Welches Öl zum Ölziehen?

Welches Öl zum ÖlziehenKokosöl als bestes Öl fürs Ölziehen

Ölziehen soll als einfaches Hausmittel dabei helfen Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, die Zähne aufzuhellen und nebenbei noch den ganzen Körper sanft zu entgiften – und zwar ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Regelmäßig angewandt macht Ölziehen die Zähne weißer, schützt vor schädlichen Bakterien im Mundraum, und damit natürlich auch vor Karies und Parodontose, und hilft angesammelte Giftstoffe aus dem Körper zu leiten. Kein Wunder also, dass sich Ölziehen in naturheilkundlichen Kreisen zur Vorbeugung bzw. Linderung von verschiedenen Krankheiten bewährt hat.

Das Tolle am Ölziehen ist, dass man es kostengünstig und ganz einfach zu Hause durchführen kann. Auch bei uns ist das morgendliche Ölziehen zur Routine geworden und nicht mehr wegzudenken.

Doch welches Öl ist zum Ölziehen am besten geeignet? Wir verraten es Ihnen.

Ölziehen als Naturheilverfahren ohne Nebenwirkungen

Schon seit vielen Jahrhunderten wird Ölziehen im Ayurveda erfolgreich als Naturheilverfahren bei vielen Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt. In erster Linie hilft Ölziehen im Kampf gegen Krankheitserreger im Mundraum, fördert die Durchblutung des Zahnfleischs und ist daher ein beliebtes Mittel zur Zahn- und Mundpflege.

Durch die entgiftende Wirkung auf den gesamten Körper soll Ölziehen jedoch auch bei vielen Beschwerden helfen, wie z. B. bei Vereiterung der Mandeln, Problemen mit den Nebenhöhlen, Magen-Darm-Problemen, Kopfschmerzen und vielen chronischen Beschwerden, die von Umweltmedizinern immer häufiger mit einer Überlastung mit Giftstoffen in Verbindung gebracht werden.

Der russische Arzt Dr. Karach hat diese sanfte und nebenwirkungsfreie Methode zur Entgiftung und Mundhygiene in Europa bekannt gemacht, als er das Ölziehen im Jahre 1993 auf einem großen Ärzte-Kongress vorgestellt hat.

Dem Ölziehen werden folgende Wirkungen nachgesagt:

  • Regelmäßig angewendet dient Ölziehen als Schutz vor schädlichen Bakterien im Mundraum
  • und kann damit Karies und Parodontose vorbeugen bzw. lindern.
  • Ölziehen entfernt mit der Zeit Zahnbeläge, macht die Zähne weißer, stärkt das Zahnfleisch, bekämpft Mundgeruch und kann bei Zahnentzündungen (Zahnherden) helfen.
  • Als sanfte Entgiftungsmethode unterstützt Ölziehen beim Ausleiten von Schlacken und Giftstoffen/Toxinen und soll dadurch vielen sogenannten Zivilisationserkrankungen, insbesondere chronischen Erkrankungen, vorbeugen.
  • Ölziehen ist kostengünstig, kann von jedermann zu Hause durchgeführt werden und ist frei von unerwünschten Nebenwirkungen.

Alles, was man zum Ölziehen benötigt, sind ein kaltgepresstes Speiseöl sowie ein paar Minuten Zeit.

Ölziehen – eine Anleitung: So wird´s gemacht

Da sich über Nacht viele Krankheitserreger wie Viren und Bakterien, aber auch Abfallstoffe über die Mundschleimhaut im Mund ansammeln, ist das Ölziehen morgens noch vor dem Zähneputzen und Frühstücken besonders effektiv.

Man nimmt dazu einen Esslöffel kaltgepresstes (natives) Speiseöl in den Mund und bewegt ihn für drei bis vier Minuten im Mundraum hin und her, so dass sämtliche Zahnzwischenräume ordentlich durchgespült werden. Den Kopf dabei bitte nicht in den Nacken legen, sondern leicht nach vorne gebeugt halten, damit nichts von dem Öl untergeschluckt wird.

Anschließend spuckt man das Öl aus (bitte nicht unterschlucken!), spült den Mund kurz mit einem Schluck Wasser aus, den man ebenfalls ausspuckt und wiederholt diesen Vorgang noch weitere zwei bis drei Mal, so dass man insgesamt auf eine Spülzeit von mindestens 10 Minuten kommt.

