Ursachen und Hilfe bei Zahnfleischrückgang (Paradontalerkrankungen)

Was tun bei Parodontose?

Wenn das Zahnfleisch zurück geht, kann das verschiedene Ursachen haben. Im schlimmsten Fall ist damit der Verlust von Zähnen verbunden. Glücklicherweise sind wir diesem Prozess nicht hilflos ausgeliefert und können unsere Zahngesundheit durch eigenes Zutun positiv beeinflussen.

In diesem Artikel verraten wir mehr über die häufigsten Ursachen für Zahnfleischrückgang und was wir dagegen tun können.

Zahnfleischrückgang und seine Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen Parodontose und Zahnfleischrückgang. Häufig sind Entzündungen, die das Zahnfleisch angreifen eine Ursache für Parodontose. Aber auch ohne Entzündungen kann sich das Zahnfleisch zurückbilden, z. B. dann, wenn man sich ständig zu fest die Zähne putzt oder in der Nacht mit den Zähnen knirscht.

Je nachdem, was hinter dem Zahnfleischrückgang steht, werden unterschiedliche Strategien benötigt, um das Zahnfleisch zu stärken.

1. Zahnfleischrückgang durch Parodontitis

Sehr häufig bildet sich das Zahnfleisch in Folge einer chronischen Entzündung zurück, Mediziner sprechen dann von Parodontitis. Diese kann sich aus einer anfänglich akuten Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entwickeln. Eine solche Entzündung kann sich nur dann ausbreiten, wenn bestimmte Bakterien im Mund die Überhand nehmen, was auch bei der Entstehung von Karies der Fall ist.

Anders als bei Karies sind es hier jedoch nicht die Säuren, die den Zahn angreifen, sondern die Ausscheidungen der Bakterien, die toxisch auf das Zahnfleisch und die Kollagenfasern, die die Zahnwurzel halten, einwirken.

Das Heimtückische einer Zahnfleischentzündung ist, dass sie keine Schmerzen verursacht und Betroffene die ersten Anzeichen wie Zahnfleischbluten nicht immer ernst nehmen. Vor allem dann, wenn die Blutungen wieder aufhören, unterliegt man leicht dem Irrglauben, die Situation habe sich gebessert.

Eine akute Entzündung kann zwar wieder ausheilen, aber es kommt nicht selten vor, dass die Entzündung nach innen geht und das anfängliche Zahnfleischbluten zwischendurch abnimmt oder sogar ganz aufhört. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass das Risiko gebannt ist.

Im fortgeschrittenen Stadium greifen die Bakterien die Kollagenfasern des umliegenden Gewebes und später auch den Zahnknochen an. Oft zieht sich dann auch das Zahnfleisch deutlich erkennbar zurück (zu Beginn der Entzündung ist das Zahnfleisch oft geschwollen, so dass das Zahnfleisch noch normal aussieht, doch der Schein trügt leider!) und die Zähne beginnen locker zu werden, wenn die Entzündung auch den Halteapparat, also die Knochen erreicht. Unbehandelt führt eine Parodontitis im Regelfall leider fast immer zum Zahnverlust!

Hier empfehle ich ganz klar den Gang zu einem (ganzheitlichen) Zahnarzt, um das abgebaute Gewebe durch die Entzündung in der Zahntasche entfernen zu lassen. Nur, wenn diese „Müllhalde“ beseitigt wurde, hat das Gewebe eine Chance, sich zu regenerieren und zu erneuern.

Bei Entzündungen im Körper sollte man immer aktiv werden. Die Abfälle der Bakterien können über den Blutkreislauf in den gesamten Körper gelangen und diesen belasten. Unser Immunsystem ist dann ständig im Einsatz um die Entzündung an der Ausbreitung zu hindern. Gelingt das nicht, kann chronisch entzündetes Gewebe (die betroffenen Stellen sind im Schnitt handtellergroß!) gravierende Spätfolgen haben. Dazu zählen z. B. Frühgeburten, Lungeninfektionen, Rheuma, Schlaganfall, Herz-/Koronar-Erkrankungen und Diabetes.

Darüber hinaus verbrauchen Entzündungen unnötig viel unserer Lebenskraft und wirken sich negativ auf unser seelisches Gleichgewicht aus. Während einer Entzündung ist der Bedarf an Vitalstoffen erhöht. Dazu zählen insbesondere:

  • Kalzium
  • Magnesium
  • Zink
  • Eisen
  • Vitamin D
  • Vitamin C
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Folsäure

Eine vitalstoffreiche Ernährung, wie sie in meinem Buch „Karies? Nein, danke!“ beschrieben wird, ist also besonders wichtig. Was den Konsum von Zucker betrifft, gelten bei Parodontitis die gleichen Aussagen, wie sie auch zur Vorbeugung und Linderung von Karies gemacht werden, weil auch hier Bakterien am Werk sind, die sich mit Vorliebe von Zucker und zuckerreichen Produkten ernähren.

Erste Hilfe bei akuter Zahnfleischentzündung

Bemerkt man rechtzeitig, dass das Zahnfleisch entzündet ist, muss es gar nicht so weit kommen, dass daraus eine chronische Entzündung entsteht. Als bewährtes Mittel gegen akute Zahnfleischentzündungen hat sich eine im Ayurveda verwendete Paste bewährt, die man abends auf die betreffenden Stellen im Mundraum aufträgt und über Nacht einziehen lässt. Das hat zur Folge, dass die Entzündung im Gewebe abklingt und ausheilt.

