Schwermetalle ausleiten – So wird’s gemacht Teil 1

Schwermetalle ausleiten – So wird’s gemacht Teil 15 Pflanzen zur biologischen Schwermetall- ausleitung

Nachdem wir uns im letzten Artikel mit den Fragen „Was sind Schwermetalle? Wie gelangen sie in unseren Körper? Und wieso sind Schwermetalle gefährlich?“ beschäftigt haben, kommen wir nun zu dem spannenden Thema der Schwermetallausleitung und damit zu der interessanten Frage: „Wie bekommen wir Schwermetalle wieder aus unserem Körper?“

Schwermetalle ausleiten mit natürlichen Mitteln

Grundsätzlich ist unser Körper in der Lage, Stoffwechselabfälle und Gifte wieder auszuscheiden. Bei Schwermetallen sieht dies jedoch anders aus. Weil die meisten davon natürlicherweise nicht in unserem Körper vorkommen, gibt es dafür keine guten Entgiftungsfunktionen.

Unser Körper ist daher für die Ausleitung von Schwermetallen auf unsere Mithilfe angewiesen. Dazu müssen wir ihm bestimmte Stoffe zuführen, die in der Lage sind, die Schwermetalle aus ihren Verbindungen zu lösen und diese aufzunehmen, damit sie über den Darm oder die Nieren ausgeschieden werden können.

Um Schwermetalle auszuleiten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Grob unterscheiden kann man zwischen einer medikamentösen Ausleitung, bei der sogenannte Chelate (Bindungsmittel) in hoher Dosis verabreicht werden und einer biologischen Ausleitung, bei der pflanzliche Produkte zur Ausleitung eingesetzt werden.

Während die medikamentöse Schwermetallausleitung nur durch einen geschulten Mediziner ausgeführt werden sollte, kann man die biologische Ausleitung auch selbst durchführen – zumindest zur Prävention.

Akute Schwermetallvergiftungen, bei denen es bereits zu gesundheitlichen Einbußen gekommen ist, sollten allerdings immer unter fachlicher Begleitung ausgeführt werden. Denn hier müssen die Präparate und eventuelle Zusatzmaßnahmen (z. B. die zusätzliche Gabe von Mineralstoffen) individuell abgestimmt werden.

Nachdem wir in diesem Artikel die Schwermetallausleitung nach Dr. Klinghardt vorgestellt haben, möchten wir heute ganz allgemein auf 5 Pflanzen eingehen, die für ihre Fähigkeit Schwermetalle auszuleiten bekannt sind und daher gerne in der biologischen Schwermetallausleitung eingesetzt werden.

Die Darstellung der folgenden Pflanzen zur Ausleitung von Schwermetallen dient nur der Information und ersetzt nicht den ärztlichen Rat. Eine Anwendung erfolgt auf eigene Gefahr und sollte sicherheitshalber mit einem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden.

5 Pflanzen zur Ausleitung von Schwermetallen

Pflanzen mit der Fähigkeit Schwermetalle auszuleiten, binden die Toxine so, dass sie anschließend über die Niere oder den Darm ausgeschieden werden können. Nach dem bisherigen Kenntnisstand der Wissenschaft spielen Schwefelgruppen, sogenannte Sulfhydril-Gruppen bei der Bindung eine entscheidende Rolle.

Schwefelverbindungen haben eine sehr hohe Affinität zu Schwermetallen. Bei ihrer Bindung mit einem Metall geben sie ihr Wasserstoffatom ab und ersetzen es durch das Metallatom. Dabei entsteht eine Schwefel-Metall-Schwefel-Verbindung, die sehr stabil ist und dann zusammen mit dem Eiweiß-Rest des Moleküls, an dem die Gruppe hängt, ausgeschieden werden kann.

Eine weitere Möglichkeit, Schwermetalle zu binden ist die Oxidation. Bei dieser Form der Entgiftung von Metallen spielen Vitamin C, Vitamin E, β-Carotin und andere Antioxidantien eine wichtige Rolle.

Die folgenden Pflanzen zeichnen sich daher durch ihren hohen Gehalt an Schwefelverbindungen und/oder Antioxidantien aus.

1. Knoblauch zur Schwermetallausleitung

Knoblauch enthält viele organische Schwefelverbindungen, die bei der Ausleitung von Schwermetallen eine wichtige Rolle spielen. Die Schwefelverbindungen von Knoblauch sind so stark, dass sie selbst Quecksilber, Blei und Kadmium aus dem Gewebe lösen und ausleiten können. Außerdem enthalten Knoblauchzehen bio-aktives Selen, bei dem es sich um das wichtigste Spurenelement für die Schwermetallausleitung handelt.

