Die Gummiballatmung

Atemtechnik zur Zellverjüngung

Das, was Sie hier lesen ist eigentlich streng geheim. Sogar so geheim, dass ich weder darüber reden, geschweige denn darüber schreiben darf. So hat es mir zumindest mein Bekannter weitergegeben, der ebenfalls nicht darüber reden darf. Es handelt sich um eine Atemtechnik eines streng geheimen Systems des tibetischen Yogas.

Er selbst habe sie von einem tibetischen Weisen erlernt, der vielleicht auch mit niemandem darüber reden durfte. Keine Ahnung in wie fern das alles authentisch sein mag, die Methode ist auf jeden Fall erwähnenswert.

Nachdem ich das Ganze also selbst ausprobiert habe und einige Parallelen zu anderen Yogaarten und Qigongsystemen erkennen konnte, die bei weitem nicht so geheim zu sein scheinen, begann ich eine abgewandelte Form davon in meinen Kursen zu vermitteln. Ich selbst finde diese Atemtechnik sehr effektiv.

Auch die Teilnehmer meiner Kurse sind begeistert und die abgewandelte Form lässt sich leicht vermitteln und erlernen. Von daher schreibe ich nicht wirklich über diese so geheime Methode, sondern über eine abgewandelte Form.

Es handelt sich um eine Atemübung,

  • die eine Regeneration der Zellen, Gewebe und Organe mit sich bringt und
  • die Entgiftungskapazität des Körpers verbessert.

Eigentlich etwas, das wir alle gut gebrauchen können. Ich habe das Ganze „Die Gummiballatmung“ genannt, etwas, was man sich bildlich vorstellen kann. Es geht darum in den Bauch, in die Verdauungsorgane und vor allem in die Nieren „hineinzuatmen“. Die Rippen und der Brustkorb sind während der Übung in Ruhe, die Atembewegung findet hauptsächlich in dem Bereich zwischen den Rippenbögen und dem knöchernen Becken statt. Also die gesamte Taillenregion nimmt an der Atmung teil.

Weshalb Gummiballatmung?

Stellen Sie sich vor im Zentrum Ihrer Taille befindet sich ein elastischer Gummiball. Beim Einatmen dehnt sich dieser Ball kugelförmig von seinem Mittelpunkt in alle Richtungen aus. Dadurch werden die Verdauungsorgane massiert und die Nieren und Nebennieren belebt.

Beim Ausatmen lassen Sie die Luft aus dem Ball heraus, so dass er sich zu seinem Mittelpunkt hin verkleinert. Um den letzten Rest Luft aus dem Ball hinauszubekommen, helfen Sie am Schluss der Ausatmung ein wenig mit der Bauch- und Taillenmuskulatur nach, die sich dann ringförmig zusammenzieht.

Diese Sogwirkung lässt sich dann als gespeicherte Energie nutzen um den nächsten Einatemvorgang einzuleiten. So entstehen zwei elastische Kräfte, jeweils beim Einatmen, durch das „Aufblasen“ des elastischen Balls, und beim Ausatmen, durch das Zusammenziehen des Balls. Diese gespeicherte Energie erleichtert und vertieft das Atmen, massiert wie schon erwähnt die inneren Organe und kräftigt die Bauch- und Rumpfmuskulatur.

Wie gehe ich vor?

Schritt 1:
Am besten beginnen Sie in Rückenlage. Atmen Sie ein paar Mal tief durch um sich Ihrer Atmung bewusst zu werden. Dann geht es los: Der erste Atemzug beginnt mit einem Ausatmen. Versuchen Sie ganz bewusst die Luft aus Ihren Lungen herauszublasen.

Besonders der obere und mittlere Anteil der Lungen im Bereich des Brustkorbs soll gründlich entleert werden. Wichtig ist, dass Sie zu keinem Zeitpunkt dieser Übung Kraft oder Druck aufbauen.
Es soll leicht, sanft und ohne Leistungsanspruch geschehen.

