Selbstheilung: Darmreinigung mit Einläufen

So funktioniert der Einlauf zu Hause garantiert

Der Gedanke sich Wasser in den Hintern einzuführen, mag unangenehm klingen. Dennoch sind Einläufe eine wirksame und zugleich kostengünstige Möglichkeit unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden etwas Gutes zu tun.

Wir reinigen Benzinleitungen, Kanalisationssysteme und Abflussrohre, vergessen dabei allerdings die immense Wichtigkeit unser inneres Röhrensystem, unseren Darm zu säubern. Selbst, wenn wir uns vorwiegend gesund ernähren (und wer macht das schon:), sollten wir von Zeit zu Zeit unsere Darmwindungen reinigen. Das hilft die Überreste der täglich absterbenden Zellen auszuscheiden, Umweltgifte loszuwerden und die negativen Einflüsse von Stress und Genusssünden abzumildern.

Auch, wenn Sie unter Kopfschmerzen, Verstopfung, Müdigkeit leiden oder eine Erkältung im Anmarsch ist, kann ein Einlauf wahre Wunder wirken und die Symptome im Handumdrehen wegpusten. Schon seit der Antike wird die Darmreinigung mittels Klistier zu Heilzwecken eingesetzt und zeigt auch bei chronischen Erkrankungen wie Allergien und Hautproblemen erstaunliche Resultate.

Es gibt wohl keine andere Methoden, die so effektiv, günstig und risikoarm ist, wie eine Darmspülung. Es gilt daher: Werfen Sie Ihre Hemmungen über Bord und erleben Sie die positiven Auswirkungen dieser Heil- und Reinigungsmethode am eigenen Leibe.

Einlauf – So wird´gemacht

Besorgen Sie sich in der Apotheke oder im Internet ein geeignetes Einlaufgerät. Wir empfehlen einen Irrigator oder eine Klyopumpe.

Außerdem benötigen Sie für einen Einlauf noch etwa 1,5 bis 1,8 Liter körperwarmes Wasser (36° C), ein wenig Oliven- oder Kokosöl um das Einlaufrohr einzufetten und etwa 30 bis 60 Minuten Zeit. (Je geübter Sie werden, desto schneller geht es.)

Gut zu wissen: Manche Experten halten es für sinnvoll, wenn das Wasser für den Einlauf eine Temperatur von 39 – 42° C aufweist. Weil die Basistemperatur im Darminneren anscheinend höher als unsere Körpertempartur liegt und sich der Darm bei Wasser unter 39° C zusammen ziehen würde und sich erst dann wirklich entspannen und ausdehnen kann.

Wir persönlich haben auch mit niedrigeren Temperaturen gute Erfahrung gemacht und empfinden warme Einläufe nicht immer als angenehm.

Vor dem ersten Gebrauch sollte das Einlauf-Gerät vorab ein paar Mal mit warmem Wasser gespült werden, um eventuelle Verunreinigungen zu entfernen.

Gehen Sie nun ins Badezimmer und legen Sie eine Matte und darüber ein Handtuch auf den Boden. Sofern Sie den Einlauf mit einem Irrigator machen, befestigen Sie diesen am Türgriff oder dem Handtuchhalter und legen Sie sich mit angewinkelten Beinen auf den Rücken und stützen Sie die Füße an der Wand ab oder Sie Knien sich auf den Boden, den Hintern in der Luft und die Arme und Oberkörper so tief wie möglich gegen Boden gerichtet.

Führen Sie sich nun das eingefettete Einlaufrohr ein und drehen den Verschluss auf. Das Wasser sollte nun langsam, aber gleichmäßig in Ihren Hintern einlaufen.

Bei einem Einlauf mit einer Klysopumpe führen Sie das eine Ende des Schlauches in die entsprechende Flüssigkeit, das andere in Ihren Anus und pumpen Sie die Flüssigkeit in Ihren Darm hinein.

Sollte gar kein Wasser einlaufen oder es daneben tropfen, überprüfen Sie, ob das Einlaufrohr richtig aufsitzt, verändern Sie Ihre Position (der Hintern sollte höher sein als der Oberkörper) oder atmen Sie tief aus, was das Zwerchfell anhebt und für einen Unterdruck im Darm sorgt.

Welche Position für den Einlauf?

