Frühstück – Die wichtigste Mahlzeit des Tages?! Glaubst Du dieses Märchen immer noch?

fruehstueck-die-wichtigste-mahlzeit-des-tages5 Gründe, warum frühstücken NICHT sinnvoll ist

Frühstück gilt als die wichtigste Mahlzeit des Tages. Und obwohl die meisten Menschen es sich kaum vorstellen können, entspricht Frühstücken nicht unserem biologischen Design.

Warum wir frühstücken nicht für sinnvoll halten Das erfährst Du hier.

5 Gründe, warum frühstücken NICHT sinnvoll ist

1. Frühstück macht müde
Ein abwechslungsreich zusammengestelltes Frühstück gilt als Grundlage und Energiespender für den Tag. Dabei ist ein Frühstück direkt oder kurze Zeit nach dem Aufstehen rein physiologisch betrachtet weder notwendig noch sinnvoll.

Während der Nacht verwertet unser Körper die Nährstoffe des vergangenen Tages und verbrennt eingelagerte Energiereserven. Bis in die Mittagsstunden hinein ist unser gesamtes System auf Reinigung, Ausscheidung und Energiefreisetzung eingestellt. Die inneren „Wartungs- und Reparaturmaßnahmen“ laufen jetzt auf Hochtouren.

Der Hunger am Morgen sorgt dafür, dass bestimmte Botenstoffe und Hormone ausgeschüttet werden, die uns leistungsfähig und aktiv machen. Hunger gilt in der Natur als Signal dafür, dass wir uns auf die Nahrungssuche machen sollen.

Unser Cortisolspiegel ist morgens am höchsten, was für die Energiefreisetzung aus eingelagerten Kohlenhydraten und Fettsäuren sorgt und uns leistungsfähig macht, gleichzeitig jedoch die Verdauung blockiert. Wer jetzt ein ausgiebiges Frühstück zu sich nimmt, stört all diese Prozesse. Die Energie, die uns in dieser Phase des Tages eigentlich für unsere Aktivitäten zur Verfügung stehen würde, wird nun für die Verdauung unseres Frühstücks verbraucht.

Indem wir die erste Mahlzeit des Tages so lange wie möglich nach hinten verschieben, unterstützen wir die natürlich stattfindenden Reinigungsprozesse und maximieren unsere Leistungsfähigkeit.

2. Ein Frühstück blockiert die körpereigene Entgiftung und Zellerneuerung
Nur in Phasen längerer Nahrungsnüchternheit produziert unser Körper sogenannte Sirtuine. Das sind Eiweißverbindungen, die unsere Zellen, inklusive der DNA, auf Fehler und Schäden untersuchen und deren Regeneration einleiten. Wenn wir ständig essen, wie es heute üblich ist, also drei Hauptmahlzeiten und mehrere Zwischenmahlzeiten zu uns nehmen, stören wir diesen natürlichen Reparaturmechanismus und provozieren vorzeitiges Altern.

Wenn wir morgens nicht gleich etwas essen, sondern unseren Hunger solange hinauszögern, solange er belebend und aktivierend wirkt, verlängern wir die Phase, in der diese verjüngenden Sirtuine aktiv sind. Es ist daher sinnvoll, die natürlich stattfindende Essenspause während der Nacht bis in die Mittagsstunden hinaus zu dehnen.

3. Ohne Frühstück steigt die Stimmung
Unser Dünndarm besteht aus drei Abschnitten. Einer davon ist der sogenannte Leerdarm, das Jejunum. Dieser Begriff stammt aus dem Lateinischen „Jejunus“, was so viel heißt wie „ohne Nahrung“. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass bei Autopsien in diesem Teil des Darms nie Nahrungsreste gefunden wurden. Was viele nicht wissen ist, dass genau in diesem Abschnitt des Dünndarms ein Großteil unserer Serotoninproduktion stattfindet.

Serotonin ist ein Hormon, das uns glücklich und zufrieden fühlen lässt. Gleichzeitig werden im Leerdarm auch körpereigene Benzodiazepine produziert, also Beruhigungsmittel, die der Körper selbst herstellt.

