Mein Weg aus der Essstörung: In-mich-gehen, ansehen und annehmen

Mein Buch ist dasMein Buch ist da!

Ich weiß nicht, ob ich es an dieser Stelle schon mal so klar und deutlich ausgesprochen habe, es gab eine Phase in meinem Leben, die man durchaus als essgestört hätte bezeichnen können. Ich aß große Mengen auf einmal (meistens eine Kombination aus schnell verdaulichen Kohlenhydraten und Fetten, häufig bestehend aus Unmengen an Weißbrot mit Butter und einer dicken Schicht Nutella oder Berge von Nudeln mit Käsesoßen) und erbrach mit hinterher.

Auslöser für dieses Verhalten war ganz klar ein vor sich hin brodelnder Konflikt innerhalb meiner Ursprungsfamilie. Ich tat mir vermutlich selbst leid und wollte, dass ich auch den anderen leid tue. So weit kam es allerdings nie, da ich mich wegen meiner Ess- und Brechattacken schämte und daher darauf bedacht war, sie vor meinem Umfeld geheim zu halten. Mir reichte der Gedanke daran, wie entsetzt und mitleidig mein Umfeld würde reagieren müssen, würden sie von meinem Problem erfahren.

Glücklicherweise rutschte ich nie sehr tief in den Kreislauf von Überessen und Erbrechen hinein, so dass ich die Kontrolle über mein Essverhalten immer wieder zurückerlangte und meine Gesundheit nie ernsthaft in Gefahr war. Dennoch fühlte ich mich alles andere als wohl damit und wollte dieses Verhalten hinter mir lassen.

Mein Ausstieg aus der Ess-Bress-Sucht begann

Da mir bewusst war, dass mein Problem einen psychischen Auslöser hatte, begab ich mich auf die Suche nach Informationen, wie man so eine Situation lösen könnte. Ich war da hinein gerutscht und ich wollte mich da auch wieder herausholen. Also habe ich Bibliotheken nach themenrelevanten Büchern gewälzt, eine Ausbildung zur Ernährungs- und Diätberaterin gemacht, mich auch im psychologischen Bereich weitergebildet und bin in das Bewusstsein der gewaltfreien Kommunikation eingetaucht.

Aus den mir zur Verfügung stehenden Informationen habe ich mir nach und nach mein eigenes dreistufiges Konzept entwickelt, um meine Essensthematik zu überwinden. Zusammengefasst lautete es:

  1. In-mich-gehen
  2. Problem und Hintergründe ansehen
  3. Situation annehmen

Schritt für Schritt habe ich den Mut gefasst den emotionalen Verstrickungen ins Auge zu sehen und sie anzunehmen. Allein dadurch hat sich meine Situation zum Positiven verändert. Diese Vorgehensweise ist keinesfalls neu und auch nicht meine Erfindung, sondern wird in verschiedenen psychologischen Richtungen angewendet. Die These, die dahinter steht, ist folgende: Psychische und körperliche Probleme haben ihren Ursprung sehr oft im Unbewussten. Wenn wir das Verborgene bewusst machen und wertungsfrei annehmen, können Veränderungen geschehen.

Die Aufdeckung und Annahme der psychischen Hintergründe meiner Essprobleme war für mich also der entscheidende Schritt in Richtung Heilung. Heute weiß ich, dass es auch andere Verfahren gibt, psychische Traumata zu lösen. So soll zum Beispiel die Psycho-Kinesiologie nach Dr. Dietrich Klinghardt hier sehr schnell und effektiv wirken. Ein Weg, der mir damals aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht zur Verfügung stand.

Der Ausstieg war ein Prozess

Ich jedenfalls musste mich an die Informationen halten, die mir damals zur Verfügung standen und so lautete meine Aufgabe also Zeit und Raum zu schaffen, um in mich gehen, mir die dabei auftauchenden Eindrücke, Gefühle und Gedanken bewusst zu machen, anzunehmen und so Heilung geschehen zu lassen.

Diese drei Schritte, über mehrere Wochen und Monate hinweg ausgeführt, haben mich nach und nach wieder zu einem harmonischen Essverhalten zurück geführt, bei dem ich wieder frei entscheiden konnte, was ich wann in welcher Menge zu mir nahm. Ein wirklich befreiendes und erlösendes Erlebnis. Die Ess-Brech-Attacken wurden seltener und hörten schließlich völlig auf. Heute kann ich mit Freude berichten seit über 7 Jahren nicht einen einzigen Rückfall gehabt zu haben und betrachte mich als stabil und damit als geheilt. Worüber ich am meisten dankbar bin, ist die Tatsache, dass ich es geschafft habe, mein Problem als Chance zu betrachten, mich weiter zu entwickeln.

So entstand mein Buch

Wahrscheinlich, auch um all das zu verarbeiten, habe ich vor ein paar Jahren damit begonnen meine Erkenntnisse und Erfahrungen aufzuschreiben. Daraus entstanden ist der Ratgeber „Psychische Hintergründe bei ErnährungsMein Buch ist das– und Gewichtsproblemen“, das weniger eine Biografie als vielmehr eine Hilfe zur Selbsthilfe für Betroffene darstellt und nun endlich auch als Buch zu haben ist!

Das Werk ist sicherlich keine literarische Meisterleistung und erhebt auch nicht den Anspruch wissenschaftlich fundiert zu sein, es ist einfach aus dem Herzen geschrieben von einer ehemals Selbstbetroffenen für (Noch-)Betroffene, die ebenfalls bereit sind Ihre Essstörung als Chance zur Selbstentwicklung zu nutzen und endlich wieder zu einem selbstbestimmten und harmonischen Essverhalten zurückfinden möchten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen liebe Leser, lieber Leserinnen, dass Sie erst gar nicht in solch einen Teufelskreis hineinrutschen und Essen mit Genuss und Freude genießen können.

Ihre Marion Selzer

P.S.: Sie sind selbst von der Thematik betroffen? Sie wollen wissen, ob meine Methode auch für Sie funktionieren könnte? Dann habe ich hier eine kleine Übung zum Ausprobieren für Sie vorbereitet, mit der Sie meine Methode kennenlernen und gratis testen können>>

Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, psychologische Beraterin und Autorin
Marion Selzer

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