Osteoporose – Jeder Dritte über 60 ist betroffen

Natürliche Hilfe bei OsteoporoseWie Sie Knochenschwund auf natürliche Weise stoppen können

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, gilt als sogenannte Folge des Alterns. Knochen und Gelenke werden im Laufe der Jahre abgenutzt, verlieren an Dichte und daher ist Knochenschwund und damit eine erhöhte Anfälligkeit von Knochenbrüchen unvermeidbar, oder etwa nicht?

Solange es noch Ärzte gibt, die der Ansicht sind unser Körper bestehe aus einzelnen, voneinander abgetrennten und weitestgehend unabhängigen Teilen, in dem man kaputte Teile repariert, erneuert oder im ärgsten Fall ersetzt, wird sich auch der Glaube finden lassen, dass Osteoporose zum Altern einfach dazu gehört.

Natürlich stimmt es, dass unser Skelett und damit unsere Knochen über die Jahre hinweg enormen Belastungen ausgesetzt sind, allerdings handelt es sich bei unserem Knochensystem um ein lebendes und damit sich ständig erneuerndes System. Unsere Knochen werden über feinste Nerven- und Blutbahnen ständig mit Nährstoffen versorgt und bauen durchgehend neues Kollagen auf – sofern alles optimal verläuft.

Man geht davon aus, dass unser ganzer Knochenapparat mit seinen 212 Knochen 7 bis 10 Jahren vollkommen erneuert ist. Nur, wenn dieser natürliche Kreislauf von Abnutzung und Erneuerung gestört ist, kommt es zu einem Verlust der Knochendichte und Ärzte sprechen von Osteoporose.

Was hilft bei Osteoporose?

Als ursächlich für Knochenschwund gilt neben genetischen Faktoren, wie bereits gesagt das Alter. Über 30 Prozent der Frauen leiden nach der Menopause an dieser Erkrankung. Was viele nicht wissen, auch jeder dritte Mann ist ab einem Alter von über 70 betroffen. Es handelt sich damit also nicht um ein typisches Frauenleiden, wie häufig angenommen. Vor allem in der alternativen Heilszene, und zum Glück auch immer mehr unter Schulmedizinern, spricht sich der immense Einfluss der Ernährung auf Osteoporose herum.

Wenn wir nicht ausreichend die Stoffe zu uns führen, die für den Knochenaufbau und seine Regeneration wichtig sind, ist es logisch, dass es zu Störungen kommt und wir früher oder später unter einem Verlust der Knochendichte leiden. Wenn die Baumaterialien fehlen, kann nicht weiter gebaut werden, die Bauarbeiten stoppen und die Einflüsse von außen machen sich an der bereits fertigen Bausubstanz zu schaffen.

Das passiert dann auch in unserem Körper, wenn wir nicht genau die Stoffe zu uns nehmen, die für die Bildung von neuem Knochen benötigt werden. Der Aufbau stoppt und die alte Substanz wird angegriffen.

Die drei wichtigsten Nährstoffe für einen gesunden Knochenaufbau

Es hat sich mittlerweile herum gesprochen, wie wichtig Kalzium für gesunde Knochen und Zähne ist, die zu einem hohen Anteil aus diesem Mineral bestehen. Allerdings kann es gefährlich werden diesen Stoff in Form einer isolierten Ergänzung zu sich nehmen.

Damit Kalzium in Knochen und Zähne eingebaut werden kann, müssen zumindest zwei weitere Substanzen vorhanden sein. Ansonsten irrt das Kalzium blind im Körper herum und lagert sich an ungünstigen Stellen wie zum Beispiel an Blutgefäßwänden ab. So steigt das Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt. Nur, wenn auch gleichzeitig Vitamin K und D zugeführt werden, können Kalziumpräparate ihren Nutzen entfalten.

Damit der Knochenaufbau funktioniert, braucht der Körper aus wissenschaftlich bestätigter Sicht zumindest folgende drei Substanzen:

  • Kalzium
  • Vitamin K
  • Vitamin D

Wenn nur einer dieser Stoffe fehlt oder in unzureichender Menge vorhanden ist, kommt es zu Störungen bei der Reparatur der Knochen und Schäden sind abzusehen. Wir haben daher die Wahl auf eine Ernährung zu achten, die ausreichend dieser Stoffe liefert oder auf entsprechende Ergänzungspräparate zurückzugreifen.

Gesunde Knochen durch Ernährung

Wer sich seine Knochen gesund und stark essen möchte, sollte viel kalziumreiche Lebensmittel essen. Zwar enthalten tierische Produkte wie Milch, Fleisch und Käse viel Kalzium, dieses kann vom Körper aber nur dann sinnvoll verwertet werden, wenn es in unerhitzter Form zugeführt wird.

Wem die Vorstellung an rohes Fleisch zuwider ist, oder Rohmilch (von grasfressenden Kühen – was ebenfalls für die Qualität des Kalziums der Milch entscheidend ist) nur schwer beschaffen kann, der kann seinen Bedarf an diesem Mineralstoff auch über pflanzliche Nahrungsmittel decken. Sehr kalziumreich sind beispielsweise Grünkohl, Brokkoli, Feigen, schwarzer Sesam, Stengelkohl oder Kelp.

Vitamin K kommt in Nahrungsmitteln einmal als Vitamin K1 in pflanzlichen Produkten und als Vitamin K2 in Tierprodukten vor. Man sagt, Vitamin K2 könne der Körper besser verwerten, was allerdings fraglich ist, da K1 im Darm zu K2 umgewandelt wird.