Wenn Sie nun ganz ausgeatmet haben, versuchen Sie bewusst in Ihren Bauch hineinzuatmen. Währenddessen sollte der Rippenbogen und der Brustkorb so gut es geht in Ruhe bleiben. Das ist der erste Schritt, lassen Sie sich Zeit, so lange es braucht.

Um sich diese Bewegung besser bewusst zu machen, können Sie die Hände oder ein Buch auf Ihren Bauch legen. Beim Einatmen hebt sich die Bauchdecke, beim Ausatmen senkt sie sich.

Zwingen Sie sich nicht möglichst tief ein- und auszuatmen. Das kommt mit der Zeit von selbst, wenn die Taille elastischer wird. Es geht eher darum die Atemzüge leichter und langsamer werden zu lassen. Diesen Schritt zu meistern, dauert unterschiedlich lange. Lassen Sie sich Zeit. Eine Methode, die der Förderung der Entspannung dient, kann man nicht erzwingen oder beschleunigen. Sie haben ja im Prinzip Ihr ganzes Leben lang Zeit das zu lernen.

Schritt 2:
Gelingt dieser Schritt, können Sie sich nun darauf konzentrieren den Bauch nicht nur nach vorne zu bewegen, sondern auch zu den Seiten hin. Das ist jetzt schon ein halber Ball, den sie füllen und leeren. Die Bauchvorderseite und die linke und rechte Bauchseite dehnen sich beim Einatmen gleichmäßig aus und beim Ausatmen ziehen Sie diese zu dem imaginierten Mittelpunkt hin zusammen. Versuchen Sie die elastische Kraft zu fühlen, ohne Anstrengung ins Spiel zu bringen.

Möglicherweise lässt sich eine Seite besser beatmen als die andere. Das ist völlig okay, da auch Anteile der Bauch- und Taillenmuskulatur unter Verspannungen leiden können, die ihre Zeit zur Entspannung brauchen.

Schritt 3:
Der dritte Teil erscheint vielleicht etwas schwieriger: Atmen Sie in Ihren unteren Rücken. Der hintere Bereich zwischen Rippenbogen und Becken kommt jetzt hinzu. Beim Einatmen nähert sich der untere Rücken dem Boden, beim Ausatmen verlässt er den Boden wieder und zieht sich elastisch zum gedachten Mittelpunkt des Balls hin.

Sie sind jetzt in der Lage Ihre gesamte Taille ringförmig beim Einatmen zu weiten und beim Ausatmen zusammenzuziehen. Das alleine ist schon eine sehr gute Möglichkeit Verdauungsprobleme wie z.B. Verstopfungen und Verspannungen im unteren Rücken zu lindern.

Diese Übungen können Sie natürlich auch im Sitzen oder Stehen ausführen, aber in Rückenlage fallen sie am Anfang meistens leichter. Wenn Sie diese Schritte beherrschen, können Sie bereits sehr bewusst atmen und haben ein gutes Körperbewusstsein für die Bauch- und Taillenregion entwickelt.

Schritt 4:
Versuchen Sie nun den Ball rund zu machen. Die Unterseite des Balls dehnt sich beim Einatmen in Richtung Becken aus, wobei kein Druck in den Geschlechtsorganen entstehen soll. Der obere Bereich des Ball dehnt sich in den Bereich der Nieren und des hinteren Rippenbogens aus. Das ist die Region, wo an der Körperrückseite die Rippen anfangen.

Die Vorteile der Gummiballatmung

Die Gummiballatmung versorgt Ihren Körper mit viel mehr Sauerstoff als unsere gewöhnliche Art zu atmen. Zugleich atmen Sie auch verstärkt CO2 ab. Das Herz wird entlastet und in seiner Arbeit unterstützt. Der venöse Blutstrom wird verbessert und wie schon erwähnt, werden die inneren Organe und Drüsen massiert und gestärkt. Ähnliche Atemmethoden kommen in den meisten alten gesundheitsfördernden Systemen vor.