Einlauf im Liegen: Für einen Einlauf im Liegen, legen Sie sich mit dem Rücken auf den Boden und erhöhen Sie Ihren Oberkörper mit einem Kissen. Die Beine sind dabei aufgestellt und die Bauchmuskulatur wird bewusst locker gelassen. Atem Sie ruhig in Ihrem Tempo ein und aus und führen Sie sich das eingefettete Endstück des Einlaufgerätes langsam und vorsichtig ein. Der Absperrhahn sollte dabei geschlossen sein und erst, nach Einführen des Einlaufgeräts geöffnet werden.

Einlauf im Stehen: Wenn Sie den Einlauf lieber im Stehen durchführen möchten, sollten Sie darauf achten, dass der Irrigator etwa in Kopfhöhe befestigt ist, damit ein Gefälle entsteht und das Wasser auch einfließen kann. Diese Stellung funktioniert für viele Menschen sehr gut, man kann dabei auch den Oberkörper nach vorne neigen.

Einlauf im Vierfüßlerstand: Auch im Vierfüßlerstand kann der Einlauf durchgeführt werden. Begeben Sie sich dazu mit Ihren Knien und Unterschenkeln auf den Boden und stützen Sie Ihren Oberkörper mit den Händen am Boden. Führen Sie sich dann wie gehabt das Endstück des Einlaufgeräts ein.

Falls Sie zum ersten Mal einen Einlauf machen, fühlt es sich wahrscheinlich etwas ungewohnt an und Sie haben sofort den Drang zur Toilette zu sprinten. Halten Sie diesem Drang solange es geht Stand. Er ist ganz natürlich. Übung macht bekanntlich auch hier den Meister!

Ziel ist es, sich den gesamten Beutelinhalt, zumindest jedoch 1,5 bis 1,8 Liter Wasser, am Stück einlaufen zu lassen. Wenn man bedenkt, dass der Dickdarm ca. 1,5 Meter lang ist, braucht es da schon einiges an Wasser, damit sämtliche Darmwindungen umspült werden.

Gut zu wissen: Der Darm ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Bei einem Einlauf wird immer nur der Dickdarm, der etwa 1,5 m lang ist, gereinigt. Den mehrere Meter langen Dünndarm kann man nur von innen mit Hilfe abführender Mittel entleeren.

Vor einem Zerreißen oder Platzen der Darmwände brauchen Sie sich nicht zu fürchten. Auch, wenn ein normaler Dickdarm im Schnitt etwa 6 cm Durchmesser aufweist, können die Dickdärme bei verschlackten und übergewichtigen Personen ohne Weiteres auf das Vier- bis Fünffache anwachsen.

Wenn Sie es absolut nicht mehr aushalten, entleeren Sie sich auf der Toilette und wiederholen Sie den Vorgang bis Sie tatsächlich die gewünschte Menge einführen können. Das kann je nach Verschlackungsgrad des Darms einige Male dauern und auch erst nach etwas Übung möglich sein. Jedes Mal sollte Ihr Darm etwas sauberer werden und damit mehr Wasser hineinpassen.

Im Idealfall behalten Sie die 1,5 bis 1,8 l Wasser noch ein paar Minuten im Darm, legen sich zunächst mit angewinkelten Beinen auf die eine Seite, gehen Sie dann in die Position der Kerze (auf dem Rücken liegend, wird das Becken angehoben) und drehen sich dann auf die andere Seite. Jede Position sollten Sie ein paar Sekunden halten und den Vorgang drei- bis fünfmal wiederholen. So kann sich das Wasser besser im Darm verteilen.

Anschließend können Sie, falls Sie die Kunst des Hand- oder Kopfstands beherrschen, auch noch in diese Position gehen, so wird gewährleistet, dass das Wasser sich im gesamten Darm ausbreitet. Zum Abschluss stehen Sie auf und hüpfen Sie mehrmals auf und ab und reiben gleichzeitig an Ihrem Bauch, um hartnäckige Verkrustungen zu lösen.

Jetzt können Sie dem Drang auf die Toilette zu gehen zufrieden nachgeben und erstaunt sein, was da alles zutage befördert wird. Es kann sein, dass nicht sofort der ganze Inhalt ausgeschieden wird und der Drang Sie noch weitere Male überkommt, bleiben Sie daher in den nächsten Minuten in der Nähe einer Toilette.