Damit nach dem Ölziehen die im Öl gebundenen Gifte nicht in den Wasserkreislauf gelangen, raten viele Experten, das Öl besser in ein Taschentuch oder etwas Toilettenpapier zu spucken und über den normalen Haushaltsmüll zu entsorgen. Außerdem wird so vermieden, dass der Abfluss verstopft, was immer mal wieder berichtet wird, wenn das Öl ins Waschbecken gespuckt wird.

Wie lange Ölziehen?

Damit das Öl seine entgiftende und antibakterielle Wirkung voll entfalten kann, wird oftmals empfohlen das Öl für 10 Minuten oder sogar noch länger im Mund zu behalten und erst dann auszuspucken. Wir wollen jedoch auf Nummer sicher gehen und eine Rückvergiftung über die Mundschleimhaut vermeiden und wechseln das Öl daher nach nur drei bis vier Minuten aus.

Denn das Öl hat die Eigenschaft fettlösliche Giftstoffe und Krankheitserreger aus dem Mundraum, die sich über die Nacht dort angesammelt haben, zu binden. Das erkennt man daran, dass das Öl nach dem Ölziehen eine milchig-trübe Konsistenz hat. Wir raten daher, das Öl lieber nur kurz am Stück im Mund zu behalten und lieber öfter zu wechseln.

Anschließend können die Zähne mit Wasser gespült und wie gewohnt geputzt werden oder noch besser die Zunge zusätzlich mit einem Zungenschaber gereinigt werden. Dazu ein anderes Mal mehr.

Welches Öl zum Ölziehen?

Über die Vorzüge des Ölziehens haben wir ja bereits in hier und hier geschildert, immer wieder werden wir gefragt, welches Öl denn nun für das Ölziehen am besten geeignet ist. Hierauf wollen wir heute eine Antwort geben.

Zum Ölziehen können verschiedene Speiseöle wie z. B. Oliven-, Sonnenblumen- Kokos- oder Sesamöl verwendet werden. In Indien, dem Ursprungsland des Ölziehens (wo es auch als Gandusha bekannt ist), wird traditioneller Weise Sesamöl zum Ölziehen verwendet. Sesamöl ist wegen seiner nachgewiesenermaßen entgiftenden Wirkung besonders gut zum Ölziehen geeignet. Außerdem soll es auch antibakteriell und entzündungshemmend wirken.

In Europa und Russland sind Sonnenblumen- und Olivenöl zum Ölziehen weit verbreitet und scheinen ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Wirkung zu entfalten. Zu beachten ist hier allerdings, dass Sonnenblumen- und Olivenöl im Vergleich zu Sesamöl relativ schnell ranzig und damit unbrauchbar werden. Diese Öle sollte man vor Licht und Wärme schützen und innerhalb eines Monats aufbrauchen.

Kokosöl unser Favorit fürs Ölziehen

Wir schwören mittlerweile auf Kokosöl. Kokosöl enthält viel Laurinsäure, der eine antibakterielle Wirkung nachgesagt wird. Außerdem soll es Entzündungen und Pilzbefall vorbeugen und hält sich ewig. Wir bevorzugen Kokosöl zum Ölziehen allerdings vor allen Dingen wegen seines angenehmen Geschmacks. Bei Zimmertemperatur ist das Öl fest, ähnlich wie Butter, zergeht dann aber auf der Zunge.

Darüber hinaus haben gesättigte Fettsäuren, wie sie im Kokosöl enthalten sind, eine stärkere entgiftende Wirkung für fettlösliche Stoffe haben, als mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in den anderen Pflanzenölen wie Oliven- oder Sonnenblumenöl vorkommen.

Inzwischen gibt es auch speziell gefertigte Ölmischungen zum Ölziehen zu kaufen, die durch die Beigabe antibakterieller Substanzen wie Salbei oder Thymian besonders gut zur Reinigung des Mundraumes geeignet sind.