Der Dünndarm braucht für seine Regeneration ausreichende Zeiten ohne Nahrung. Nur dann kann sich seine hauchdünne Schleimhaut regenerieren und nur dann kann er genug Botenstoffe bilden, die uns Zufriedenheit, Entspannung und Gelassenheit schenken.

Indem wir auf das Frühstück verzichten und damit die Phase der Nahrungsnüchternheit ausdehnen, können wir einer Überlastung des Dünndarms vorbeugen und damit von unseren körpereigenen Glücksbotenstoffen profitieren.

Außerdem steigt die Vorfreude, wenn wir erst einmal mit der Nahrungsaufnahme warten bis wir richtig hungrig sind. Das Essen schmeckt dann auch viel besser, als wenn wir ohne Hunger essen, nur weil es gerade an der Zeit ist! Unter diesem Aspekt lohnt sich das Hinauszögern der ersten Mahlzeit gleich doppelt.

4. Frühstück stoppt die Fettverbrennung
Natürlicherweise ist unser Körper, wie bereits angesprochen, darauf ausgelegt, von seinen eigenen Energiereserven zu zehren. Hormone wie das Wachstumshormon Somatotropin (engl. Human Growth Hormon =HGH) sind jetzt aktiv und sorgen dafür, dass eingelagerte Fettreserven verbrannt werden.

Sobald wir etwas essen, werden diese Prozesse gestoppt. Wer abnehmen oder seinen Körperfettanteil reduzieren möchte, sollte einmal beobachten, was passiert, wenn er die erste Mahlzeit des Tages so lange wie möglich nach hinten hinauszögert.

5. Frühstück kostet Zeit und Geld
Wie jede andere Mahlzeit muss auch das Frühstück besorgt und vorbereitet werden. Einkaufen, Zubereitung und Zeit zum Essen – all das entfällt, wenn man aufs Frühstück verzichtet. Auch, wenn es zu Beginn unvorstellbar erscheinen mag, ist es reine Gewöhnungssache ganz ohne Frühstück und nur mit ausreichend Flüssigkeit in den Tag zu starten.

Die meisten Menschen sind erstaunt, wie angenehm und leicht es sich anfühlt, wenn sie die Umstellungsphase erst einmal hinter sich gebracht haben. In der Regel ist es kein Problem die ersten 3 – 6 Stunden des Tages ohne Nahrung auszukommen, die meisten fühlen sich dabei sogar erstaunlich fit und energiegeladen.

Fazit: Frühstück ist NICHT die wichtigste Mahlzeit des Tages!
Entgegengesetzt der heute immer noch üblichen Meinung, beim Frühstück handele es sich um die wichtigste Mahlzeit des Tages, folgt unser biologisches Design ganz anderen Gesetzmäßigkeiten. Es wäre daher spannend einmal selbst auszuprobieren, was passiert, wenn man die erste Mahlzeit des Tages so lange hinauszögert, wie sich der Hunger belebend und aktivierend anfühlt.

Trotzdem kann Frühstücken sinnvoll sein
Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Schwangere, Stillende und Heranwachsende sollten aufgrund ihres erhöhten Energiebedarf den Hunger nicht unnötig lange hinauszögern, sondern sobald richtiger Hunger aufkommt, etwas essen. Diabetiker, die Medikamente einnehmen, sollten solch ein Vorhaben vorab mit ihrem Arzt oder Therapeuten besprechen, da eventuelle Anpassungen bei der Medikamentengabe notwendig sein können.

Für Menschen, die in einer Zuckersucht gefangen sind und Probleme mit ihrem Blutzuckerspiegel haben, kann das Weglassen von Mahlzeiten grundsätzlich nach hinten losgehen, falls sie zu Heißhungerattacken neigen. In einem solchen Fall empfehlen wir das Frühstück so zu gestalten, dass es nicht zu starken Blutzuckerschwankungen kommt. Ein paar Rezeptideen gibt es hier>>

Ebenfalls nicht empfehlenswert ist der Verzicht des Frühstücks für Menschen, die untergewichtig und sehr schlecht geerdet sind. Solche Personen frieren sehr leicht, vor allem, wenn sie lange nichts essen. Durch den Verzicht auf eine Mahlzeit können sich solche Probleme verstärken. Hier wäre es sinnvoller, die eigentliche Ursache der Beschwerden zu beheben und dann erst mit dem Intervallfasten zu beginnen.

