„Die Dinge einfach machen!“

Nur, was einfach ist, kann genial sein und warum es keinen inneren Schweinehund gibt

Karl Grunick sagt auf seinen Seminaren oft den Satz „Die Dinge einfach machen!“. Für mich steckt in dieser simplen Aussage eine so starke Kraft und Genialität, dass ich dazu ein paar Worte schreiben möchte. Wie bei so ziemlich allem, was ich Karl bislang sagen hörte, steckt auch hier die Genialität wieder in der Einfachheit.

„Die Dinge einfach machen!“ Mir hat dieses Mantra schon oft geholfen, meinen Alltag bzw. bestimmte Situationen zu dekomplizieren und manchmal eine unverhoffte Effektivität freizusetzen.

Schauen wir uns mal genauer an, was in diesem simplen Satz an Inhalt drin steckt.

1. Die Dinge EINFACH machen

Hier liegt die Betonung auf dem Wort „Einfach“ und der Sinn ist, eine einfache Lösung zu finden, etwas nicht unnötig kompliziert zu machen und im Prinzip, den einfachsten und dadurch effektivsten Weg zu gehen.

Wir, besonders wir Deutschen, sind es gewohnt, alles recht kompliziert zu machen. Alles, was uns wichtig erscheint, machen wir besonders kompliziert. Es könnte ja schief gehen, wenn wir etwas zu leicht nehmen, etwas „vereinfachen“ wollen. Wir haben Angst davor, Fehler zu machen und scheinbar glauben wir, dass komplizierte Problemlösungen „sicherer“ sind bzw. dass hier die Fehlergefahr geringer ist.

Das Problem, das dabei sofort im Raum steht ist, dass wir erstens nicht unterscheiden, was wirklich wichtig ist und zweitens, dass wir uns deshalb auch bei Kleinigkeiten völlig verausgaben. Wir geben unsere gesamte Energie für Nichtigkeiten aus und haben dann für die wichtigen Sachen keine Energie, Zeit, Motivation, Geduld usw. mehr übrig!

Indem wir anfangen, alles so einfach, wie möglich zu machen, merken wir, wie unnötig kompliziert wir es vorher gemacht haben und wie viel Energie wir meistens verschwenden.

Die in den Alltag integrierte Version dieser Aussage habe ich erfahren, nachdem ich einige Jahre auf La Palma gelebt habe. Hier macht niemand irgendwas unnötig kompliziert! Jeder versucht, alles so einfach und effektiv wie möglich zu machen und alles läuft. Alles läuft so wunderbar einfach und unkompliziert, im Vergleich dazu, wie man das Leben in Deutschland führt.

Also, „die Dinge EINFACH machen!“, es gibt nämlich auch keinen Sonderpreis für den „maximal komplizierten Lösungsweg“.

Nur, was einfach ist, kann auch wirklich genial sein!

Karl hat auch gesagt, dass nur einfache Dinge auch wirklich genial sein können und auch dieses Prinzips findet man nahezu überall bestätigt: Die gesamte Natur ist z. B. überaus genial und dabei läuft alles so einfach, effizient und ökonomisch wie möglich ab. Alles, was nicht ökonomisch und effektiv ist, überlebt auf Dauer nicht, stirbt mit der Zeit aus.

Und alles, was effektiv und ökonomisch ist, muss so einfach und unkompliziert wie möglich sein, da der Aspekt der Ökonomie jegliche Verschwendung und Vergeudung ausschließt. Da sind wir wieder beim Prinzip der Einfachheit. Alles unnötige weglassen, wie Bruce Lee es auch schon gesagt hat.

2. Die Dinge einfach MACHEN!

Hier liegt die Betonung auf „MACHEN“ und das will uns sagen, dass wir nicht unnötig lange herum grübeln, bis wir Dinge endlich angehen und das, was zu tun ist in die Hand nehmen.

Herausforderungen gibt es ständig und wir werden den Anforderungen des Lebens nicht ausweichen können, was unserer persönlichen Entwicklung ja auch sehr abträglich wäre. Schließlich wachsen wir auch am Widerstand. Auf jeden Fall gibt es Dinge, die getan werden müssen, wollen oder sollten.