Was Sie erwarten können

Die meisten Menschen spüren nach einem Einlauf eine direkte Verbesserung ihres Wohlbefindens. Der Kopf ist klarer, man kann besser denken, fühlt sich leichter und das hebt die Stimmung. Auch Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden und viele andere Symptome klingen oftmals sofort nach einem Einlauf ab. Manchmal brauchen wir allerdings auch etwas mehr Geduld.

Wir können nicht erwarten, dass ein Einlauf die über Jahre angesammelten Schlacken auf einmal ausscheidet. Machen Sie es sich daher zur Gewohnheit, immer mal wieder Ihre Darmwindungen zu säubern. Vor allem vor und in Fastenkuren, bei Ernährungsumstellungen oder einfach nur so zwischendurch hat sich diese traditionsreiche Heilmethode sehr bewährt.

Welches Gerät Sie am besten für einen Einlauf verwenden, erfahren Sie hier>>

Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, psychologische Beraterin und Autorin
Marion Selzer

10 Kommentare zu “Selbstheilung: Darmreinigung mit Einläufen

  1. Ich kannte die Moritz-Methode schon, aber ihr habt doch einige konkrete und sehr hilfreiche Tipps gegeben, die ich nun befolgen werde. Danke dafür!

  2. Wenn ich das erste Mal eine Darmreinigung machen möchte, sollte ich zuerst von „oben“ beginnen und mit Glaubersalz Dünn- und Dickdarm entleeren und reinigen und danach dann immer mal eine Darmreinigung mit Irrigator durchführen oder reicht es eine Darmreinigung über den Dickdarm zu machen?
    Kann ich gleichzeitig mit einer Darmaufbaukur beginnen oder Spüle ich dann alles wieder heraus?!?
    Danke und liebe Grüße

    • Liebe Frau Brandenburg,

      Glaubersalz würden wir zur Reinigung des Darms nicht empfehlen, da es einen starken Eingriff in den Körper bedeutet. Da wäre Magnesiumcitrat die sanftere Wahl. Vorm Fasten würden wir eine Reinigung „von oben“ empfehlen, weil es hilft den Hunger im Zaum zu halten. Ein Einlauf ist hingegen eine sehr gute Akutmaßnahme bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Völlegefühl. Zur langfristigen Darmreinigung bzw. Aufbau einer gesunden Darmflora empfehlen wir aus heutiger Sicht intermittierendes Fasten (also tägliche Fastenphasen), zusammen mit der Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungen und Bakterienkulutren. Einläufe ergänzend dabei durchzuführen ist in jedem Fall sinnvoll.

      Herzliche Grüße,
      Marion & Jens vom Inspiriert-Sein Team

  3. Hallo, ich habe nun zum zweiten Mal einfach so, ohne fasten, einen Einlauf probiert, weil ich an Reizdarm leide.
    Jetzt frage ich mich, ob ich direkt danach wieder etwas essen kann? Ich bin sehr untergewichtig und muss regelmäßig essen. Wäre es schlecht, wenn direkt danach oder zuvor gegessen wird? Danke.

    • Hallo,

      für den Erfolg eines Einlaufs macht es keinen Unterschied, wann man isst. Sie können also durchaus auch davor oder danach etwas essen.

      Viele Grüße,
      Marion & Jens vom Inspiriert-Sein Team

  4. Hallo 🙂
    Vielen Dank für die Tips, ich habe heute zum ersten Mal einen Einlauf gemacht, genauer gesagt 3 x hintereinander. Beim dritten Durchgang waren es schon 1,25 l. Wie lange muss ich nun warten bis ich den Vorgang wiederholen kann?

    Viele Grüße aus dem Rheinland

    Stephan

    • Hallo Stephan,

      das freut uns, dass Du es einfach mal ausprobiert hast und wir hoffen, die Einläufe sind Dir gut bekommen. Kurweise kannst Du Einläufe ruhig täglich anwenden, ansonsten spricht nichts dagegen ein- bis zweimal die Woche einen Einlauf zu machen oder nach Bedarf, z. B. bei Verdauungsbeschwerden.

      Viele Grüße,
      Marion und Jens

  5. Richtig schön alles beschrieben.
    Ich habe vor demnächst zu fasten und mir wurde angeraten vorher und immer mal wieder zwischen drin eine Spühlung zu machen.
    Ein sehr schöner Artikel, Fachlich schön geschrieben mit einer guten Portion Humor.

    Danke.

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