Weil wir wissen, wie wichtig es für unsere körpereigenen Reinigungs- und Regenerationsvorgänge ist, die ersten 5 – 6 Stunden am Morgen nüchtern zu bleiben, ist das Weglassen des Frühstücks ein grundlegender Bestandteil unserer DTX-28-Formel, dem 28-Tages-Programm zur Entgiftung und Entschlackung des Körpers.

Auch in unserem 6-Wochen-Online-Ernährungsprogramm bildet das Intermittierende Fasten und das Hinauszögern der ersten Mahlzeit des Tages eine wichtige Grundlage zur gesunden Ernährung, entsprechend unserem biologischen Design.

Marion Selzer

Marion Selzer

Marion beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema gesunder Lebensweise, insbesondere mit der Frage, wie sich die persönliche Ernährung optimieren lässt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, einen gesünderen Lebensstil zu praktizieren.

Mit ihren Artikeln möchte sie Mut machen, dass Veränderungen von Gewohnheiten möglich sind und sich lohnen.

Marion ist Dipl. Juristin, Mediatorin, Ernährungs- und Diätberaterin, psychologische Beraterin und Autorin
Marion Selzer

4 Kommentare zu “Frühstück – Die wichtigste Mahlzeit des Tages?! Glaubst Du dieses Märchen immer noch?

  1. Schöner Beitrag, Marion; vielen Dank :-).
    Ja, die 5 Gründe, die du aufführst, kann ich bestätigen. Bei einem Punkt/ Satz musste ich allerdings kurz innehalten:
    „…und nur mit ausreichend Flüssigkeit in den Tag zu starten.“
    Ich habe gerade das Buch 37 Grad von Uwe Karstädt gelesen und mein Trinkverhalten überdacht. Ich probiere es nun aus, erst zu trinken, wenn ich Durst habe und nicht wie bisher viel auf Vorrat. Kennt Ihr ggf. die Thesen von Karstädt zum Thema trinken? Mich faszinieren Vergleiche mit Tieren. Wenn ich mir meinen Magyar Vizsla anschaue, stelle ich fest, dass sie wenig und insgesamt selten trinkt. Wie ist deine/eure Meinung dazu?
    Hoffe, der Tag in HH war ein voller Erfolg :-).
    Viele Grüße, Peter.

    • Hallo Peter,

      vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung. Wie der „Zufall“ so will, haben wir gerade das Buch von Uwe Karstädt bekommen, aber noch nicht gelesen, können daher leider noch nichts dazu sagen. Nach unserer Reise werde ich es so schnell wie möglich lesen und jetzt bin ich natürlich noch neugieriger 😀 Ich bin gespannt, ob sich meine Ansicht bezüglich der Flüssigkeitszufuhr ändern wird. Leider kann ich Dir erst dann auch mehr dazu sagen.

      Aber auf „Vorrat“ trinken wir allerdings auch nicht. Nur haben wir morgens eigentlich fast immer das Bedürfnis danach, etwas zu trinken.

      Liebe Grüße,
      Marion

  2. Sehr ausführlicher Beitrag. Danke an dieser Stelle, allerdings kann ich einige Punkte nicht ganz nachvollziehen. Unser Stoffwechsel funktioniert doch nur richtig wenn dieser auch genug Nährstoffe zum verstoffwechseln erhält. Wenn man im nichts gibt kann dieser doch nicht richtig funktionieren, oder sehe ich das falsch?

    • Hallo,

      also grundsätzlich kann man zwischen zwei Phasen unterscheiden. Einmal die Phase der Nahrungsaufnahme, in der der Körper Nährstoffe von außen erhält und verstoffwechselt und zweitens die Phase der Nahrungspause, in der der Körper eingelagerte Reserven verwertet. Das heißt also, dass auch dann Nährstoffe zur Verfügung stehen, wenn von außen nichts zugeführt wird.

      Wir hoffen, das konnte Ihre Frage beantworten.
      Viele Grüße,
      Marion & Jens vom Inspiriert-Sein Team

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