Vitamin K2 steckt in Eigelb, Hühnerfleisch, Hartkäse oder Butter, allerdings muss auch hier bemerkt werden, dass der Vitamingehalt von der Natürlichkeit des Produktes abhängt. Artgerechte Fütterung und nicht hitzebehandelte Tierprodukte sind in der heutigen Zeit nämlich Mangelware.

Verlässlicher sind da die Quellen aus der Pflanzenwelt wie Schnittlauch, Petersilie, Kresse und andere Küchenkräuter oder grüne Gemüse wie z. B. Blattspinat, Grünkohl und Brokkoli. Auch fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und andere milchsauer vergorene Gemüse enthalten viel von diesem Vitamin.

Unschlagbar jedoch in Quantität und Qualität seines Vitamin K Gehalts gilt Natto, ein in Japan sehr gern gegessenes Erzeugnis aus vergorenen Sojabohnen, das auch bei uns übers Internet oder Naturkostläden zu bekommen ist.

Vitamin D ist streng genommen eigentlich Hormon, das unser Körper mithilfe von Sonneneinstrahlung selbst bilden kann. In den Sommermonaten reicht ein Sonnenbad von etwa 20 Minuten aus um die nötige Menge Vitamin zu bilden. Dabei sollte man so viel freie Haut wir möglich zeigen und die wichtigen Sonnenstrahlen nicht durch ein Sonnenschutzmittel abblocken.

Leider reicht die Sonneneinstrahlung in der nördlichen Hemisphäre in den Wintermonaten nicht aus um den Bedarf zu decken. Dann ist es wichtig ausreichend Vitamin D-haltige Lebensmittel wie Avocados, Lebertran, Pilze oder Milchprodukte zu konsumieren. Eventuell kann auch die Einnahme entsprechender Ergänzungsmittel bzw. die Bestrahlung mit speziellen UV-Lichtlampen sinnvoll sein um die Versorgung mit diesem für die Knochenbildung wichtigen Hormon zu gewährleisten.

Osteoporose durch Wassermangel?

Das Wasser, das wir trinken, sorgt nicht nur dafür, dass Nährstoffe zu den benötigten Stellen transportiert und Abfallstoffe zu den Ausscheidungsorganen weitergeleitet werden, sondern spielt auch für die Energiegewinnung eine tragende Rolle.

Wenn Wasser an den Zellmembranen vorbei fließt, erzeugt der dabei entstehende osmotische Fluss eine hydroelektrische Energie, die zunächst umgewandelt und dann in Form von Adenosintriphosphat (ATP), einem sozusagen lebendigen Zellbatteriesystem, gespeichert wird.

Wenn nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht, muss der Körper andere Wege finden um ein Mindestmaß an Energie bereitzustellen. Über das sogenannte endoplasmatische Retikulum fängt der Körper dann Kalziumatome ein. Bei der Spaltung von zwei Kalziumatomen wird dann eine Einheit ATP (und damit Energie) freigesetzt.

Das heißt also im Klartext: Wenn wir zu wenig trinken, steigt das Risiko, dass der Körper für die Energiegewinnung auf den Einfang und das Abspalten von Kalziumatomen zurückgreift. Und da Kalzium vor allem in unseren Knochen steckt, könnten unsere Knochen auch durch einen Wassermangel brüchig werden. Um Osteoporose vorzubeugen bzw. zu stoppen sollte man daher immer auch auf seinen Wasserhaushalt achten.

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Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, psychologische Beraterin und Autorin
Marion Selzer

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6 Kommentare zu “Osteoporose – Jeder Dritte über 60 ist betroffen

  1. Hallo Marion,

    sehr guter Artikel!

    Ergänzend möchte ich noch erwähnten, dass zu den unbedingt notwendigen Stoffen zum Aufnahme für Knochen Magnesium ( auch äußerliche Anwendung als „Magnesiumöl“, dieses wirkt auch schmerzlindernd) gehört.
    Durch die heutige Lebensweise ist eine Zufuhr von Vitamin D3 über Nahrungsergänzungsmittel immer angebracht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gerhard

    • Hallo Gerhard,

      danke für Deine Ergänzung. Da hast Du absolut Recht, also sowohl mit Magnesiumöl als auch mit dem Vitamin D3.

      Herzliche Grüße,
      Marion

  2. Danke für diesen ausführlichen Bericht. Ich habe fortgeschrittenen Ostéoporose und der Arzt schlägt mir Prolia vor. Das sind Spritzen die man alle 6 Monate bekommt. Ich habe allerdings angst vor den Nebenwirkungen. Meinen Sie, ich kann mit Essen und Bewegung genug erreichen? Er stellt das in Frage.

    • Hallo,

      das ist natürlich schwierig aus der Ferne zu beantworten, obwohl es teilweise recht gute Ergebnisse bei Osteoporose durch Umstellung der Lebensgewohnheiten gibt. Im Alleingang würden wir das jedoch nicht empfehlen, sondern dazu raten sich einen Arzt / Therapeuten zu suchen, der offen für alternative Methoden ist.

      Herzliche Grüße und alles Gute,
      Marion & Jens vom Inspiriert-Sein Team

    • Hallo Jaccoud,
      auch ich bekomme Spritzen gegen meine Osteoporose, allerdings täglich. Bisher sind fast 3 Monaten vergangenen und ich habe keine Nebenwirkungen.
      Ich bin leider erst 33 und habe schon zahlreiche Knochenbrüche. Sie hören trotz der Spritzen leider nicht auf.
      Viele Grüße

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