Manche Dinge sind einfach Pflicht, wie z. B. mit dem Hund Gassi gehen, sich um die Kinder kümmern, sich selbst versorgen, den Müll raus bringen usw. Hier ist jeglicher Widerstand zwecklos und hier gibt es nichts zu diskutieren!

Es bringt nichts, sich davor drücken zu wollen oder etwas unnötig lange hinaus zu zögern, in der Hoffnung, dass es sich von selbst erledigt. Manche Dinge erfordern entschlossenes und schnelles Handeln, deshalb nicht lange überlegen, sondern einfach machen!

Andere Dinge hingegen gehören zwar nicht zu unseren unumgänglichen Verpflichtungen, dennoch wäre es sehr sinnvoll und lohnenswert, wenn wir diese regelmäßig machen würden. Dazu gehören z. B. persönliche Entwicklung und Weiterbildung, regelmäßige Bewegung und Körpertraining, gute Ernährungsgewohnheiten, gelegentliche Entlastungs- und Detoxkuren, Meditieren usw.

All das ist zwar nicht überlebensnotwendig und man kann wahrscheinlich auch ohne Sport und Meditation ein sehr gutes Leben führen. Dennoch schätze ich, dass es mehr Vorteile mit sich bringt, als es Aufwand ist, solche Dinge ins eigene Leben zu integrieren. Da Du das jetzt liest, gehe ich davon aus, dass Du Dich eh für solche „Selbstoptimierungsmöglichkeiten“ interessierst, deshalb empfehle ich: Mach es Dir einfach, indem Du es einfach machst!

Der innere Schweinehund ist eine Illusion!

Das Problem bei all den guten Ideen und Vorsätzen ist, dass wir es nicht einfach MACHEN, sondern uns mit viel Aufwand versuchen einzureden, der innere Schweinehund würde uns bei der Umsetzung hindern. Auch viele andere „gute Gründe“ sorgen dafür, dass wir doch nicht „clean“ essen oder das Training ausfallen lassen.

Dabei könnte alles so einfach sein, wenn wir darüber innerlich gar nicht erst diskutieren würden, sondern die Dinge einfach MACHEN! Das, was notwendig, wichtig, unumgänglich, sinnvoll, effektiv, lohnenswert und förderlich wäre, sollten wir einfach machen, keine Diskussion und keine Ausreden. Einfach MACHEN!

Das Minimum reicht hier übrigens oft schon aus, um ein positives Resultat zu erzielen. Wie Karl auch mal sagte „minimaler Input führt zu maximalem Output“. Wenn wir unser Machen und Tun minimieren, sprich dekomplizieren und vereinfachen, setzen wir dadurch die Energie und Zeit frei, die wir nutzen können, um Dinge einfach zu machen, zu denen uns sonst die Energie und Zeit fehlt. So erzielen wir durch minimalen Input (= wir geben nur wenig Energie, Aufmerksamkeit und zweifelhafte Gedanken hinein), einen maximalen Output.

Das Prinzip der Homöopathie wirkt übrigens genauso: Durch schwache Reize wird eine starke Reaktion erzielt!

„Dinge einfach machen!“

Mir persönlich hat dieses „Mantra“ schon oft geholfen, meine Blockaden und unnötigen Widerstände und Verkomplizierungen sofort verpuffen zu lassen und keine Zeit und Energie zu verschwenden, indem ich es so einfach wie möglich, einfach mache, ohne groß darüber zu grübeln.

Jens Sprengel

Jens Sprengel

Jens ist Gründer und Betreiber von inspiriert-sein.de und schreibt zu den Themen Beweglichkeit & Körpertraining, Selbstheilungskräfte aktivieren & Gesundheitsoptimierung u.v.m.

Jens ist staatlich anerkannter Heilpraktiker, Cransio-Sacral-Therapeut, Personaltrainer, Verleger und Autor
Jens Sprengel

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