Man kann entweder täglich 2 – 3 frische Knoblauchzehen, fein zerdrückt zu sich nehmen (z. B. eingelegt in etwas Olivenöl oder mit dem Saft einer frisch gepressten Zitrone) oder aber auf Präparate mit gefriergetrocknetem Knoblauchpulver zurückgreifen.

2. Bärlauch zur Schwermetallausleitung

Auch Bärlauch enthält wie Knoblauch viele Schwefelverbindungen, die ihn so wertvoll für die Bindung und Ausscheidung von Schwermetallen machen. Er soll im Vergleich zu Knoblauch sogar noch effektiver wirken. Er liefert zudem hohe Mengen Vitamin C und wirkt unterstützend auf die Nieren.

3. Chlorella zur Schwermetallausleitung

Chlorella zählt zu den wirksamsten Pflanzenpräparaten bei der Schwermetallausleitung. Die Mikroalge liefert nicht nur für die Entgiftung wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren, sondern ist nachweislich in der Lage, Schwermetalle aus dem Bindegewebe zu lösen.

Anders als bei vielen anderen Präparaten besitzt Chlorella die Fähigkeit, die gelösten Schwermetalle im Darm relativ gut zu binden, so dass das Risiko einer Rückvergiftung über die Darmwände sinkt.

4. Koriander zur Schwermetallausleitung

Während die Mikroalge Chlorella toxische Metalle aus dem Bindegewebe lösen kann, kann Koriander, weil es die Blut-Hirn-Schranke überwindet, die Gifte im Nervengewebe mobilisieren.

Allerdings sollte Koriander erst dann eingesetzt werden, wenn das Bindegewebe entsprechend entgiftet ist, um eine Verschiebung der Schwermetalle ins Gehirn zu vermeiden. Koriander kann als frisches Kraut oder über spezielle Produkte zugeführt werden.

5. Kokosöl zur Schwermetallausleitung

Aufgrund seines hohen Gehalts an rohen gesättigten Fettsäuren kann Kokosöl fettlösliche Giftstoffe wie Schwer- und Leichtmetalle aus unserem Gewebe lösen. Im Vergleich zu Chlorella und Koriander ist die Ausleitung mit Kokosöl zwar langsamer, aber nicht weniger effektiv.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Schwermetalle im Kokosöl so fest gebunden werden, dass sie nicht mehr im Darm in den Blutkreislauf rückresorbiert werden. Eine Rückvergiftung, die mit zum Teil gravierenden Nebenwirkungen einhergehen kann, ist damit so gut wie ausgeschlossen.

Zur sanften Schwermetallausleitung sollte naturbelassenes Kokosöl in Rohkostqualität verwendet werden, das man entweder zum Verfeinern von süßen und deftigen Speisen oder zur Herstellung von Lubrikatoren, sogenannten weißen Smoothies, nutzen kann.

Extratipp: Organisch gebundener Schwefel (kurz MSM)

Wie bereits beschrieben, weisen Schwefelverbindungen eine hohe Affinität zu Schwermetallen auf und spielen bei der Schwermetallausleitung eine tragende Rolle. Natürlicherweise liefern alle Obst- und Gemüsearten organisch gebundenen Schwefel (= Methylsulfonylmethan oder kurz MSM).

Da MSM jedoch sehr flüchtig ist und bei hohen Temperaturen oder durch Lagerung verloren geht, reicht die Zufuhr über Lebensmittel oft nicht aus. Für eine bessere Ausleitung von Schwermetallen kann die Einnahme von MSM-Pulver daher sinnvoll sein.

In den USA ist die Einnahme von MSM übrigens auch sehr beliebt für die Behandlung von chronischer Müdigkeit und chronischen Schmerzen.

Für eine effektive Ausleitung von Schwermetallen sollten die einzelnen der hier vorgestellten Pflanzen nicht wahllos, sondern nach einem bestimmten Schema eingenommen werden. In Teil 2 und 3 stellen wir zwei unterschiedliche Vorgehensweisen vor: einmal die Schwermetallausleitung nach Dr. Klinghardt und einmal die Empfehlungen nach Christian Dittrich-Opitz.

Bildrechte: pixabay.com © toko

Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, psychologische Beraterin und Autorin
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