabei ertappen, dass Sie gerade über die Stränge schla­gen, also zu viel von dem Falschen oder einfach mehr essen, als nötig, dann nut­zen Sie diese Gelegenheit doch einmal um bewusster zu werden. Fühlen Sie sich in Folgen Ihres Essverhaltens ein. Was bedeutet es für Ihr körperliches Wohlbe­finden sich so gehen zu lassen? Wie fühlt sich die Partie um Ihren Magen herum an? Spannt es, drückt der Bauch oder fühlen Sie sich aufgebläht? Oder nehmen Sie Ihren Zustand als angenehme Sättigung wahr?

    Wenn wir uns überessen oder zu viel von dem Falschen essen, dann hat das ge­wöhnlich auch Konsequenzen auf unser Wohlbefinden. Einmal abgesehen von den negativen Selbstgedanken, die wir uns dann machen wie Schuldvorwürfen und schlechtem Gewissen, wirkt sich so ein Gehenlassen auch nicht gerade posi­tiv auf unser körperliches Wohlbehagen aus.

    Wer kennt ihn nicht den Schmerz eines übervollen Magens, der aus allen Nähten zu platzen droht. Auch noch nach Stunden liegt eine kalorienreiche und bunt zu­sammen gemixte Mahlzeit aus verschiedensten Zutaten und Produkten schwer im Magen und belastet die Verdauungsorgane. Wir fühlen uns schlapp und niederge­schlagen. Fit und lebendig sieht anders aus.

    Wer bereit ist sich einmal den Folgen seines „fehlerhaften” Essverhaltens be­wusst zu stellen und sich die Muße nimmt, um nach einem solchen Überessen oder Gehenlassen in sich zu gehen um seinen körperlichen Empfindungen zu lau­schen, der ist nicht selten schockiert, wie er sich so etwas eigentlich hat antun können. Sind wir gegenüber den Auswirkungen unseres Verhaltens denn blind gewesen?

    Im Laufe der Zeit gewöhnen wir uns immer mehr an unser Essverhalten und schenken den Auswirkungen immer weniger Beachtung. Vielleicht fürchten wir uns auch davor, der Wahrheit ins Auge zu blicken, weil wir um unseren Essens­genuss fürchten. Wer ist schon in der Lage weiterhin dem Schlemmen zu frönen, wenn er um die unangenehmen Konsequenzen weiß? Durch ein Bewusstwerden werden uns die tieferen Zusammenhänge unseres Verhaltens klar und wir können uns nicht mehr vor den Folgen verschließen.

    Daher lieber Leser, liebe Leserin möchte ich Sie zu diesem In-Sich-Hinein-Spü­ren nur dann raten, wenn Sie unter Ihrem momentanen Essverhalten leiden und eine Änderung herbeisehnen. Eine tiefgründige Veränderung geschieht nun mal dann, wenn wir uns für die Folgen unseres Verhaltens uneingeschränkt öffnen und so Herz und Verstand gleichermaßen erkennen, erfahren und berührt werden. Auch wenn dieses Erkennen sicherlich nicht immer angenehm ist, macht es uns immer freier, wenn wir wieder beginnen die Verantwortung für uns selbst zu über- nehmen.

    Vor einer Genusseinbuße brauchen wir uns dabei nicht zu fürchten. Eher scheint es als wären wir vorher verblendet gewesen und haben Wohlgenuss in eine Sache hinein interpretiert, die uns bei genauerer und feinerer Betrachtung alles andere als gut tut.

    Wenn Sie den Mut schöpfen und sich wirklich auf die Empfindungen einlassen, die aus Ihrem Verhalten resultieren, dann kann das wirklich sehr erhellend sein. Wahrscheinlich wird ein einmaliges In-Sich-Hinein-Lauschen Ihr gewohntes Ver­halten nicht auf einen Schlag auslöschen. Wahrscheinlicher ist es, dass sich die­ser Bewusstseinsprozess wellen- und phasenförmig gestaltet. Mal werden Sie nach einem Fühlen der Folgen Ihr Essverhalten für eine Weile im Griff haben, dann wieder werden Sie in alte Verhaltensweisen hineinrutschen.

    Hier gilt es dann sich in Geduld und Sanftmut sich selbst gegenüber zu üben und sich an die zauberhafte Kraft der Bewusstwerdung zu erinnern.

    Überwinden Sie sich, fassen Sie den Mut und nutzen Sie „Fehlvergehen” immer mal wieder um sich bewusst mit den Konsequenzen Ihres Verhaltens auseinan­derzusetzen. So werden Sie Schritt für Schritt zu einem Essverhalten finden, mit dem Sie sich rundum wohl und zufrieden führen.

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    Weiterführende Hilfestellungen und Anregungen für Menschen, die unter Ihrem Essverhalten leiden, weil Sie ständig zu viel, zu wenig oder das Falsche essen, finden sich im E-Book von Marion Selzer „Psychische Hintergründe bei Ernährungs- und Gewichtsproblemen – Wenn (Nicht-)Essen zur Ersatzbefriedigung wird”>>



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