Die Wahl des richtigen Öls zum Ölziehen sollten Sie in erster Linie danach treffen, welches Öl den für Sie angenehmsten Geschmack hat und sich am besten im Mund anfühlt. Nicht jeder kann sich mit dem Geschmack von Olivenöl am Morgen im Mund anfreunden und nicht jeder mag, dass Kokosöl bei Zimmertemperatur fest ist und sich erst im Mund auflöst.

Doch egal, welches Öl zum Ölziehen Sie wählen, wichtig ist, dass es sich um ein naturbelassenes (natives) Öl handelt, das schonend und bei niedrigen Temperaturen gewonnen wurde. Nur dann ist sicher gestellt, dass sich keine schädlichen Rückstände darin befinden und die guten Wirkstoffe beim Herstellungsprozess nicht zerstört wurden.

Leider ist die Aufschrift „kaltgepresst“ hierfür keine Garantie. Denn viele Öle werden erst nach der Pressung hohen Temperaturen ausgesetzt. Am besten wählen Sie zum Ölziehen ein Öl aus dem Bioladen und lassen sich dort beraten, welches Öl bei der Herstellung nicht über 42°C erhitzt wurde. Nur so ist garantiert, dass sämtliche Wirkstoffe auch im Endprodukt noch enthalten sind.

Konnten Sie bereits Erfahrungen mit Ölziehen sammeln? Wenn ja, welches Öl verwenden Sie am liebsten? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

P.S.: Sollten Sie Amalgam-Füllungen in den Zähnen haben, fragen Sie am besten Ihren Zahnarzt, ob das Ölziehen für Sie in Frage kommt. Denn es gibt Stimmen, die behaupten, dass sich durchs Ölziehen vermehrt Quecksilber aus den Amalgam-Plomben löst, und dieses Nervengift nicht zu 100% durch das Ausspucken des Öles und Nachspülen des Mundes mit Wasser ausgeschieden werden kann.

Bildrechte: pixelio.de © twinlili

Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, psychologische Beraterin und Autorin
Marion Selzer

9 Kommentare zu “Welches Öl zum Ölziehen?

  1. Wir schafft Ihr das Öl über 10 Minuten im Mund zu spülen? Ich bekomme immer einen würgereiz und muss es dann ausspucken. Wenn jemand einen Tipp hat würde ich mich sehr freuen!
    Grüße Uli

    • Hallo Uli,

      das haben wir schon öfter gehört mit dem Würgegefühl. Wir empfehlen inzwischen das Öl nur noch für 3-5 Minuten am Stück im Mund zu belassen, dann auszuspucken und den Vorgang zwei- bis dreimal zu wiederholen. Das ist für die meisten gut umsetzbar und vermindert zudem das Risiko einer Rückvergiftung über die Mundschleimhaut.

      Viele Grüße,
      Marion & Jens

    • Hallo,

      also ich wüsste nicht, was dagegen sprechen würde. Das Ölziehen hebt die Wirkung der Medikamente ja nicht auf. Im Zweifelsfall mit dem behandelnden Arzt abklären. Vosichtig wären wir eher, wenn noch Amalgamfüllungen im Mund sind.

      Viele Grüße,
      Marion

    • Hallo Milena,

      danke für die Ergänzung! Wir haben auch schon überlegt, dass es eigentlich Sinn machen würde, die Zunge vor und nach dem Ölziehen zu reinigen.

      Liebe Grüße,
      Marion & Jens vom Inspiriert-Sein Team

  2. Ich habe hochwertiges kaltgepresstes Rapsöl zu Hause und möchte damit Ölziehen.
    Es hat eine sehr intensive goldgelbe Farbe.
    Meine Frage nun:
    Entstehen nicht doch gelbliche Verfärbungen an den Zähnen ?
    Es wird auch nicht wirklich trüb/weißlich nach dem spülen…..
    Ich will meine leider ohnehin eher gelblichen Zähne auf keinen Fall mehr verfärben !
    Bitte um Antwort !
    LG. ULLI

    • Hallo Ulli,

      das Rapsöl wird Deine Zähne vermutlich nicht verfärben, dennoch würden wir aus den im Artikel genannten Gründen eher auf Kokosöl zum Ölziehen ausweichen. Das wird sich dann auch definitiv positiv auf Deine Zahnfarbe auswirken, wenn Du es regelmäßig anwendest und am Ball bleibst.

      Herzliche Grüße,
      Marion & Jens

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