Dazu mischt man:

  • 1 Teelöffel Kurkuma (wirkt entzündungshemmend)
  • 1 Teelöffel gemahlene Süßholzwurzel (optional, kann auch weggelassen werden)
  • 1 Teelöffel Steinsalz
  • mit so viel Kokosöl (wirkt ebenfalls entzündungshemmend), dass eine dicke Paste entsteht

Diese Paste gibt man dann auf die entzündete Stelle, deckt sie mit einem Wattebausch ab und lässt sie über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen wird der Wattebausch entfernt und der Mund mit Wasser ausspült. Regelmäßig angewendet, kann diese Methode helfen die Entzündung aus dem Gewebe zu ziehen.

Alternativ zu diesem ayurvedischen Rezept kann man ein Kohlblatt auf den betroffenen Zahn legen. Auch die Inhaltsstoffe im Kohl wirken entzündungshemmend und können Linderung verschaffen.

Zudem sollte man regelmäßig Ölziehen praktizieren, was ebenfalls entzündungshemmende Wirkungen haben kann.

Die Einnahme von OPC und hohen Dosen Vitamin C aus einer natürlichen Quelle, kann parallel dazu den Gewebeaufbau unterstützen. OPC regt die Neubildung von Kollagen an und verzehnfacht die Wirkung von Vitamin C.

Das bei Parodontose abgebaute Gewebe besteht vor allem aus Kollagenfasern und diese benötigen zu ihrer Regeneration und zum Wiederaufbau vor allem Vitamin C. Auch eine Ergänzung mit Vitamin D und B-Vitaminen fördert die Regeneration des Gewebes und kann bei Zahnfleischrückgang helfen.

Rauchen sollten Betroffene meiden, da es sich nicht nur ungünstig auf die Durchblutung auswirkt, sondern auch zu Lasten der Vitamin-C- und Magnesium-Versorgung geht.

2. Zahnfleischrückgang ohne Entzündung

Auch ohne Entzündung kann sich das Zahnfleisch zurück bilden. Das passiert vor allem Menschen, die es mit der Zahnhygiene übertreiben und sich zu fest und zu oft die Zähne putzen. Durch den mechanischen Reiz beim Zähneputzen zieht sich das Zahnfleisch dann immer weiter zurück.

Im Gegensatz zum Zahnfleischrückgang als Folge einer Entzündung kommt es hierbei nicht zum Knochenabbau. Das heißt, ein Verlust der Zähne ist nicht zu befürchten. Ein Zahnfleischrückgang aufgrund zu intensiver Zahnpflege ist damit in aller Regel nicht gefährlich.

Allerdings kann es infolge des Zahnfleischrückgangs zu empfindlichen Zahnhälsen kommen. Wenn sich das Zahnfleisch zurück zieht, wird ein Teil vom Zahn frei gelegt, der normalerweise bedeckt sein sollte.

Hier fehlt jedoch der sonst den Zahn schützende harte Zahnschmelz, so dass der frei gelegte Teil des Zahnes besonders leicht durch säurehaltige Lebensmittel und Getränke (Früchte, Obstsäfte, Softgetränke, Zuckerhaltiges) entmineralisiert werden kann. Das ist der Grund, weshalb die Zähne dann empfindlich reagieren. Aber ein Zahnverlust ist hierbei nicht zu befürchten.

Die Lösung liegt hier natürlich darin, eine sanftere Form der Putztechnik zu praktizieren. Am besten lässt man sich von einem Zahnarzt zeigen, wie man seine Zähne richtig putzt oder schaut sich dieses Video von der Zahnärztin Dr. Karin Bender-Gonser an, indem sie erklärt, worauf man beim Zähneputzen achten sollte.

3. Zahnfleischrückgang durch Knirschen

Auch durch nächtliches Zähneknirschen kann sich das Zahnfleisch zurückbilden. Durch das Knirschen können in der Kristallstruktur des Zahnes Kristalle herausbrechen, wodurch es zu keilförmigen Defekten kommt und sich das Zahnfleisch dann an dieser Stelle zurück zieht. Auch hier droht keine Gefahr für einen Zahnverlust, doch auch hier können die Zähne empfindlich werden.

Extratipp gegen empfindliche Zahnhälse

Damit sich die frei gelegten Zahnhälse durch Knirschen oder zu festes Zähneputzen wieder mineralisieren können, sollten die Zähne mit einer Paste gesäubert werden, die für den Zahnaufbau wertvolle Mineralien liefert. Dazu dienen z. B. Schlämmkreide, Steinsalz oder Sango Koralle.

Ein Rezept für eine selbstgemachte Zahnpasta, die sowohl antientzündlich als auch remineralisierend wirkt, findet sich in meinem Buch „Karies? Nein, danke!

Außerdem sollte man den Mundraum nach dem Genuss säurehaltiger bzw. säurebildender Lebensmittel und Getränke mit einer basisch wirkenden Lösung spülen.

Regelmäßig angewendet wird dadurch der weitere Abbau verhindert und eventuell verschwindet sogar die Empfindlichkeit der Zähne. Für eine solche Lösung gibt man eine Prise Sangokorallenpulver oder ein natürliches Basenpulver auf einen Schluck Wasser und spült damit den Mundraum für ein bis zwei Minuten.

Umfassende Informationen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung Ihrer Zahngesundheit finden Sie auch in meinem Ratgeber „Karies? Nein, danke!“.

Mehr Infos hier>>

Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, psychologische Beraterin und Autorin
Marion Selzer

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