Sie werden zur Heilung und zur Verlängerung des Lebens empfohlen. So hat auch diese Methode viele weitere positive Auswirkungen. Sie regt unter anderem auch den Stoffwechsel und die Fettverbrennung an.

Aber sprechen Sie mit niemandem darüber, denn es ist streng geheim!


Bildrechte: inspiriert-Sein.de Der Gummiball © Marion Selzer

Jens Sprengel

Jens Sprengel

Jens ist Gründer und Betreiber von inspiriert-sein.de und schreibt zu den Themen Beweglichkeit & Körpertraining, Selbstheilungskräfte aktivieren & Gesundheitsoptimierung u.v.m.

Jens ist staatlich anerkannter Heilpraktiker, Cransio-Sacral-Therapeut, Personaltrainer, Verleger und Autor
Jens Sprengel

2 Kommentare zu “Die Gummiballatmung

  1. Kennt ihr die Buteyko-Atmung?
    Eine gute Darstellung findet sich auf englisch hier:
    http://www.normalbreathing.com

    Diese Atemtechnik gleicht der „Gummiballatmung“ in folgenden Punkten:
    „Es geht eher darum die Atemzüge leichter und langsamer werden zu lassen.“,
    „versorgt Ihren Körper mit viel mehr Sauerstoff als unsere gewöhnliche Art zu atmen“

    Bei diesem Zitat behauptet sie allerdings etwas anderes: „atmen Sie auch verstärkt CO2 ab.“

    Es mag tatsächlich sein, dass bei einer *ruhigen*, evtl. auch tieferen Atmung auch verstärkt CO2 abgeatmet wird, allerdings hat der Körper durch die verlangsamte Atmung auch mehr Zeit, genügend CO2 zu produzieren.

    Eine passende CO2-Konzentration ist tatsächlich wichtig für die Erweiterung der Blutgefäße, und für eine gute Abgabe des im Blut transportierten Sauerstoffs an die Zellen. Stichwort Bohr-Effekt ( http://de.wikipedia.org/wiki/Bohr-Effekt ).

    Denn was nützt der ganze eingeatmete Sauerstoff, wenn er sich aufgrund einer zu geringen CO2 Konzentration nicht vom Hämoglobin löst, und daher nicht in ausreichendem Maß dort ankommt wo er benötigt wird (in den Zellen)?

    Das Grundproblem ist (lt. Buteyko) die dauernde Mundatmung (statt Nasenatmung) und die längst zur Gewohnheit gewordene Hyperventilation (Überatmung).

    Diese sei der Auslöser für u.a. Asthma und „Heuschnupfen“.
    Die Buteyko-Atmung hat zumindest mir in diesem Bereich sehr geholfen. Man kann sich die Technik trotz der (eher spärlichen) Infos im Web auch selbst beibringen. Die Buteyko-Kurse sind meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig.
    Einfach ein bisschen damit experimentieren und *auf seinen Körper hören*.

    Was mich bei Buteyko stört, ist nicht die Methode selbst, sondern der Versuch, diese zu „vermarkten“, und mit teuren Kursen die Leute abzuzocken. Damit begibt man sich auf das Niveau der konventionellen Medizin, die vor allem Profitmaximierung zum Ziel hat, nicht das Wohl der Menschen.
    (Nicht nur) die Buteyko-Methode sollte „OPEN SOURCE“ sein.

    Catweazle 🙂

    • Hallo Catweazle,
      vielen Dank für Deinen interessanten Hinweis über Buteyko.
      Wir kannten diese Technik bislang noch nicht und sie scheint es Wert zu sein sich näher mit ihr auseinander zu setzen.
      Viele Grüße vom InspiriertSein-Team

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